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20.08.2014

15:17 Uhr

Export-Einbrüche

Stress für Exporteure nach Russland

Im Zuge von Ukraine-Krise und Sanktionen gegen Russland muss das deutsche Exportgeschäft Einbußen hinnehmen: Besonders stark betroffen sind Auto- und Maschinenbauer und Exporteure von Nahrungs- und Futtermitteln.

Nach Sanktionen gegen Russland: Fahrzeug- und Kraftwagenteilexporte brachen um 24,4 Prozent ein, Exporte von Maschinen um 18,7 Prozent. dpa

Nach Sanktionen gegen Russland: Fahrzeug- und Kraftwagenteilexporte brachen um 24,4 Prozent ein, Exporte von Maschinen um 18,7 Prozent.

BerlinDie Sanktionen gegen Russland kosten die deutschen Exporteure immer mehr Geld: Im ersten Halbjahr nahmen sie dort fast drei Milliarden Euro weniger ein als im Vorjahreszeitraum. Die Ausfuhren schrumpften um 15,5 Prozent auf knapp 15,3 Milliarden Euro, wie aus Reuters am Mittwoch vorliegenden Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.

Damit hat sich der Abwärtstrend beschleunigt: In den ersten drei Monaten waren die Exporte nach Russland nur um 13 Prozent gefallen. Nach der Eingliederung der Krim und dem russischen Vorgehen in der Ostukraine hat die EU Sanktionen gegen Moskau verhängt.

Besonders stark leiden die deutschen Auto- und Maschinenbauer unter dem schwachen Russland-Geschäft. Die Exporte von Fahrzeugen und Kraftwagenteilen brachen um 24,4 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro ein, die von Maschinen um 18,7 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Die Ausfuhr von Nahrungs- und Futtermitteln schrumpfte sogar um 31,9 Prozent auf 420 Millionen Euro.

Hier drohen noch stärkere Rückgänge, da Russland im August als Reaktion auf neue Sanktionen der EU und der USA ein Einfuhrverbot für westliche Agrar-Erzeugnisse verhängt hat. Auch die Autoindustrie muss sich womöglich auf weitere Einbußen gefasst machen, da der Kreml für den Fall schärferer Sanktionen des Westens erwägt, im Gegenzug die Einfuhr von Fahrzeugen teilweise oder vollständig zu stoppen.

Der russische Pkw-Markt ist fast so groß wie der deutsche und galt lange Zeit als Hoffnungsträger in Europa. Die Unternehmen befürchten nun den Verlust lukrativer Geschäfte an die Konkurrenz aus Asien. Vom Russland-Geschäft hängen nach Angaben des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft gut 300.000 Stellen in der Bundesrepublik ab.

Bereits vor Sanktionen: Russland-Exporte aus Euro-Zone eingebrochen

Bereits vor Sanktionen

Russland-Exporte aus Euro-Zone eingebrochen

Das Russland-Geschäft schwächelt – nicht nur wegen der Ukraine-Krise und russischer Sanktionen. Russland ist der viertgrößte Außenhandelspartner der Euro-Staaten und daher ein wichtiger Faktor für die Konjunkturerholung.

Im Gegensatz zu den Exporten nahmen die Einfuhren aus Russland in den ersten sechs Monaten zu – und zwar um 2,1 Prozent auf knapp 20,3 Milliarden Euro. Deutschland bezieht von dort vor allem Erdöl, Erdgas und Mineralölprodukte.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Frau Helga Trauen

20.08.2014, 16:20 Uhr

Bitte bedanken bei Erika, EinNiere, Siggi Popp und Rolli - die haben schließlich die BEWEISE vorgelegt, dass die Russen an MH17 schuld sind. Dazu noch das Schubiduba von Rassmussen im Hintergrund, und ich fühle mich total sicher und wohl. Vielen Dank! Dazu noch mein ganz besonderer Dank an die MSM, die die Dinge so sinnvoll und überzeugend aufklären. Besser geht es einfach nicht!

Frau Helga Trauen

20.08.2014, 16:27 Uhr

Man kann es aber auch so sagen:
Wer anderen eine Grube grubt, sich selber in die Hose pupt.

Herr Peter Maus

20.08.2014, 18:28 Uhr

Für jedes einfache Problem gibt es eine einfache Lösung!
Die paar Sanktionen und Gegensanktionen von der Wertegemeinschaft und noch ein paar private Zugaben von Hr. Wirtschaftsminister.
Das sind doch alles Peanuts.
Wenn man sich schon nicht über den Krümmungsradius von Gurken oder den Sitz des EU-Parlaments einigen werden kann, bei den Sanktionen hat es ja vorbildlich geklappt.
Damit ist in der Praxis offensichtlich, dass man auch fähig ist gemeinschaftlich völligen Blödsinn zu beschließen.
Nach der anstrengenden Eurorettungspolitik sind verständlicherweise auch die Größenordnungen etwas durcheinandergeraten. Ob es sich nun um Peanuts oder Coconuts handelt, um Millionen oder Milliarden?. Aber wen interessiert das schon bei der Ausübung eines von der Allgemeinheit alimentierten Berufs.
Der Österreichische Normalbürger (Kleinbürgertum= nicht von der Allgemeinheit alimentierte Person) geht mit solcher Problematik vorbildlich um. Die essen einfach mehr Äpfel und schon ist das Problem vom Tisch. Jeder Deutsche könnte nun in ähnlicher Art und Weise pro-aktiv einen Zweitwagen kaufen und somit die Sanktionsspirale stoppen (nur keinen Ford!).

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