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12.01.2006

13:55 Uhr

EZB erfüllt Erwartungen

Euro-Leitzinsen bleiben unverändert

Der Rat der Europäischen Zentralbank hat auf seiner Sitzung wie erwartet die Leitzinsen bei 2,25 Prozent belassen. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sieht die Wirtschaft auf Erholungskurs. Allerdings gebe es auch weiterhin Risiken für Konjunkturentwicklung.

HB FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins bei ihrer Ratssitzung wie erwartet unverändert gelassen. Der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken in der Euro-Zone entscheidende Schlüsselzins betrage weiter 2,25 Prozent, teilte die Notenbank am Donnerstag in Frankfurt mit. Beobachter hatten damit gerechnet, dass die EZB der ersten Zinserhöhung seit fünf Jahren von Anfang Dezember nicht direkt den zweiten Schritt folgen lässt. Die Zentralbank ließ auch die Sätze für Übernachteinlagen der Banken bei der EZB mit 1,25 Prozent und für Übernachtkredite mit 3,25 Prozent unverändert.

Nach der von Politikern und Gewerkschaftern scharf kritisierten Erhöhung um 25 Basispunkte Anfang Dezember betonten EZB-Vertreter immer wieder, dass diesem Schritt nicht automatisch eine Serie folgen werde. Die Notenbank will jeweils die neusten Daten genau analysieren. Vertreter einer strafferen Geldpolitik - darunter Bundesbank-Präsident Axel Weber - fügten der Botschaft aber hinzu, dass die EZB jederzeit handeln kann, wenn sie die Preisstabilität als ihr oberstes Ziel in Gefahr sieht.

Die jüngsten Daten entsprächen weiter dem Bild der EZB einer Erholung, sagte Trichet im Anschluss an die aktuelle Zins-Entscheidung. „Die Risiken sind weiter abwärts gerichtet“, fügte Trichet aber hinzu und verwies auf den hohen Ölpreis und das fehlende Verbrauchervertrauen. Dagegen bestünden für den mittelfristigen Inflationsausblick weiter aufwärtsgerichtete Risiken, sagte er. Die EZB müsse aber darauf achten, dass die Inflationserwartungen fest auf niedrigem Niveau verankert blieben. „Die EZB wird daher alle Risiken weiter genau beobachten.“

Mit dem Verweis auf gestiegene Inflationsrisiken hatte die Notenbank die Erhöhung der Leitzinsen im Dezember begründet. Seitdem hat eine Flut überraschend guter Wirtschaftsdaten gezeigt, dass sich die Konjunkturerholung in der Euro-Zone festigt. Da sich zugleich die Inflation etwas abgeschwächt hat, hatten EZB-Beobachter bereits erwartet, dass Trichet mit einem günstigeren Konjunkturausblick den Weg für die nächste Zinsanhebung ebnet.

Aufgabe der EZB ist die mittelfristige Sicherung der Preisstabilität. Darunter versteht die Notenbank eine Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent. Im Dezember hatte sie im Euroraum bei 2,2 Prozent gelegen.

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