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11.01.2012

17:31 Uhr

Eurozone

Wirtschaftsforscher diagnostizieren eine Rezession

Wirtschaftsforscher verschiedener Institute sprechen von einer Rezession in der Eurozone. Diese bleibe kurz und milde - allerdings nur unter einer Bedingung. Hier ist nach Ansicht der Experten die Politik gefragt.

Die Stimmung bei Unternehmen und Konsumenten hat sich Wirtschaftsforschern zufolge deutlich verschlechtert. dpa

Die Stimmung bei Unternehmen und Konsumenten hat sich Wirtschaftsforschern zufolge deutlich verschlechtert.

MünchenDie Eurozone durchläuft offenbar eine milde und kurze Rezession. Das reale Bruttoinlandsprodukt sei im vierten Quartal 2011 wohl um 0,3 Prozent geschrumpft, werde im ersten Quartal 2012 um 0,2 Prozent sinken und im zweiten Quartal stagnieren, erklärten das Münchner Ifo-, das französische Insee- und das italienische Istat-Institut am Mittwoch. Die Stimmung bei Unternehmen und Konsumenten habe sich deutlich verschlechtert. Hintergrund seien die schwächelnde Auslandsnachfrage und die Schuldenkrise.

Dass die Rezession kurz und mild bleibe, gelte nur unter der Bedingung, „dass die Staatsschuldenkrise in der Eurozone durch adäquate Entscheidungen der Politik im Zaum gehalten werden kann“, warnten die Wirtschaftsforscher. Es gebe „erhebliche Abwärtsrisiken“ bei einer Ausweitung der Krise.

Einen kräftigen Einbruch diagnostizierten die Institute bei der Industrieproduktion. Sie gehen davon aus, dass sie im vierten Quartal um 2,1 Prozent gesunken ist und im ersten Vierteljahr 2012 noch einmal um diesen Wert nachgibt. Im zweiten Quartal werde es dann noch um 0,5 Prozent nach unten gehen. Auch die Investitionsausgaben sinken demnach. Die Unternehmen würden Projekte verschieben. Zudem seien die Finanzierungskosten gestiegen.

Beim privaten Konsum gehen die Wirtschaftsforscher von einer Stagnation aus. Dies liege am gesunkenen Konsumentenvertrauen und der schwachen Entwicklung am Arbeitsmarkt.

Positives erwarten die Institute dagegen bei der Inflation. Nachdem sie Ende des vierten Quartals bei 2,8 Prozent gelegen habe, werde sie im laufenden Vierteljahr auf 2,1 Prozent sinken. Im zweiten Quartal soll sie mit 1,9 Prozent unter der wichtigen Marke von zwei Prozent liegen.

Von

dapd

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