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21.07.2013

19:42 Uhr

Ex-EZB-Chefvolkswirt

Issing sieht Deutschland nicht als Sündenbock in Euro-Krise

ExklusivDeutschland sollte nicht als Sündenbock in der Euro-Krise stigmatisiert werden, warnt Ex-EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing. Die Idee eines stabilen Euros und einer unabhängigen Notenbank sei keine deutsche Erfindung.

Für eine stabile Währungsunion sei eine Kontrolle außerhalb der Politik nötig, forderte Issing. Reuters

Für eine stabile Währungsunion sei eine Kontrolle außerhalb der Politik nötig, forderte Issing.

DüsseldorfDer ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Otmar Issing, hat davor gewarnt, Deutschland als Sündenbock in der Euro-Krise zu stigmatisieren. „Das mit Abstand größte Risiko – zumindest politisch – ist der Eindruck, das Regime eines stabilen Euros und einer unabhängigen Notenbank sei eine deutsche Erfindung“, sagte er dem Handelsblatt.

Dieser Eindruck und die Einschätzung, dass man unter einem teutonischen Joch zu leiden hat, verbreite sich laut Issing in einigen Mitgliedstaaten immer mehr. „Das ist politischer Sprengstoff für die Währungsunion“, sagte der Würzburger Ökonom. Er war von 1998 bis 2006 Chefvolkswirt und Direktoriumsmitglied der EZB und prägte die Notenbank maßgeblich mit.

Für eine stabile Währungsunion sei eine Kontrolle außerhalb der Politik nötig, forderte Issing. Sein Lösungsvorschlag: Nur die Märkte könnten diese Aufgabe leisten, indem die Zinsen, die ein Land für seine Staatsanleihen zahlt, steigen, sobald es sich nicht an die Regeln hält. Dieser Mechanismus sei ausgeschaltet worden. Die Politik erlaube den Märkten diese Kontrolle nicht, sondern entscheidet über Hilfsmaßnahmen, die diese Signale unterdrücken und so den Reformwillen schwächen.

Auch die Entscheidung, die EZB mit der europäischen Bankenaufsicht zu betrauen, kritisierte Issing scharf. Vor allem aus zwei Gründen, sagte er: wegen unvermeidlicher Konflikte mit der Geldpolitik und wegen Verwicklungen mit der Politik. „Bei der Schließung oder Rettung einer Bank geht es am Ende immer auch um Steuerzahlergeld. Finanzminister werden in der EZB ein- und ausgehen“, prophezeiht Issing. „Das führt zu einer weiteren Politisierung der Notenbank – und gefährdet ihre Unabhängigkeit.“

Von

doh

Kommentare (17)

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Iamas

21.07.2013, 20:11 Uhr

Issing sieht Deutschland nicht als Sündenbock in Euro-Krise
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Was soll denn diese Aussage bezwecken?
Die SÜNDENBÖCKE sind ohne FRAGE die verkommenen, korrupten, maßlosen und betrügerischen Süd-Länder, die keine Gelegenheit ausgelassen haben, mit ihrer minimalen Produktivität die Kassen der solventen und soliden Nordländer zu plündern!
Wer Rentenbeträge von verstorbenen Angehörigen über viele Jahre abfingert; Blindenrente von Sehenden kassiert; sich 14 Gehälter pro Jahr gönnt, und der sich ein Renteneintrittsalter von 55 Jahren bei 90 % der letzten Nettobezüge ergaunert, der kann ja wohl nicht mehr alle Latten am Zaun haben, wenn er denn glaubt, dass diese obszönen Benefiz' lebenslänglich andauern - ohne, dass er jemals dafür zur Verantwortung (zur KASSE!!!) gebeten wird! Rien ne va plus! Nix geht mehr, und das für eine sehr lange Zeit! Und das ist sehr gut so!

Aristoteles

21.07.2013, 20:18 Uhr

Bei der Vita von Herrn Issing haben Sie (bewusst ???) weggelassen, dass der Mann heute Statthalter von Goldmann Sachs in Deutschland ist. Insofern erübrigt sich jeglicher weitere Kommentar zu Herrn Issing und seinen Aussagen. Auch dieser Hinweis natürlich ganz EXCLUSIV für die HB-Leser.

mon_yburns@central.banktunnel.eu

21.07.2013, 20:19 Uhr

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