Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2015

10:08 Uhr

EZB-Direktor Benoit Coeure

Wahl in Griechenland „beeinflusst uns nicht“

Die Griechen wählen am 25. Januar ein neues Parlament. Auf die Entscheidung der Europäischen Zentralbank über mögliche Staatsanleihenkäufe habe das aber keinen Einfluss, sagt EZB-Direktor Benoit Coeure.

EZB-Direktor Benoit Coeure: „Eine Wahl in Griechenland ändert nichts am Lauf der Geldpolitik.“ Reuters

EZB-Direktor Benoit Coeure: „Eine Wahl in Griechenland ändert nichts am Lauf der Geldpolitik.“

BerlinDie bevorstehende Wahl in Griechenland hat nach Aussage von EZB-Direktor Benoit Coeure keinen Einfluss auf die Entscheidung der Europäischen Zentralbank über Staatsanleihenkäufe. „Das beeinflusst uns überhaupt nicht. Eine Wahl dort ändert nichts am Lauf der Geldpolitik“, sagte Coeure der Zeitung „Die Welt“ (Dienstagausgabe).

Zugleich bekräftigte er, dass die EZB einem Schuldenschnitt der von der Zentralbank gehaltenen griechischen Staatsanleihen nicht zustimmen könne. „Selbst eine Verlängerung der Laufzeiten ist mit uns nicht zu machen, weil wir es schlicht nicht dürfen.“

Die EZB werde vom Verbot der Staatsfinanzierung nicht abrücken. „In dieser Frage gibt es keinerlei Spielraum für Zugeständnisse und Interpretationen.“

Griechenland – Gefahrenherd für Europa?

Der ESM

Anders als zu Beginn der Krise, als Politiker auf hektischen Gipfeltreffen mit improvisierten Maßnahmen der Probleme Herr zu werden versuchten, verfügt die Eurozone heute über eine Institution, die speziell für die Rettung angeschlagener Mitglieder geschaffen wurde. Der Europäische Stabilitäts-Mechanismus (ESM) kann Staaten im Notfall mit bis zu 500 Milliarden Euro beispringen. Staaten können Hilfen auch beantragen, wenn Kapitallücken im Bankensystem klaffen.

Die Lage der anderen Krisenländer

Neben Griechenland mussten während der Eurozonen-Krise auch Portugal, Irland und Zypern unterstützt werden. Anders als damals gibt es heute aber keine auf der Hand liegenden Kandidaten mehr, auf die eine Krise überspringen könnte. Die Lage der Staatsfinanzen in Portugal und Irland hat sich deutlich verbessert, in Spanien wuchs die Wirtschaft zuletzt wieder kräftig. Nur bei den Schwergewichten Frankreich und Italien sind kaum Fortschritte beim Abbau des Haushaltsdefizits und den Strukturreformen zu verzeichnen.

Die EZB

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Finanzmärkten klar gemacht, dass sie den Euro verteidigen will. Im Juli 2012 erklärte EZB-Präsident Mario Draghi, man werde „alles Erforderliche“ tun, um den Euro zu retten. Seitdem hat die EZB ihre Geldpolitik deutlich gelockert. Die Märkte erwarten, dass die EZB im ersten Quartal 2015 den breit angelegten Kauf von Staatsanleihen verkünden wird. Dank der Käufe dürften Euroländer ihre Haushalte zu besseren Konditionen finanzieren können. Das würde nicht nur Griechenland zugutekommen.

Das europäische Bankensystem

Beim Ausbruch der Eurozonen-Krise im Jahr 2010 fürchteten die Kapitalmärkte die Folgen einer griechischen Staatspleite für den europäischen Bankensektor. 2012 verzichteten private Gläubiger Griechenlands – darunter auch Banken – auf die Rückzahlung von 100 Milliarden Euro Schulden. Im Vergleich dazu sind Europas Banken heute nicht mehr so stark in Griechenland engagiert.

Der EZB-Rat will am 22. Januar, wenige Tage vor der Neuwahl in Griechenland, über mögliche Staatsanleihenkäufe im großen Stil entscheiden. Mit dem Programm sollen die maue Kreditvergabe und die lahmende Wirtschaft in der Euro-Zone angekurbelt sowie eine drohende Deflation bekämpft werden.

Coeure sagte, die EZB sei „auf jeden Fall in der Lage, am 22. Januar eine Entscheidung zu treffen. Was nicht bedeuten muss, dass wir tatsächlich schon entscheiden.“

Die Griechen wählen am 25. Januar ein neues Parlament. In Umfragen liegt die linksgerichtete Oppositionspartei Syriza vorne. Sie hat angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs die Vereinbarungen mit den internationalen Geldgebern zu ändern und den Sparkurs zu lockern.

Griechenland wird seit 2010 mit Rettungsprogrammen in Milliarden-Höhe von Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfond (IWF) gestützt.

Von

rtr

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Helmut Paulsen

13.01.2015, 10:41 Uhr

"Laut Veranstaltern 40.000 Menschen gingen in Dresden auf die Straße, die Polizei bestätigte 25.000 Teilnehmer.

Die Patrioten lassen sich nicht stoppen. Kaum hatten sich die Warnungen vor der Islamisierung auf des Abendlands in Frankreich auf grausame Weise erfüllt, ergoss ein Schwall des Hasses aus den etablierten Parteien und den von ihnen abhängigen Medien über die PEGIDA-Bewegung. Um die fehlgeleitete Integrations- und Zuwanderungspolitik nicht korrigieren zu müssen, wird PEGIDA mit den feigen Attentätern auf eine Studie gestellt. Der von Tag zu Tag berechtigtere Ruf „Lügenpresse“ wird von den gescholtenen Journalisten als gleichbedeutend mit dem Niedermetzeln von zwölf Menschen in einer Zeitungsredaktion dargestellt. ..."
unzensuriert.at/content/0016913-40000-Politik-und-Medien-k-nnen-PEGIDA-nicht-stoppen

SUPER ! ;-)

Herr Helmut Paulsen

13.01.2015, 10:52 Uhr

BILD:

„Lügenpresse“ ist „Unwort des Jahres 2014“"

http://www.bild.de/ratgeber/2015/unwort-des-jahres/luegenpresse-unwort-des-jahres-39316746.bild.html

RICHTIG ! HÖRT AUF ZU LÜGEN !!!!

Herr Helmut Paulsen

13.01.2015, 11:09 Uhr

Presse ist verlogen, respektlos und fühlt sich ALL-MÄCHTIG.

LESENSWERT ! Weg mit der System-Presse !

unzensuriert.at/content/0016898-Harald-Vilimsky-Ihr-seid-nicht-Charlie

AUCH

geolitico.de/2015/01/11/das-system-der-system-medien

"Verschweigen" ist auch eine Unsäglichkeit der heutigen Presse. "Ausblendender Teil" bei der Propaganda. "Aussitzen, Verschweigen, Ablenken, Leugnen" ......alles vor 10 Jahren noch undenkbar gewesen in der deutschen Presse-Landschaft.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×