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02.05.2011

18:37 Uhr

EZB-Jahresbericht

Banken horten Staatsanleihen als Sicherheit

Der heute vorgelegte Jahresbericht der Europäischen Zentralbank bietet so manches interessante Detail: Dazu gehört auch die Erkenntnis, das Banken Notenbankkredite immer mehr Staatsanleihen hinterlegen.

Das Euro-Symbol vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main: interessanter Jahresbericht. Quelle: dpa

Das Euro-Symbol vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main: interessanter Jahresbericht.

Frankfurt

Die Banken in der Euro-Zone hinterlegen für Notenbankkredite immer mehr Staatsanleihen als Sicherheit. Zugleich blieben sie 2010 weiter stark von der Finanzierung durch die Notenbank abhängig, wie aus dem Jahresbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht, der am Montag in Frankfurt veröffentlicht wurde. Der Wert der bei der EZB hinterlegten Sicherheiten lag mit 2,01 Billionen Euro nur wenig unter dem Rekordwert, der 2009 erreicht wurde. Nicht zuletzt wegen der Schuldenkrise in einigen Euro-Staaten legte der Anteil der Staatsanleihen an den gesamten Sicherheiten zu: 13 Prozent der hinterlegten Wertpapiere entfallen auf Staatstitel.

Eigentlich können nur Staatsanleihen mit einer bestimmten Bonitätsnote bei der EZB hinterlegt werden. In der Schuldenkrise hat die Zentralbank aber Ausnahmen für Griechenland und in diesem Jahr auch Irland beschlossen und akzeptiert von diesen beiden krisengeplagten Euro-Staaten nun alle Staatsanleihen unabhängig von ihrer Bewertung. Weil die Papiere zum Teil deutlich an Wert verloren haben, können sie am Markt ohne Verluste kaum verkauft werden, sondern fast nur noch als Sicherheit für Zentralbank-Geld eingesetzt werden.

Deutlich wichtiger als Staatsanleihen sind jedoch Asset Backed Securities (ABS): Fast ein Viertel der gesamten Bank-Sicherheiten bei der EZB entfallen auf diese forderungsbesicherten Wertpapiere, die in der Finanzkrise 2008/2009 für Turbulenzen verantwortlich gemacht wurden. An zweiter Stelle stehen ungedeckte Bankschuldverschreibungen und nicht marktfähige Finanzinstrumente. Insgesamt beziffert die EZB den Wert der als notenbankfähig eingestuften Sicherheiten auf 14 Billionen Euro, das sind sieben Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Nachfrage der Banken ging dagegen zurück. Insgesamt liehen sich die Kreditinstitute im Schnitt 133,8 Milliarden Euro bei der EZB, nach 149,8 Milliarden Euro im Vorjahr.

Von

rtr

Kommentare (10)

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derkleinemannsollbezahlen

02.05.2011, 19:51 Uhr

Demnach kann man nach den Grundsätzen des ordentlichen Kaufmanns also davon ausgehen, dass sämtliche Banken in der Eurozone Pleite sind. Danke liebe Politiker, für nichts!!!!

Account gelöscht!

02.05.2011, 20:01 Uhr

da muss ich dir Recht geben. Irland und Portugal waren nur der Anfang - aber wir befinden uns ja schon im Aufschwung.
Ich kann mich erinnern wie man kurz nach der Krise schon präsentierte: "Die Krise ist überwunden!" - Jetzt beginnen erst richtig die Auswirkungen der Wirtschaftskrise.

Die-EZB-ein-einziger-Skamdal

02.05.2011, 20:59 Uhr

Die EZB ist ein einziger Skandal-Laden - sonst nichts ! Es stellt sich scheibchenweise heraus, dass die EZB zusätzlich zum direkten Aufkauf Hunderte und Aberhunderte von Milliarden Euro gegen wertloses Papier, besseres Zeitungspapier, genannt griechische, irische oder portugiesische Staatsanleihen, herausgegeben hat. Damit ist diese Notenbank - Herr Waigel !!!!! - ein einziges Skandalinstitut, sonst nichts.

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