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16.08.2012

07:01 Uhr

EZB-Präsident

Mario Draghi - ein Freund klarer Worte

VonKatharina Kort, Olaf Storbeck, Norbert Häring

Mario Draghi ist ein Mann der klaren Worte und der großen Schritte - und das nicht erst seit seinem Versprechen, den Euro zu retten. Draghi steht für ein starke EU und für eine EZB, die immer mehr Aufgaben übernimmt.

Mario Draghi macht aus seinem Zwist mit der Bundesbank um den richtigen Kurs in der Krise keinen Hehl. dpa

Mario Draghi macht aus seinem Zwist mit der Bundesbank um den richtigen Kurs in der Krise keinen Hehl.

Mailand/London/FrankfurtAnalysten und Journalisten haben es seit dem Amtsantritt von Mario Draghi als Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) viel leichter. Denn Draghi sagt deutlich, was er denkt und was er will. Damit hebt er sich von seinem Vorgänger Jean-Claude Trichet ab, dessen Kommunikationsstil weit undurchsichtiger war. „Um Draghi zu verstehen, muss man viel weniger auf die Zwischentöne achten als bei Trichet", sagt Christian Schulz, der bei der Privatbank Berenberg die EZB im Auge behält.

Das jüngste Beispiel war die Rede, die er in London gehalten hat. „Die EZB ist bereit, zu tun, was immer nötig ist, um den Euro zu erhalten", hatte der Notenbanker betont. „Glauben Sie mir, das wird ausreichen." Damit ließ er dem Entscheidungsgremium der EZB, dem 23-köpfigen EZB-Rat, kaum noch eine andere Wahl, als dem umstrittenen Ankauf von Staatsanleihen von Krisenstaaten wie Spanien und Italien prinzipiell zuzustimmen.

Draghi hatte das unter seinem Vorgänger Trichet gestartete Ankaufprogramm im vergangenen Jahr auslaufen lassen und vorübergehend auf Eis gelegt. Stattdessen pumpte die EZB im Dezember und im Februar über zinsgünstige, dreijährige Kredite an die privaten Banken Liquidität ins Finanzsystem.

Unter Trichet war es wegen der Anleihekäufe letztlich zum Bruch mit der Bundesbank gekommen. Bundesbank-Präsident Axel Weber und EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark, der vorher Bundesbank-Vize gewesen war, traten zurück. Zwar macht auch Webers Nachfolger Jens Weidmann aus seiner Ablehnung von Anleihekäufen keinen Hehl. Aber die beiden arrangieren sich. „Draghi hat es bislang weit besser als sein Vorgänger verstanden, einen Kompromiss mit der Bundesbank zu finden", sagt Berenberg-Ökonom Schulz.

"Die EZB verstößt gegen ihren Auftrag"

Video: "Die EZB verstößt gegen ihren Auftrag"

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Zusammen mit dem Chef des Europäischen Rates Herman van Rompuy, dem Präsidenten der Euro-Gruppe Jean-Claude Juncker und dem Chef der EU-Kommission Manuel José Barroso hat Draghi vor dem EU-Gipfel im Juni eine Blaupause für die Zukunft der Euro-Zone vorgelegt. Ein zentrales Element war der Einstieg in eine Bankenunion mit einer zentralisierten, Euro-weiten Bankenaufsicht, die bei der EZB angesiedelt werden soll - ein Vorschlag, den die Staats- und Regierungschefs in Brüssel direkt aufgriffen.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

16.08.2012, 07:45 Uhr

"Mario Draghi ist ein Mann der klaren Worte und der großen Schritte - und das nicht erst seit seinem Versprechen, den Euro zu retten. Draghi steht für ein starke EU und für eine EZB, die immer mehr Aufgaben übernimmt."

Die EZB übernimmt immer mehr Aufgaben, blöder Weise nur zum Nachteil sämtlicher Bürger der Eurozone. Und das er den Euro bis aufs Blut verteidigt ist logisch. Hängt doch seine Machtposition daran.

Der Euro ist erwiesener Maßen ein Fehler und die EU als solche ist inzwischen viel zu groß geworden. Der Turmbau zu Babel ist auch gescheitert.

aktiverdemokrat

16.08.2012, 09:58 Uhr

Mario Draghi ist ein Verbrecher und benützt die EZB dafür.
Die EZB hat ihre haupsächliche Arbeit in der Stabilisierung des €'s und nicht um schrottige Staatsanleihen aufzukaufen, dazu hat er auch keine Berechtigung! Wieviel wertlose Papiere sind schon im Bestand der EZB u. belastet wieder mal den Steuerzahlern ? Mit seiner Geldpolitik schadte er auch den Sparern und vernichtet damit haufenweise Geld.

Matthes

21.08.2012, 14:50 Uhr

Herrn Dragi interessieren weder Währungsstabilität noch EU-Ziele. Herr Draghi sieht sich allein als Geldbeschaffer für die überschuldeten EU-Südstaaten. Und dafür sind ihm alle legalen und illegalen Mittel recht. Und da in der EU die Schuldendtaaten in der Überzahl sind, bekommt er immer mehr Rückendeckung. Leider gehen alle seine Aktivitäten zu Lasten Deutschlands. Und da es Deutschland immer schwerer fällt, über sein Mitspracherecht seine Interessen zu vertreten, bleibt eigentlich nur, dass Deutschland den Geldhahn zudreht. Und neu verhandelt.

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