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10.08.2011

14:57 Uhr

Exportwirtschaft

China unberührt von Schuldenkrisen

Trotz Schuldenkrise erzielte China bei den Exporten im Juli ein Plus von über 20 Prozent - besonders stark war der Zuwachs in der Euro-Zone. Analysten rechnen aber mit einer Abschwächung der chinesischen Wirtschaft.

China hat im Juli so viel exportiert wie noch nie. Quelle: Reuters

China hat im Juli so viel exportiert wie noch nie.

PekingDie chinesische Exportwirtschaft hat die Schuldenkrisen in Europa und den USA bislang unbeschadet überstanden. Im Juli kletterten die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft zum Vorjahr um rund ein Fünftel und damit deutlich stärker als von Experten erwartet. Die Euro-Zone machte als wichtiger Handelspartner Chinas einen Großteil aus - trotz Schuldenkrise. Allerdings rechnen Volkswirte damit, dass sich der Trend nicht fortsetzen wird und die wirtschaftlichen Probleme in den USA und der Euro-Zone in den nächsten Monaten auch auf den Handel mit China durchschlagen werden.

Die Ausfuhren stiegen nach amtlichen Daten vom Mittwoch um 20,4 Prozent zum Juli 2010. Es war der stärkste Zuwachs seit April und lag über der Markterwartung von 17,4 Prozent. Die Importe kletterten noch stärker um 22,9 Prozent. Der Handelsüberschuss stieg auf 31,5 Milliarden Dollar - das größte Plus seit Januar 2009.

„Importe und Exporte werden in den nächsten Monaten wahrscheinlich langsamer wachsen“, sagte Li Xunlei von Guotai Junan Securities. „Die weltweiten Turbulenzen an den Finanzmärkten könnten zu einem Rückgang der Nachfrage aus dem Ausland führen“, sagte der Experte. Die US-Notenbank (Fed) hatte zuletzt mit ihrem Versprechen, die Zinsen für mindestens zwei weitere Jahre niedrig zu halten, ein eher düsteres Bild vom Zustand der weltgrößten Volkswirtschaft gezeichnet. „Für Chinas Handel bestehen immer noch große Unsicherheiten“, sagte Analyst Nie Wen von Hwabao Trust in Shanghai.

Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft dürfte sich in diesem Jahr ohnehin auf hohem Niveau verlangsamen. Die Regierung in Peking und die Notenbank versuchen mit gedrosselter Kreditvergabe eine Überhitzung verhindern. Denn steigender Wohlstand und höhere Rohstoffkosten treiben die Inflation: Im Juli erreichte sie mit 6,5 Prozent den höchsten Wert seit mehr als drei Jahren. Die Notenbank hat seit Herbst 2010 mit fünf Zinserhöhungen vergeblich versucht, den Preisanstieg in Schach zu halten. Allerdings hatte sie zuletzt signalisiert, den Schwerpunkt von der Inflationsbekämpfung zur Stützung der Konjunktur zu verlagern und könnte damit Experten zufolge im Zinserhöhungszyklus vorerst pausieren.

Von

rtr

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