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10.12.2014

12:19 Uhr

Ex-Bundesbank-Präsident

Karl Otto Pöhl ist tot

Elf Jahre war Karl Otto Pöhl als Präsident der Deutschen Bundesbank einer der mächtigsten Männer Deutschlands. Nach der Wiedervereinigung legte er sein Amt nieder. Pöhl (links) ist nun im Alter von 85 Jahren gestorben.

Karl Otto Pöhl nach der Sitzung des Zentralbankrats im Mai 1991. dpa

Karl Otto Pöhl nach der Sitzung des Zentralbankrats im Mai 1991.

Frankfurt/MainDer frühere Bundesbank-Präsident Karl Otto Pöhl ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 85 Jahren, wie die Bundesbank am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Pöhl hatte die Notenbank von 1980 bis 1991 geleitet, bis er aus Enttäuschung über die aus seiner Sicht überhastete Wiedervereinigung sein Amt niederlegte.

Pöhl hatte erst am 1. Dezember an seinem Alterssitz in der Schweiz seinen 85. Geburtstag gefeiert und sich noch zu aktuellen Entwicklungen geäußert. Pöhl habe dazu beigetragen, dass die Unabhängigkeit der Bundesbank zum Modell für die Europäische Zentralbank geworden sei, erklärte die Bundesbank.

Sein aktueller Nachfolger Jens Weidmann erklärte: „Karl Otto Pöhl lieferte den Beleg, dass Preisstabilität und Wachstum auch in Zeiten großer geldpolitischer Herausforderungen keine Gegensätze sind, sondern Preisstabilität vielmehr die Grundlage für nachhaltiges Wachstum ist.“

Der gebürtige Hannoveraner und Vater von vier Kindern – zwei aus erster und zwei aus zweiter Ehe – hatte seine Karriere als Journalist begonnen, danach war er Abteilungsleiter im Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung.

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Unermüdlich setzte er sich in den Wendejahren für die Annäherung von Ost und West ein, im Streit um die deutsche Währungsunion konnte Karl Otto Pöhl sich aber nicht durchsetzen. Der ehemalige Bundesbank-Chef wird 85.

1948 trat der eloquente Volkswirt in die SPD ein. Er arbeitete im Bundeswirtschaftsministerium, war Berater von Bundeskanzler Willy Brandt und Staatssekretär im Finanzministerium unter Helmut Schmidt (beide SPD), bevor er 1977 zur Bundesbank wechselte.

2005 gab Pöhl sein SPD-Parteibuch ab. „Die SPD hat alles vergessen, was sie in den 50er und 60er Jahren nach vorne brachte“, sagte er ein Jahr später der „Wirtschaftswoche“: „Das ganze Gerede von sozialer Gerechtigkeit, Kündigungsschutz, Mindestlohn, das bremst doch nur.“

Als seine wichtigste persönliche Leistung bezeichnete er das Statut der Europäischen Zentralbank, das unter seinem Vorsitz erarbeitet wurde. „Die Schaffung der EZB, einer unabhängigen europäischen Notenbank nach dem Vorbild der Deutschen Bundesbank, war ein großer Schritt in Richtung einer europäischen Integration“, sagte Pöhl erst jüngst im dpa-Interview.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Norbert Bluecher

10.12.2014, 15:05 Uhr

K O Pöhl hatte noch Anstand und Charakter. Er hat Kohl die Klamotten hingeworfen, weil er mit dem Umtauschkurs 1 zu 1 nicht einverstanden war. Schön. daß K O Pöhl das Leben bis zum Ende genießen und "leben" konnte!!
Wer hätte von den modernen, glattgebügelten Politboys dazu heute noch den Mumm?

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