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20.08.2015

14:40 Uhr

EZB-Bankenaufseherin

Hellas-Institute werden Krise meistern

Die Banken wurden von der Krise Griechenlands schwer getroffen. Vor allem die Sorge um einen Grexit brachte Institute an den Rand der Zahlungsfähigkeit. EZB-Aufseherin Daniele Nouy sieht trotzdem keinen Grund zur Sorge.

EZB-Bankenaufseherin Daniele Nouy is optimistisch. AFP

Institute sind gut aufgestellt

EZB-Bankenaufseherin Daniele Nouy is optimistisch.

HelsinkiGriechische Geldhäuser werden nach Einschätzung der obersten EZB-Bankenaufseherin die aktuelle Krise überwinden. „Ich bin optimistisch, dass sich die Banken erholen werden, da sie das schon einmal getan haben,“ sagte Daniele Nouy am Donnerstag dem finnischen Sender YLE. Die Institute seien bereits strukturell reformiert worden. Sie seien mit der aktuellen Krise in einem relativ gutem Zustand konfrontiert gewesen. Die politischen Ereignisse hätten sie geschwächt, aber die Krise habe nicht bei den Instituten begonnen.

Die Geldhäuser von Thessaloniki bis Kreta sind bereits seit Monaten in einer schwierigen Lage. Kunden hatten aus Sorge, das Land könnte aus dem Euro ausscheiden, ihre Konten leergeräumt. Zudem leiden viele Banken wegen des Wirtschaftsabschwungs unter faulen Krediten.

Im neuen Hellas-Rettungspaket sind rund 25 Milliarden Euro für die Stützung der Banken vorgesehen. Zu den wichtigsten Instituten des Landes zählen die National Bank of Greece, die Eurobank, Alpha Bank und die Piraeus Bank.

ELA und die griechischen Banken

Was heißt „ELA“?

Ela steht für „Emergency Liquidity Assistance“, also Notfall-Liquditätshilfe.

Wer vergibt die Kredithilfen?

Die Hilfe wird nicht von der EZB direkt, sondern von der jeweiligen nationalen Notenbank vergeben, die auch für mögliche Verluste haftet. Der EZB-Rat muss der Gewährung aber zustimmen.

Welche Regeln gelten?

Streng genommen dürfen Ela-Kredite nur an Banken vergeben werden, die nur einen vorübergehenden finanziellen Engpass haben. Grundsätzlich müssen die Geldhäuser aber solide aufgestellt, also solvent sein. Kritiker bezweifeln, dass dies auf griechische Banken noch zutrifft.

Wie wichtig sind die Hilfen für griechische Banken?

Sollte die EZB die Ela-Hilfen einstellen, müssten die griechischen Banken die bereits gewährten Milliarden relativ schnell zurückzahlen - was sie faktisch nicht können. Seit Monaten hängen die Hellas-Banken am Ela-Tropf: Von der üblichen Versorgung mit frischem Zentralbankgeld sind sie überwiegend abgeschnitten. Denn ein Großteil ihrer Sicherheiten - griechische Staatsanleihen - werden von der EZB zurzeit nicht als Pfand akzeptiert, weil sie zu schlecht bewertet sind.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Herr Fred Schmitz

20.08.2015, 15:41 Uhr

Was soll die gute Frau als Teil der sich als unfehlbare EU-"Elite", denn auch anders sagen. Die Finanzmärkte glauben davon jedenfalls kein Wort. Als Beispiel möge die
National Bank of Greece S.A. Aktie dienen. Vor 1

Herr Fred Schmitz

20.08.2015, 15:46 Uhr

Was soll die gute Frau als Teil der sich als unfehlbar haltenden EU-"Elite" denn auch anders sagen? Die Finanzmärkte glauben davon jedenfalls kein Wort. Als Beispiel möge die National Bank of Greece S.A. Aktie dienen. Vor 1 Jahr - als sie bereits "gerupft" war - stand sie immerhin noch bei 2,65 EUR, am 1. Juli um die 1,15 EUR und heute bei 0,50 EUR. Interessant wäre zu wissen, ob Misses Nouy selbst glaubt, was sie da verbreitet.

Herr Manfred Zimmer

20.08.2015, 16:18 Uhr

Wenn ich die Dame recht verstanden habe, dann ist die sie für die griechischen Banken optimistisch, weil die griechischen Banken schon einmal Pleite waren und dennoch überlebt haben.

Aber man muss auch ansonsten die Dame richtig verstehen, wenn sie zuerkennen gibt, dass keine Bank zahlungsunfähig wird, wenn niemand die Rückzahlung ihrer Verbindlichkeiten verlangt. Das ist widerspruchslos korrekt und durchaus im Konsenz mit der gestrigen Entscheidung der Abgeordneten im Deutschen Bundestag.

Die Frage ist trotzdem, weshalb denn mit dem gestrigen Hilfspaket den griechischen Banken diese unbeschreiblich hohen Geldsummen zufließen, wenn sie doch so sicher sind?

Man stelle sich vor, die Abgeordneten des Deutschen Bundestages gäben dem Land Nordrhein-Westfalen eine solche hohe Geldspritze. Was könnte das Land alles für seine Bürger auf die Beine stellen. NRW ist von der Bevölkerungszahl etwa mit Griechenland vergleichbar.

Weshalb verhält sich die Bundesregierung und mit ihr die Abgeordneten des Deutschen Bundestages gegenüber den eigenen Leuten so zugeknöpft und gegenüber Ausländern so verschwenderisch?

Man muss nicht gegen Ausländer votieren, aber weshalb werden andere Maßstäbe bei den eigenen Bürgern angelegt?

Weshalb ging ein Uli Hoeneß in den Knast, wenn er in Griechenland auf die Anerkennung eines Heiligen hoffen dürfte?

Kann mir das jemand erklären?

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