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15.01.2010

10:03 Uhr

EZB

„Der Aufschwung wird teilweise chaotisch verlaufen“

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet rechnet mit einem teils unberechenbaren Verlauf der Konjunkturerholung. Auch Japan und China erwarten keinen schnellen Aufschung.

Zu den Problemen gehören nach den Worten Trichets die in sogenannten "Bad Banks" ausgelagerten faulen Kredite der Banken. Quelle: ap

Zu den Problemen gehören nach den Worten Trichets die in sogenannten "Bad Banks" ausgelagerten faulen Kredite der Banken.

HB PARIS. „Wir haben die Rezession überwunden, aber die Erholung wird schwierig und in mancher Hinsicht chaotisch“, sagte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) am Freitag dem Sender „France Inter Radio“. „Wir befinden uns in einer Phase des Aufschwungs, aber wir müssen sehr vorsichtig bleiben.“

Zu den Problemen gehören nach den Worten Trichets die in sogenannten „Bad Banks“ ausgelagerten faulen Kredite der Banken. „Faule Anlagen waren der Zünder dieser sehr ernsten, unerwarteten Krise“, sagte der Währungshüter. „Ich würde sagen, dass das Problem weiter besteht, aber es ist nicht das Hauptproblem.“

Wegen der schleppenden Erholung hatte die Zentralbank ihren Leitzins am Donnerstag auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent belassen. Mit billigem Geld will sie Investitionen und Konsum anstoßen. Experten erwarten, dass die Notenbank ihren Leitzins frühestens im Sommer anzuheben beginnt.

Auch in Japan wird damit gerechnet, dass die Konjunkturerholung einen Dämpfer erhalten wird. Der Anstieg von Industrieproduktion und Bruttoinlandsprodukt werde sich in den Monaten Januar bis März voraussichtlich verlangsamen, sagte der Chefvolkswirt der Bank of Japan (BOJ), Kazuo Monma, am Freitag. Die Gefahr einer erneuten Rezession sei aber nicht groß.

Japans Konjunktur erholt sich seit dem zweiten Quartal 2009 allmählich von ihrer schwersten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Wachstumstreiber war vor allem die Exportwirtschaft. Die Binnennachfrage ist nach wie vor schwach.

China geht ebenfalls von einer langsamen Erholung seiner Exporte in diesem Jahr aus. „Exporte und Importe werden sich nur auf einem relativ niedrigen Niveau stabilisieren“, sagte Yao Jian, Sprecher des Handelsministeriums. „Ich denke, es wäre ideal, wenn wir das Niveau von 2008 erreichen würden.“

Die Exporte der Volksrepublik sind im Dezember um 17,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, nachdem sie mehr als ein Jahr lang Monat für Monat zurückgegangen waren. Die Importe schnellten um 56 Prozent nach oben.

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