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07.11.2013

20:54 Uhr

EZB-Chef

Draghi verteidigt deutsche Exportstärke

Deutschland erwirtschaftet Jahr für Jahr einen massiven Exportüberschuss – und steht dafür oft in der Kritik. Doch jetzt stellt sich EZB-Chef Draghi hinter die Bundesrepublik: Die Wettbewerbsfähigkeit diene als Vorbild.

Niedriger Leitzins

Draghi: „Deutschland ist der sichere Hafen des Euro-Raums“

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HamburgEZB-Chef Mario Draghi hat Deutschland gegen Kritik an seinem massiven Exportüberschuss in Schutz genommen. Es sei zwar wichtig, Ungleichgewichte in der Euro-Zone zu überwinden, betonte Draghi am Donnerstagabend auf dem Wirtschaftsforum der „Zeit". Doch es sei der falsche Ansatz, die schwächeren Volkswirtschaften der Euro-Zone durch eine Schwächung des stärksten Partners robuster zu machen.

„Wir müssen sicherstellen, dass die anderen Staaten ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken, damit sie so wettbewerbsfähig werden wie Deutschland", betonte Draghi. Die gestiegenen deutschen Importe zeigten zudem, dass die Ungleichgewichte allmählich abgebaut würden.

Im Streit über den massiven Exportüberschuss Deutschlands hatte auch EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn vor vorschnellen Entscheidungen gewarnt. Er gehe davon aus, dass Deutschland auch in den kommenden Jahren einen Überschuss in der Leistungsbilanz von über sechs Prozent aufweise. Zuletzt hatte es massive Kritik des US-Finanzministeriums an der Konzentration Deutschlands auf die Exportwirtschaft gegeben.

EZB senkt den Leitzins: Draghi kämpft gegen den Preisverfall

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Mit der heutigen Zinssenkung hat die EZB überraschend schnell auf die schwache Preisentwicklung in der Euro-Zone reagiert. EZB-Chef Draghi stellt sich auf eine „lange Phase“ niedriger Inflation ein.

Die EU-Kommission will in der kommenden Woche Details zu ihren Untersuchungen über wirtschaftliche Ungleichgewichte in einzelnen EU-Staaten vorlegen. Leistungsbilanzüberschüsse dürfen nach den Vorgaben des Verfahrens zur „Vermeidung und Korrektur makroökonomischer Ungleichgewichte“ im Schnitt von drei Jahren maximal sechs Prozent betragen.

Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt hat die Bedeutung von Draghi im Kampf gegen die Schuldenkrise hervorgehoben. „Man kann sich auf Mario Draghi verlassen“, sagte Schmidt am Donnerstag. Draghi sei Kopf der einzigen Institution, die momentan etwas tue. Die Effizienz anderer europäischer Institutionen wie EU-Kommission und Parlament kritisierte Schmidt hingegen.

„Viel Reden, wenig Handeln“, sagte er in dem Podiumsgespräch mit Draghi. Die EZB hatte zuvor auf die zuletzt niedrige Inflation im Euroraum reagiert und den Leitzins auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt.

Kommentare (1)

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RumpelstilzchenA

08.11.2013, 10:22 Uhr

...auch für diesen Exportüberschuss muss der deutsche Steuerzahler geradestehen. Die Zahlungsbilanzen der Länder werden nicht ausgeglichen - target2.
Keine Zinsen geben den Deutschen dann endgültig den Rest!
Wer ist Draghi? Er arbeitet für Goldman und die arbeiten nach Aussage für Gottes-Wille.
Rührt euch!
Amen

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