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24.09.2014

09:41 Uhr

EZB-Chef Draghi

„Die Zinsen werden niedrig bleiben“

Die Zinsen werden EZB-Chef Mario Draghi zufolge noch für lange Zeit niedrig bleiben. Anfang des Monats hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt.

Prophezeit weiter niedrige Zinsen: EZB-Chef Mario Draghi. Reuters

Prophezeit weiter niedrige Zinsen: EZB-Chef Mario Draghi.

Frankfurt/ParisDie Zinsen in der Euro-Zone werden nach den Worten von EZB-Chef Mario Draghi noch für längere Zeit extrem niedrig sein. „Die Geldpolitik wird noch für eine lange Zeit expansiv bleiben und ich kann sagen, dass der EZB-Rat einhellig die Auffassung vertritt, dass die zur Verfügung stehenden Werkzeuge allesamt genutzt werden können, um die Teuerungsrate wieder zurück auf knapp unter zwei Prozent zu bringen“, sagte er am Mittwoch in einem Interview des französischen Radiosenders „Europe 1“. „Die Zinsen werden niedrig bleiben, weil sie nicht mehr viel weiter sinken können.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihren Leitzins Anfang des Monats auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt. Zudem will die Notenbank ab Oktober in großem Stil Kreditverbriefungen und Pfandbriefe kaufen, um den Kreditfluss in die Wirtschaft anzuregen und die maue Konjunktur anzukurbeln.

Fünf Fragen – Vom ABS-Plan bis zu Anleihekäufen

Ist eine weitere Lockerung auf dem Weg?

Nachdem die EZB ein beispielloses Stützungspaket im Juni angekündigt hat, hatten die meisten Analysten erwartet, dass die Währungshüter sich bis Ende des Jahres mit neuen Maßnahmen zurückhalten. Aber die im zweiten Quartal ins Stocken geratene Wirtschaft, eine schwächere Inflation und die Krise in der Ukraine haben das Bild verändert.

Wird es Veränderungen bei den Langfristkrediten geben?

Die EZB könnte die Konditionen der gezielten Langfristkredite, das Kernstück ihres Pakets vom Juni, attraktiver machen, sagen Analysten. Eine Zinssenkung würde das nach den Worten Draghi bereits „sehr, sehr attraktive Angebot” noch interessanter machen. Die erste Runde der TLTRO-Tender findet diesen Monat statt.

Was passiert mit der Inflation?

Die EZB wird außerdem neue Konjunkturprognosen veröffentlichen. Sie erwartet derzeit, dass die Teuerung sich in den nächsten zweieinhalb Jahren allmählich beschleunigt und von 0,7 Prozent in diesem Jahr auf 1,1 Prozent 2015 und 1,5 Prozent im letzten Quartal 2016 steigen wird.

Kommt eine quantitative Lockerung?

Nach der Jackson-Hole-Rede von Draghi sagten Analysten von Berenberg bis JPMorgan Chase & Co., dass die Wahrscheinlichkeit für großvolumige Anleihekäufe zugenommen habe. Draghi hatte zusicherte, dass der Rat „alle verfügbaren Instrumente nutzen wird, um mittelfristig die Preisstabilität zu gewährleisten”. Die meisten Analysten sind der Meinung, dass ein QE, sofern es geschehen sollte, 2015 kommen werde.

Was hat Draghi den Staats- und Regierungschef gesagt?

Der EZB-Präsident hat sich in den vergangenen Wochen mit dem französischen Staatspräsidenten Francois Hollande und dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi getroffen sowie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel telefoniert. In Jackson Hole sagte Draghi, dass die Fiskalpolitik der Regierungen neben Geldpolitik und Strukturreformen „eine größere Rolle” bei der Unterstützung des Wachstums im Euroraum spielen könnte.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Herr wulff baer

24.09.2014, 10:38 Uhr

Natürlich werden die Zinsen ewig niedrig bleiben.

Denn sonst würde die Union der Pleitegeier und Kreditbetrüger schneller als erwartet zum verdienten Ende kommen.

Angesichts der Aktien- und Vermögensgüterblase bleibt uns nichts anderes übrig, als in das, Gottseidank, von den Londoner Finanz-Ganoven stets heruntermanipulierte physische Edelmetall zu investieren.

Dass aber unsere Politnieten einem durchgeknallten Notenbank-Präsidenten erlauben, ihr Volk zu enteignen, wird in die Annalen der Geschichte eingehen und hoffentlich bald dazu führen, dass man Merkel und ihre schwarze Null zum Teufel jagt.

Herr Uwe Warschkow

24.09.2014, 11:16 Uhr

Italien legt jeden Monat zu-an Schulden.20-25 Mrd Euro kommen so jeden Monat, trotz Schuldenbremse der EU ,oben drauf.Und das sind nur die Staatsschulden.Nicht die Schulden der Regionen,Städte, Banken,Firmen und Privatpersonen.Ergo muss Draghi,denn er ist an erster Stelle Italien,seinem Heimatland, verpflichtet,die Schuldzinzen durch den Leitzins,niedrig halten.
Die neueste Studie der Allianz bestätigt das Begünstigen des Südens in der Vermögensfrage durch die EZB.Überhaupt sind die weltweiten Schulden laut einer Studie "Der Bank für Internationalen Finanzausgleich" auf über 100 Billionen Dollar gestiegen.Ein Drittel mehr,als vor 2007,dem Beginn der Krise.Das da alle Notenbanken der G7 ,die Zinsen auf Null halten,versteht sich von selbst.Niemand will und kann,die Nadel in die Hand nehmen und in diese Blase stechen,damit sie platzt.Denn was passiert,wenn auch nur eine Notenbank daran denkt, die Zinsen zu erhöhen,sahen wir im letzten Jahr.Schon verloren DAX und Dow über 1000 Punkte in nur 2 Wochen und die amerikanische Notenbank musste einlenken und weiterhin niedrige Zinsen auf unbestimmte Zeit versprechen.

Herr Omarius M.

24.09.2014, 11:23 Uhr

Da freut sich der D.....

Altersarmut... zeitarbeit...
transfers in den Süden....
banken retten mit steuer geld...

aber er muss mit 71 dann noch dazuverdienen.....

dafür findet jeder der hier strandet eine umfangreiche Helferindustrie vor.....

nur der autochone schaut ungläubig in die Röhre...
sofern er nicht im staatsdienst rundumversorgt ist...

Aber hey.... Ihr profitiert vom Euro..^^

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