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09.08.2016

08:22 Uhr

Exportbilanz

Deutsche Ausfuhren legen im Juni leicht zu

Waren im Wert von 106,8 Milliarden Euro haben deutsche Unternehmen im Juni ins Ausland verkauft. Das ist zwar etwas mehr als im Juli – aber noch deutlich unter den Erwartungen vieler Experten.

Insgesamt übertrafen die Exporte die Importe um rund 21,7 Milliarden Euro. dpa

Kräne am Hamburger Hafen

Insgesamt übertrafen die Exporte die Importe um rund 21,7 Milliarden Euro.

BerlinDie deutschen Exporte sind im Juni nicht so stark gestiegen wie erwartet. Sie legten um 0,3 Prozent zum Vormonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen Zuwachs von 1,0 Prozent vorhergesagt.

Die Unternehmen setzten Waren im Wert von 106,8 Milliarden Euro im Ausland ab, das waren 1,2 Prozent mehr als im Juni 2015. Die Exporte in die EU-Länder wurden um 2,3 Prozent gesteigert. Die Nachfrage aus der Währungsunion nahm jedoch nur um 0,1 Prozent zu. Die Ausfuhren in die Staaten außerhalb der Europäischen Union – wie etwa die weltgrößten Volkswirtschaften USA und China – schrumpften um 0,4 Prozent.

Die deutschen Importe legten im Juni 1,0 Prozent zum Vormonat zu. Hier hatten Ökonomen einen Anstieg von 0,4 Prozent auf dem Zettel. Die Exporte übertrafen die Importe kalender- und saisonbereinigt um 21,7 Milliarden Euro.

Das sind die Wachstumsgaranten der deutschen Exporteure

USA

Die Vereinigten Staaten sind erstmals wichtigster deutscher Absatzmarkt und verdrängen damit Frankreich nach mehr als einem halben Jahrhundert. Beflügelt vom schwachen Euro zogen die Exporte in die weltgrößte Volkswirtschaft im ersten Halbjahr 2015 um fast 24 Prozent auf 56 Milliarden Euro an. Ein weiterer Grund für diesen Boom ist das robuste Wachstum der US-Wirtschaft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2015 mit einem Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts um 2,5 Prozent und für 2016 mit 3,0 Prozent. Wegen geringerer Energiekosten werden zudem viele Fabriken und Produktionsstätten hochgezogen, für die Maschinen und Ausrüstungen aus Deutschland importiert benötigt werden.

Indien

Lange stand das Land im Schatten des benachbarten China. Doch sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr dürfte Indien deutlich schneller wachsen als die Volksrepublik. Der IWF sagt jeweils ein Plus von 7,5 Prozent voraus. Vom Aufschwung in dem nach China bevölkerungsreichsten Land der Welt profitiert Deutschland bereits: Die Ausfuhren dorthin zogen im ersten Halbjahr um fast ein Fünftel auf knapp fünf Milliarden Euro an.

Südafrika

Noch besser läuft es in der nach Nigeria zweitgrößten Volkswirtschaft Afrikas: Die deutschen Exporte dorthin nahmen in den ersten sechs Monaten gleich um 28 Prozent zu - auf insgesamt 4,9 Milliarden Euro. Zwar ist die Konjunktur eher mau, doch der Staat investiert viel Geld in die Infrastruktur - von Energie über Wasser bis hin zu Straßen. Die deutsche Wirtschaft hat die dafür passenden Produkte im Angebot und profitiert davon ebenso wie von einer konsumfreudigen, wachsenden Mittelschicht.

Euro-Zone

Nach Jahren der Krise fasst die Währungsunion wieder Tritt. Bestes Beispiel dafür ist Spanien, das im zweiten Quartal so kräftig wuchs wie seit über acht Jahren nicht mehr. Der Appetit auf Waren "Made in Germany" nimmt entsprechend zu: Die deutschen Ausfuhren nach Spanien legten in der ersten Jahreshälfte um mehr als elf Prozent auf rund 19,5 Milliarden Euro zu, die in die gesamte Euro-Zone um fast fünf Prozent auf rund 220 Milliarden Euro.

Großbritannien

Das Land ist bereits der drittgrößte deutsche Exportkunde. Dennoch legten die Ausfuhren dorthin im ersten Halbjahr um starke 9,4 Prozent auf 45 Milliarden Euro zu. Auch hier sorgt der schwache Euro für einen Extra-Schub, verbilligt er doch deutsche Waren auf der Insel. Außerdem befindet sich auch Großbritannien in einem Aufschwung: In diesem Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt mit 2,5 Prozent deutlich kräftiger wachsen als in der Euro-Zone mit 1,5 Prozent, wie der IWF erwartet.

Von

rtr

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