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08.09.2014

16:56 Uhr

Exportweltmeister

Chinas Außenhändler mit Rekordüberschuss

China hat zum zweiten Mal in Folge einen Rekordüberschuss in der Handelsbilanz erzielt. Das Land hat seine Ausfuhren im August unerwartet kräftig gesteigert. Sorgen bereitet allerdings die schwächelnde Binnenkonjunktur.

Ein Containerschiff im Hafen von Qingdao im Osten Chinas. Die Exporte des Landes legten im August um 9,4 Prozent zu. dpa

Ein Containerschiff im Hafen von Qingdao im Osten Chinas. Die Exporte des Landes legten im August um 9,4 Prozent zu.

PekingExportweltmeister China hat seine Ausfuhren im August unerwartet kräftig gesteigert und den zweiten Monat in Folge einen Rekordüberschuss in der Handelsbilanz erzielt. Allerdings schürte ein erneuter Rückgang der Einfuhren Sorgen um die Binnenkonjunktur der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Regierung und Zentralbank dürften Experten zufolge unter Zugzwang stehen, mit zusätzlichen Konjunkturmaßnahmen die Wirtschaft anzukurbeln, um das Wachstumsziel von 7,5 Prozent in diesem Jahr zu erreichen.

Die Exporte legten im August um 9,4 Prozent zu und übertrafen damit die Prognosen von Experten, wie die Zollbehörde am Montag mitteilte. Die Importe sanken indes unerwartet um 2,4 Prozent. Deswegen überstiegen die Ausfuhren die Einfuhren um den Spitzenwert von 49,8 Milliarden Dollar.

Die Risiken beim Export-Geschäft

Politische Risiken

Als politische Risiken werden alle außerordentlichen staatlichen Maßnahmen oder politischen Ereignisse im Ausland angesehen, zum Beispiel Kriege, Revolutionen, Annexion von Gebieten, Bürgerunruhen, Embargos, Verstaatlichungen usw. Solche Situationen können insbesondere dazu führen, dass dem Abnehmer die Bezahlung nicht möglich ist und dass die Ware beschlagnahmt wird, verloren geht oder beschädigt wird.

(Quelle KMU-Portal)

Transferrisiken

Die Transferrisiken betreffen devisenrechtliche Maßnahmen einer Regierung oder Zentralbank, die dem Abnehmer den Kauf von Devisen verunmöglichen, sodass er die Ware nicht bezahlen kann (z. B. Ent- oder Umschuldungsmaßnahmen).

Delkredererisiko

Das Delkredererisiko (auch kommerzielles Risiko) bezieht sich auf die Zahlungsunfähigkeit oder -unwilligkeit des Abnehmers oder seines Garanten. Für das Exportunternehmen kann das zu einem Liquiditätsproblem führen, infolgedessen es keine neuen Aufträge annehmen kann, weil ihm die notwendigen Produktionsmittel fehlen.

Risiken der höheren Gewalt

Unter höherer Gewalt versteht man unvorhergesehene Ereignisse (Naturkatastrophen, Kriege usw.), die die Versendung der Ware unmöglich oder unzumutbar machen.

Wechselkursrisiko

Das Wechselkursrisiko bezieht sich auf die Kursschwankungen des Schweizer Franken im Verhältnis zur Währung, in der die Exporte fakturiert werden. Je höher der Kurs des Franken, desto kleiner die Margen für Exporte in Fremdwährungen, und umgekehrt.

Weitere Risiken

Es gibt noch viele andere Risiken, die im Zuge eines Exports eintreten können, beispielsweise Feuer- oder Transportrisiken usw.

Die schwachen Importe spiegelten zwar die geringe Dynamik bei der Binnennachfrage wider, sagte NordLB-Experte Frederik Kunze. „Für Deutschland sind derzeit aber noch keine dramatischen Auswirkungen zu erkennen“, sagte er mit Blick auf die hiesigen Exporteure. Für Chinas Außenhändler sei indes eine anhaltende konjunkturelle Schwäche Europas ein echter Risikofaktor.

Die Erholung der Konjunktur im Euro-Raum war zuletzt zum Stillstand gekommen. Kunze verwies zudem auf den kräftigen Anstieg der chinesischen Exporte nach Russland von 27 Prozent im August. Wegen des Ukraine-Konfliktes hat Russland zuletzt als Antwort auf Sanktionen aus dem Westen einen Einfuhrstopp etwa für Obst und Gemüse verhängt.

Chinas Wirtschaft hatte sich im ersten Quartal auf 7,4 Prozent und damit die schwächste Zuwachsrate seit eineinhalb Jahren verlangsamt. Im Frühjahr betrug das Plus dann 7,5 Prozent. Diese Zahl peilt die Regierung auch für das Gesamtjahr an. Allerdings machen der Binnenwirtschaft derzeit besonders ein Abschwung auf dem Immobilienmarkt und eine abflauende Kreditvergabe zu schaffen.

Von

rtr

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