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06.02.2012

16:39 Uhr

Experten sehen Trendwende

Weltkonjunktur stärkt deutsche Industrie

Die starke Nachfrage im außereuropäischen Ausland sorgt für Aufwind in der deutschen Industrie. Das Bundeswirtschaftsministerium bleibt noch skeptisch, aber Experten sprechen bereits von einer Erholung.

Containerschiffe im Hamburger Hafen: Die steigende Nachfrage aus dem Ausland lässt die deutsche Industrie durchatmen. dpa

Containerschiffe im Hamburger Hafen: Die steigende Nachfrage aus dem Ausland lässt die deutsche Industrie durchatmen.

BerlinEin Nachfrageschub aus Ländern außerhalb der Eurozone hat der deutschen Industrie nach einem Einbruch im November zum Jahresende wieder vollere Auftragsbücher beschert. Im Dezember legten die Bestellungen für Industriegüter „made in Germany“ im Vergleich zum Vormonat um 1,7 Prozent zu, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag in Berlin auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Analysten werteten das Auftragsplus als weiteres Zeichen für eine Belebung der Konjunktur.

Im November waren die Bestellungen für die Industrie im Monatsvergleich noch um 4,9 Prozent abgesackt. Trotz der Erholung war der Umfang an Großaufträgen dem Ministerium zufolge für einen Dezember unterdurchschnittlich. Wegen einer geringeren Nachfrage im Schlussquartal 2011 insgesamt blieben die Aussichten für die Produktion „vorerst verhalten“. Doch deute die Aufhellung der Stimmung „auf ein sich abzeichnendes Ende der Schwächephase hin“, erklärte das Ministerium.

Deutschlands wichtigste Handelspartner 2010 - Ausfuhren

1. Frankreich

Wichtigstes deutsches Exportland war Jahr 2010 Frankreich. Von Deutschland wurden Waren im Wert von 90,7 Milliarden Euro nach Frankreich exportiert - das sind 9,5 Prozent der gesamten deutschen Ausfuhren.

2. Vereinigte Staaten

Auf Platz zwei lagen 2010 die Vereinigten Staaten. Insgesamt exportierten deutsche Unternehmen Waren im Wert von 65,6 Milliarden Euro (2009: 53,8 Mrd. Euro) dorthin - das entspricht einem Anteil von 6,8 Prozent an den gesamten deutschen Ausfuhren.

3. Niederlande

Auf dem dritten Platz folgen die Niederlande. Dorthin wurden Waren für 63,2 Milliarden Euro exportiert - was einem Anteil von 6,6 Prozent an den deutschen Ausfuhren entspricht. Eingeführt wurden aus dem Nachbarland Güter im Wert von 68,8 Milliarden Euro (= 8,5 Prozent der Gesamteinfuhren). Damit liegen die Niederlande auf Rang zwei der wichtigsten deutschen Handelspartner mit einem Warenverkehr von rund 132 Milliarden Euro.

4. Vereinigtes Königreich

Das viertwichtigste Exportziel deutscher Unternehmen ist Großbritannien. Mit einem Ausfuhrüberschuss von 20,5 Milliarden Euro wurde dorthin deutlich mehr ex- als importiert. Gesamtwarenwert der Ausfuhren: 59,5 Milliarden Euro (2009: 53,2 Mrd.).

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5. Italien

Nach Italien wurden 2010 Waren im Wert von 58,5 Milliarden Euro exportiert.

6. Österreich

Auch Nachbar Österreich zählt weiterhin zu den wichtigsten Handelspartnern der Bundesrepublik mit einem Gesamtwarenwert der Exporte von 53,7 Milliarden Euro (2009: 48,2 Mrd.). Der Außenhandelssaldo betrug 19,4 Milliarden Euro.

7. China

Zweitwichtigster Absatzmarkt deutscher Waren im Jahr 2010 war Asien mit einem Anteil von rund 15%.Davon entfiel der größte Anteil auf China, wohin Deutschland Waren im Wert von 53,6 Milliarden Euro exportierte - Platz sieben.

8. Belgien

Beim Außenhandel mit Belgien verzeichnete die Bundesrepublik ein deutliches Ausfuhrplus: Nach Belgien führte Deutschland 2010 Waren im Wert von 46,4 Milliarden Euro aus, importiert wurde weniger (33,6 Mrd.).

9. Schweiz

Auch die Schweiz bleibt ein wichtiger Außenhandelpartner für die Bundesrepublik: Im vergangenen Jahr wurden Waren im Wert von 41,7 Milliarden Euro in das Nachbarland exportiert, im Vorjahr betrug der Warenwert 35,3 Milliarden.

10. Polen

Rund 71 Prozent der Ausfuhren von Waren „Made in Germany“ wurden im Jahr 2010 in europäische Länder geliefert. Nachbarland Polen liegt bei den Ausfuhren auf dem 10. Platz der wichtigsten deutschen Handelspartner: Der Gesamtwert der exportierten Güter liegt bei rund 38 Milliarden Euro (2009: 31,6 Mrd.).

Experten bewerteten die Aussichten der Industrie und der gesamten Wirtschaft optimistischer. „Die Trendwende bei den Aufträgen dürfte sich spätestens im Frühjahr positiv auf die Produktion auswirken“, erklärte Ulrike Rondorf von der Commerzbank. Die Aussichten hätten sich aufgehellt. „Wir erwarten, dass die deutsche Wirtschaft bereits im ersten Quartal wieder wächst“, schrieb Rondorf in einer Analyse.

Die Inlandsnachfrage für die deutsche Industrie schrumpfte im Dezember um 1,4 Prozent, während die Bestellungen aus dem Ausland um 4,3 Prozent zulegten. Dabei zog der Auftragseingang aus Ländern jenseits der Eurozone deutlich um 12,3 Prozent an. Gefragt waren vor allem Investitionsgüter. Die Nachfrage aus der Eurozone schwächte sich dagegen laut Ministerium um rund sieben Prozent ab.

Von

dapd

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