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16.08.2013

14:38 Uhr

Eurozone

Inflationsrate bleibt bei 1,6 Prozent

Die Inflationsrate bleibt relativ stabil, im direkten Monatsvergleich sanken die Preise in der Eurozone sogar. Besonders für Lebensmittel müssen die Verbraucher jedoch tiefer in die Tasche greifen.

Auch in diesem Sommer haben die Kraftstoffpreise wieder zugelegt. dpa

Auch in diesem Sommer haben die Kraftstoffpreise wieder zugelegt.

LuxemburgDer Preisauftrieb in der Eurozone bleibt infolge der schwachen Konjunktur verhalten. Die Verbraucherpreise stiegen in den 17 Euroländern im Juli mit 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat nicht stärker als im Juni. Dies teilte das Statistische Amt der EU (Eurostat) am Freitag in Luxemburg mit. Auch in den 28 EU-Ländern lag die Inflationsrate im Jahresvergleich mit 1,7 Prozent auf gleicher Höhe wie im Juni.

Im Monatsvergleich mit dem Juni sanken die Preise in der Eurozone um 0,5 und in der EU um 0,4 Prozent. Nach Angaben der EU-Statistiker wurden Telekommunikation, medizinische Dienstleistungen und Kraftstoffe billiger. Für Obst, Gemüse und Tabak hingegen mussten die Verbraucher mehr bezahlen.

Im Vergleich zum Juli 2012 sanken die Preise lediglich in Griechenland, wo die Wirtschaft sich in einer tiefen Rezession befindet: Hier wurden Waren und Dienstleistungen um 0,5 Prozent billiger. In den Euro-Krisenländern Zypern, Portugal und Irland stiegen die Preise nur sehr schwach. In Spanien lag die jährliche Inflationsrate bei 1,9 Prozent, in Italien bei 1,2 Prozent.

EU-Prognosen für die Krisenländer

Frankreich

Erstmals seit 2009 dürfte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone in diesem Jahr wieder schrumpfen - wenn auch mit 0,1 Prozent nur minimal. "Die real verfügbaren Einkommen der Verbraucher schwächeln wegen der steigenden Arbeitslosigkeit und höherer Steuern", prophezeit die EU-Kommission. "Das anhaltend ungünstige Unternehmervertrauen dürfte die Investitionen weiter fallen lassen." 2014 wird ein Wachstum von 1,1 Prozent vorhergesagt, doch soll die Arbeitslosenquote trotzdem von 10,6 auf 10,9 Prozent steigen. Auch das Staatsdefizit soll im kommenden Jahr mit 4,2 Prozent etwas höher ausfallen als 2013 mit 3,9 Prozent, was den Schuldenberg auf 96,2 Prozent der Wirtschaftsleistung anschwellen lassen dürfte.

Italien

Die Rezession soll sich in diesem Jahr abschwächen. Das Minus dürfte mit 1,3 Prozent knapp halb so hoch ausfallen wie im Vorjahr mit 2,4 Prozent. "Es gibt keine klaren Signale für eine kurzfristige Erholung, da sich sowohl das Verbrauchervertrauen als auch das Geschäftsklima im negativen Bereich befindet", stellt die Kommission fest. 2014 soll ein Mini-Wachstum von 0,7 Prozent folgen. Die Neuverschuldung soll sich zwar mit 2,9 und 2,5 Prozent im erlaubten Rahmen bewegen. Mehr Sorgen macht aber der Schuldenstand: Er soll 2014 auf 132,2 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Eigentlich sehen die EU-Verträge eine Obergrenze von 60 Prozent vor.

Spanien

Die Rezession dürfte sich in diesem Jahr verschärfen. Erwartet wird ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 1,5 Prozent, nach minus 1,4 Prozent im Vorjahr. "Die Binnennachfrage wird wohl schwach bleiben, aber die preisliche Wettbewerbsfähigkeit solle sich schrittweise verbessern und die Exporte an Schwung gewinnen", sagt die Kommission voraus. 2014 soll dann ein Wachstum von 0,9 Prozent zu Buche stehen. Die Arbeitslosenquote soll dann vom Rekordniveau von 27,0 auf 26,4 Prozent fallen. Die Neuverschuldung dürfte mit 6,5 und 7,0 Prozent in beiden Jahren hoch bleiben. Der Schuldenberg soll bis 2014 auf 96,8 Prozent des Bruttoinlandproduktes wachsen - 2009 waren es noch 53,9 Prozent.

Griechenland

Die Wirtschaft dürfte 2013 das sechste Jahr in Folge schrumpfen, wenn auch mit 4,2 Prozent so langsam wie seit 2009 nicht mehr. "Die hohe Arbeitslosigkeit und Einschnitte bei Löhnen und Sozialleistungen werden den privaten Konsum weiter drücken", befürchtet die EU-Kommission. 2014 soll die Rezession enden: Erwartet wird ein Mini-Wachstum von 0,6 Prozent. Dann soll auch die Arbeitslosenquote fallen, die in diesem Jahr mit 27 Prozent einen Rekordwert erreichen dürfte. Das Staatsdefizit soll sich 2014 mit 2,6 Prozent wieder im erlaubten Rahmen bewegen. Der Schuldenberg dürfte etwas abgetragen werden - von 175,2 auf 175,0 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Schuldenstandsquote bleibt aber mit Abstand die höchste in der Euro-Zone und der EU.

Irland

Von allen Krisenstaaten macht Irland die größten Fortschritte. Das Wirtschaftswachstum dürfte sich in diesem Jahr auf 1,1 Prozent erhöhen und sich 2014 auf 2,2 Prozent verdoppeln. Die "Leistung ist ermutigend", so die EU-Kommission. Die unter Steuererhöhungen und Sparprogrammen leidende Binnennachfrage soll im kommenden Jahr erstmals wieder zum Wachstum beitragen. Die Arbeitslosenquote soll bis dahin auf 13,7 Prozent fallen, 2012 waren es noch 14,7 Prozent. Die Gesundung der Staatsfinanzen kommt aber nur langsam voran: Das Defizit dürfte sowohl in diesem Jahr mit 7,5 als auch im kommenden Jahr mit 4,3 Prozent klar über der Zielmarke der EU von drei Prozent liegen. 2014 soll der Schuldenberg schrumpfen.

Portugal

Auch hier verharrt die Wirtschaft in der Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt soll um 2,3 Prozent schrumpfen, nach 3,2 Prozent 2012. "Die Wachstumsaussichten für Portugals Exportmärkte haben sich eingetrübt, während sich die Lage am Arbeitsmarkt eintrübt", stellt die EU-Kommission fest. 2014 soll es wieder ein Wachstum von 0,6 Prozent geben - trotzdem dürfte die Arbeitslosenquote auf 18,5 Prozent steigen. Das Staatsdefizit soll in diesem Jahr auf 5,5 und 2014 auf 4,0 Prozent sinken, während der Schuldenberg bis dahin voraussichtlich auf 124,3 Prozent anschwillt.

Zypern

Mit 8,7 Prozent dürfte das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr so stark einbrechen wie in keinem anderen Euro-Land. "Das geht vor allem auf den dringlichen Umbau des Bankensektors zurück, der Kreditwachstum und Haushaltssanierung hemmt", befürchtet die EU-Kommission. "Unsicherheit belastet zudem die Binnennachfrage und Investitionen." 2014 soll die Rezession mit 3,9 Prozent deutlich schwächer ausfallen, die Neuverschuldung aber auf 8,4 Prozent steigen. Der Schuldenberg wächst bis dahin auf 124 Prozent. Er wäre dann mehr als doppelt so groß wie 2010.

Besonders starke jährliche Inflationsraten gab es in Estland (3,9), Rumänien (3,4), den Niederlanden (3,1) sowie Großbritannien und Slowenien (je 2,8 Prozent). Deutschland lag mit 1,9 Prozent Anstieg um 0,3 Punkte über dem Jahres-Durchschnitt der Eurozone. Im Vergleich zum Juni stiegen die Preise um 0,4 Prozent, während sie in der Eurozone um 0,5 Prozent sanken.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Henry

16.08.2013, 15:21 Uhr

Und die Erde ist eine Scheibe :-)

esenmann

16.08.2013, 21:24 Uhr

Vor den Wahlen muss man die Bürger schnell nochmals belügen! Die Dinge des täglichen Lebens einer 4-köpfigen Familie sind mindestens 8 % teurer geworden, wenn nicht sogar mehr.
Strompreise 2-stellig teurer.
Reine Lebensmittel 2-stellig teurer.
Kommunale Abgaben 2-stellig teurer.
Gebäudeversicherungen 2-stellig teurer.
Brot und Brötchen 2-stellig teurer.
Diese Liste kann man fortsetzen. Das ist das Ergebnis der Merkelpolitik für die privaten Bürger. Wenn dann noch der Raubzug an den privaten Sparrücklagen, den privaten Rentenvorsorgen, den Lebensversicherungen dazu gerechnet wird, fällt die Bilanz Merkels noch schlechter aus. Somit kann ich die Bürger nicht verstehen, wenn sie eine Blockpartei wählen. Nur mit Gegendruck wird und kann sich etwas ändern. Da ist die erste Alternative die AfD, die die Ursachen erkannt hat und Lösungen parat hält. Hoffentlich wird diese Partei überraschend stark, damit Änderungen durchsetzbar sind. Die Wähler haben es in der Hand.

Erdscheibe

17.08.2013, 14:22 Uhr

Genau das wollte ich auch schreiben als ich den Artikel las...hehehe! So ein Mist.

Man kann diese Lügen echt nicht mehr hören. Man sollte diesen Artikelschreibern ihre Ohren lang ziehen, jeden Monat 1,6 Prozent länger, bis sie sich das merken..
Oder aber bitte 100 x aufschreiben: "Ich darf gefälschte Statistiken nicht abschreiben..." !!!

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