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12.02.2013

17:47 Uhr

EZB-Hilfen

Draghi dämpft spanische Hoffnungen

EZB-Präsident Mario Draghi hat spanischen Hoffnungen auf großzügige Hilfen durch die Notenpresse der Zentralbank einen Dämpfer erteilt. Das Anleihekaufprogramm könne nur unter bestimmten Umständen aktiviert werden.

Mario Draghi (links) im Gespräch mit Spaniens Premier Mariano Rajoy. Reuters

Mario Draghi (links) im Gespräch mit Spaniens Premier Mariano Rajoy.

Madrid/FankfurtDas im September aufgelegte Kaufprogramm für Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder könne nur aktiviert werden, wenn eine ernsthafte Störung der Geldpolitik vorliege, sagte Draghi am Dienstag laut von der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffentlichtem Redetext bei einem Besuch des spanischen Parlaments in Madrid.

„Die EZB kann nur dann daran denken das Anleihekaufprogramm (OMT) zu aktivieren, wenn es große Probleme bei der Übertragung ihrer Geldpolitik gibt. Zudem gibt es eine strikte und effektive Verknüpfung mit einem Programm des Euro-Rettungsschirm ESM.“ Das unter den Folgen einer geplatzten Immobilienblase und hohen Schulden ächzende Spanien gilt als einer der ersten Kandidaten für Hilfen der EZB. Bislang hat das Land aber keinen Antrag darauf gestellt und ist auch nicht bereit, unter den Rettungsschirm ESM zu schlüpfen.


Draghi hatte die Einladung ins spanische Parlament vergangenen Dezember angenommen. Bereits im Oktober hatte er seine vor allem in Deutschland umstrittene Krisenpolitik vor Abgeordneten des Bundestags in Berlin verteidigt. Die Ankündigung möglicher Anleihekäufe hatte die Zinsen für Krisenländer wie Spanien am Kapitalmarkt zuletzt deutlich sinken lassen.

 

Von

rtr

Kommentare (6)

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Sarina

12.02.2013, 18:11 Uhr

Bislang hat das Land aber keinen Antrag darauf gestellt und ist auch nicht bereit, unter den Rettungsschirm ESM zu schlüpfen.
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Die stolzen Spanier wollen nicht unter den ESM schlüpfen weil sie dann nämlich ein knallhartes Konsolidierungsprogramm und noch härtere Reformen durchsetzen müssten - die zudem noch im Quartalstakt von der Troika beobachtet würde. Nein, die stolzen Spanier warten lieber, ob sich ihre Schulden nicht doch noch durch einen aberwitzigen Zufall in Luft auflösen ..... oder ob es ein Land in Europa gibt, das sich bereit erklärt, den stolzen Spaniern alternativlos zu helfen!



HansBernd

12.02.2013, 18:40 Uhr

Da hat wohl jemand etwas verpasst. Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ihr Budget massiv getrimmt und werden in 2013 weitere 2,9% des BIPs einsparen. Daher ist eine Rezession größer 1% gar nicht abzuwenden.
Im Vergleich dazu sind die Sparversuche in Deutschland der totale Kinderfasching. Wenn man sieht, wie schwer sich unsere Herren Politiker da tun (bei Rekordeinnahmen wohlgemerkt), dann kann einem nur übel werden.
Neben den Sparanstrengungen sind auch deutliche Reformen am Arbeitsmarkt, im Bankensektor, bei den autonomen Regionen etc. durchgeführt werden. Für D unvorstellbar (leider).

Account gelöscht!

12.02.2013, 18:45 Uhr

"Draghi dämpft spanische Hoffnungen"

Achso *lol* gibts jetzt nur 500 Milliarden für Umme statt 500 Billionen? Spanien ist im Eimer und je früher das offiziell verkündet wird, desto schneller hat der Spuk ein Ende.....noch mehr gilt das für Frankreich und Italien.

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