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03.02.2015

14:05 Uhr

EZB-Stütze

Griechische Banken beziehen Nothilfen

Wegen zu großer Abflüsse bei den Einlagen beziehen drei von vier griechischen Notbanken Not-Liquiditätshilfen der Notenbank. Die EZB hat bereits Grünes Licht gegeben, prüft das Verfahren aber am Mittwoch erneut.

Drei griechische Großbanken beziehen Insidern zufolge Not-Liquiditätshilfen von der Notenbank. dpa

Griechenland

Drei griechische Großbanken beziehen Insidern zufolge Not-Liquiditätshilfen von der Notenbank.

AthenIn Griechenland haben drei der vier Großbanken Insidern zufolge begonnen, Finanzhilfen der nationalen Notenbank zu nutzen. Bisher belaufe sich die abgerufene Summe der sogenannten Not-Liquiditätshilfen (ELA) auf rund zwei Milliarden Euro, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von zwei Personen, die mit dem Vorgang vertraut sind. Die Banken hätten zuvor spürbare Abflüsse bei ihren Einlagen verzeichnet.

Bei Engpässen können die Banken in der Euro-Zone auf Not-Liquiditätshilfen ihrer nationalen Notenbank zurückgreifen. Der Rat der Europäischen Zentralbank muss dies absegnen.

Die wichtigsten Player bei den Verhandlungen mit Griechenland

Wer sind die wichtigsten Gesprächspartner?

Wer sind die wichtigsten Gesprächspartner in der Griechenland-Krise? Seit dem Sieg von Syriza ist das Verhandeln mit dem Staat von der Größe Brandenburgs komplizierter geworden...

Jean-Claude Juncker

Der 60-Jährihe gilt als Europäer aus Leidenschaft. Er war und ist eine der Schlüsselfiguren bei der Euro-Rettung. Acht Jahre lang (von 2005 bis 2013) war der Luxemburger Vorsitzender der Eurogruppe, der die Finanzminister der Staaten mit Euro-Währung angehören. In dieser Funktion hat Juncker seit 2010 maßgeblich die Rettungsprogramme für Krisenstaaten wie Griechenland ausgehandelt. Der Christsoziale war 18 Jahre lang (bis Ende 2013) Premierminister in Luxemburg – inzwischen ist er Präsident der EU-Kommission.

Mario Draghi

Der 67 Jahre alte italienische Bankmanager und Wirtschaftswissenschaftler ist seit November 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Unter seiner Führung pumpte die Notenbank billiges Geld in das Bankensystem, schaffte die Zinsen im Euroraum quasi ab und schuf ein Kaufprogramm, um notfalls unbegrenzt Anleihen von Euro-Krisenstaaten zu erwerben. Kritiker werfen ihm vor, die Befugnisse der Notenbank überdehnt zu haben.

Christine Lagarde

Die französische Politikerin steht seit Juli 2011 an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF). Zuvor war sie Wirtschafts- und Finanzministerin in Paris. Die 59 Jahre alte Juristin erwarb sich während der Finanzmarkt- und Euro-Turbulenzen einen Ruf als umsichtige Krisenmanagerin. Auf ihr lastet jedoch, dass die französische Justiz gegen sie in einer Affäre um mutmaßliche Veruntreuung öffentlicher Mittel aus ihrer Zeit als Ministerin ermittelt.

Angela Merkel und Wolfgang Schäuble

Bundeskanzlerin Merkel hatte mit Beginn der dramatischen Finanzkrise in Griechenland auf die Bremse gedrückt. Die eiserne Devise von Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble: Keine Leistung ohne Gegenleistung, europäische Solidarität gegen griechische Anstrengung. In Athen wurde Merkel dann bei einem Besuch mit Plakaten begrüßt, auf denen sie mit Hitler-Bart zu sehen war. Nach dem Regierungswechsel in Athen ist Berlin für Kompromisse offen: Ein verlängertes Hilfsprogramm oder nochmalige Krediterleichterungen. Ein weiterer Schuldenschnitt wird aber abgelehnt.

Den Insidern zufolge gab die EZB hierzu am 21. Januar grünes Licht und genehmigte die Hilfen für zwei Wochen. Sie werde die Situation am Mittwoch erneut prüfen, hieß es.

Von

rtr

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