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09.04.2015

09:22 Uhr

Exportzahlen

Deutsche Ausfuhren schnellen in die Höhe

Schon 2014 hatten die Exporte Rekorde gebrochen. Nun stiegen die Ausfuhren im Februar gegenüber dem Vorjahr noch einmal deutlich an. Ein Grund: Der schwache Euro.

Exportzahlen

Chefvolkswirt Brzeski: „Schwacher Euro ist ein großer Segen“

Exportzahlen: Chefvolkswirt Brzeski: „Schwacher Euro ist ein großer Segen“

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Berlin/ WiesbadenNach einem Rückschlag zu Jahresbeginn haben die deutschen Exporteure im Februar wieder mehr Waren in alle Welt geliefert. Die Ausfuhren kletterten gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,9 Prozent auf 95,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Die Importe stiegen weniger schnell um 0,8 Prozent auf 76,5 Milliarden Euro.

Im Vergleich zum Januar nahmen die Exporte kalender- und saisonbereinigt um 1,5 Prozent und die Importe um 1,8 Prozent zu. Bankvolkswirte hatten zwar mit einem Anstieg der Ausfuhren gerechnet, allerdings nur um 1,0 Prozent.

Die Gewinner der Weltwirtschaft

Volkswirtschaft 2050

Welche Staaten werden in 35 Jahren noch zu den führenden Wirtschaftsnationen der Welt gehören? Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) veröffentliche in ihrer Studie „The World in 2050“ unter anderem eine Top Ten der Volkswirtschaften. Für die Prognose gehen die PwC-Volkswirtschaftler von einem durchschnittlichen Wachstum der Weltwirtschaft von rund drei Prozent pro Jahr aus. Die Gewinner der Volkswirtschaften:

Quellen: dpa/ots

Nigeria

2014: 1,058 ; 2030: 2,566; 2050: 7,345 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Erstaunlich optimistisch bewerten die Volkswirtschaftler die Aussichten unter anderem Krisenstaaten in Afrika. So werde Nigeria bis 2050 Deutschland überholen und auf Platz neun der stärksten Volkswirtschaften klettern. Nigeria, Vietnam und die Philippinen werden demnach mit durchschnittlich 4,5 bis 5 Prozent Wachstum die dynamischsten Wachstumsregionen der Welt sein.

Mexiko

2014: 2,143 ; 2030: 3,985 ; 2050: 8,014 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Mexikos Wirtschaft ist derzeit im Wandel. 2020 wird das Land auf Platz neun klettern und 2050 Frankreich aus der Spitzengruppe verdrängen.

Indonesien

2014: 2,554 ; 2030: 5,486 ; 2050: 12,210 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Indonesien dürfte bis 2050 von dauerhaft hohen Wachstumsraten und einer jungen Bevölkerung profitieren. 2030 wird die indonesische Wirtschaftsleistung doppelt so groß sein und schafft es 2050 laut der Studie auf Rang vier.

Brasilien

2014: 3,073 ; 2030: 4,996 ; 2050: 9,154 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Brasiliens Wirtschaft wächst in den kommenden Jahren noch mehr. 2030 klettert das Land auf Rang sechs und bleibt auch 2050 in der Top Ten (Platz fünf).

Indien

2014: 7,277 ; 2030: 17,138 ; 2050: 42,205 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Schon heute ist Indien als drittstärkste Volkswirtschaft etwa 50 Prozent leistungsstärker als das viertplatzierte Japan. Mit dauerhaft hohen Wachstumsraten und einer jungen Bevölkerung wird Indien bis 2050 zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen. Die Wirtschaftsleistung soll dann fast zweieinhalbmal so stark sein wie die Indonesiens.

Zum Jahresauftakt hatte es noch einen Dämpfer für die deutsche Exportwirtschaft gegeben: Die Ausfuhren waren um 2,1 Prozent gesunken. Dank des guten Februars liegen die deutschen Exporte nun aber um 1,7 Prozent über dem Niveau der ersten beiden Monate 2014.

Experten rechnen damit, dass die deutschen Exporteure auch wegen des schwachen Euro 2015 auf ein weiteres Rekordjahr zusteuern. Der Außenhandelsverband BGA sagte für dieses Jahr ein Ausfuhrplus von 4,5 Prozent voraus.

Im Februar lieferten die Exporteure insbesondere in Länder außerhalb der Euro-Zone deutlich mehr Waren „made in Germany“. Das dürfte auch am gesunkenen Euro-Kurs liegen, wie ING-Diba-Ökonom Carsten Brzeski betont: „Der schwächere Euro ist das ermutigendste Signal für die deutsche Industrie.“

Die Ausfuhren in die EU-Länder, die wie England oder Polen nicht der Euro-Zone angehören, kletterten im Februar im Jahresvergleich um 6,4 Prozent auf 20,9 Milliarden Euro. In Drittländer außerhalb der Europäischen Union wurden Waren im Wert von 39,2 Milliarden Euro exportiert. Damit nahmen die Ausfuhren dorthin gegenüber Februar 2014 um 4,6 Prozent zu.

Etwas schwächer - aber ebenfalls positiv - entwickelte sich der Handel mit den Partnerländern der Euro-Zone: Die Exporte stiegen um 1,7 Prozent auf 35,6 Milliarden Euro.

Die Verlierer der Weltwirtschaft

Großbritannien

2014: 2,435 ; 2030: 3,586 ; 2050: 5,744 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Zwar wird Großbritannien auch 2030 noch im Ranking der Top-Volkswirtschaften mit Platz zehn in der Top Ten sein. Doch 2050 sieht das anders aus: Rang elf.

Italien

2014: 2,066 ; 2030: 2,591 ; 2050: 3,617 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Italien wird in 35 Jahren auf Rang 18 zurückfallen. Die Prognose zeigt deutlich, dass Europa im weltweiten Vergleich weiter an wirtschaftlichem Gewicht verliert.

Frankreich

2014: 2,587; 2030: 3,418; 2050: 5,207 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Frankreich kommt schafft es bereits 2030 auf Rang elf und rutscht bis 2050 auf Platz 13.

Russland

2014: 3,559 ; 2030: 4,854 ; 2050: 7,575 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Russland wird bis 2050 auf Platz acht verdrängt.

Deutschland

2014: 3,621 ; 2030: 4,590 ; 2050: 6,338 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Drei europäische Staaten gehören derzeit zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt: Deutschland, Frankreich und Großbritannien. 2050 wird nur noch die Bundesrepublik in den Top Ten der wirtschaftlich leistungsfähigsten Staaten vertreten sein. Deutschland wird bereits 2030 auf Rang acht zurückfallen.

Japan

2014: 4,788 ; 2030: 6,006 ; 2050: 7,914 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Während Japan auch 2030 den vierten Platz verteidigt, wird das Land bis 2050 drei Ränge abrutschen und auf Rang sieben landen.

USA

2014: 17,416 ; 2030: 25,451 ; 2050: 41,384 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Auch wenn die USA 2020 den zweiten Platz noch verteidigen können, werden sie 2050 von Indien auf Platz drei verdrängt. Dann wird drittstärkste Volkswirtschaft USA fast zweieinhalbmal so groß sein wie Indonesien (2050: Rang vier).

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

09.04.2015, 09:47 Uhr

Und dann gibt es noch immer solche Trottel, die sich gegen die Gemeinschaftswährung aussprechen. Das wäre ja vergleichbar als wenn Real Madrid CR7 nicht im Kader hätte.


Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope and HQ of Super-Mario.


Ralph

Investmentbanker (CFA, Eurex- und Xetra-Lizenz)
- selbst. Börsenhändler -
Algo- und System-Trading

Handelsbuch mit 5,0 Mio. € Handelslimit, genehmigt durch die hinterlegte Sicherheit in physischen Gold auf dem Margin-Konto

Herr Peter Noack

09.04.2015, 10:36 Uhr

Da ist doch der Export wieder ein mal stärker gestiegen als unsere Experten glaubten errechnen zu müssen. Monatsvergleiche mögen ja Mode sein. Der Jahresvergleich bringt es aber an den Tag. Alle Prognoseexperten, Wirtschaftsweise, Forschungsinstitute, Bundesbank und Jahreswirtschaftsbericht des Wirtschaftsministeriums haben prognostiziert, dass der Import stärker steigen wird als der Export. Nun zeigt die Statistik, dass der Export um 3,9 und der Import lediglich um 0,8 Prozent gestiegen ist. Hochgerechnet auf das Jahr, ergeben sich mindestens 230 Mrd. Euro Exportüberschuss. Der Leistungsbilanzüberschuss, der auch Dienstleistungen und Einkommentransfers umfasst, wird demnach mindestens 200 Milliarden Euro betragen. Diese 200 Milliarden können die Deutschen als Unternehmen, Bürger und Staat nur sparen, weil dafür weder Güter noch Dienstleistungen auf dem Binnenmarkt verfügbar sind. Die müssten also importiert werden, wenn der Binnenmarkt steigen soll. Das könnte dann an der Verringerung des Exportüberschusses abgelesen werden. Dennoch leistet der Export mit seinem Überschuss einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum, welches jetzt auf über 2 Prozent erhöht werden müsste, was die Prognostiker bestritten hatten. An den dürren Zahlen der Außenhandelsstatistik lässt sich folglich der gesamte Zustand einer Volkswirtschaft ablesen. Das gilt auch umgekehrt für die Staaten mit Importüberschüssen, die Wohlstand und Kapital im Überschuss importieren und so auf Kosten der Sparer leben.

Herr Manfred H. Pennekamp

09.04.2015, 11:34 Uhr

@Ralph Westend: Zitat: "Und dann gibt es noch immer solche Trottel, die sich gegen die Gemeinschaftswährung aussprechen."
Ich [...] antworte mit einem Zitat von Prof. Ludwig Erhard: " Noch nie in der Geschichte der Menschheit ist ein Volk durch Abwertung seiner Währung reicher geworden!"
[...]

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