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11.05.2015

16:48 Uhr

EZB

Verhaltensregeln für Devisenmarkt

Die Manipulation von Währungskursen hat in der Vergangenheit für Aufsehen gesorgt. Nun arbeiten die Zentralbanken an einheitlichen Regeln für den weltweiten Devisenmarkt – eine Arbeitsgruppe soll einen Kodex erarbeiten.

Zahlreiche Banken, unter anderem die Deutsche Bank, hatten in der Vergangenheit Devisenkurse manipuliert. imago

Manipulation

Zahlreiche Banken, unter anderem die Deutsche Bank, hatten in der Vergangenheit Devisenkurse manipuliert.

Frankfurt/LondonDie Notenbanken reagieren auf den Skandal um die Manipulation von Währungskursen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die einheitliche Verhaltensregeln für den weltweiten Devisenmarkt erarbeiten soll, wie die Zentralbank der Zentralbanken am Montag mitteilte. Geleitet werden soll die Gruppe von Guy Debelle von der australischen Notenbank.

Nach Erkenntnissen der Aufsichtsbehörden haben zahlreiche Banken in den vergangenen Jahren Devisenkurse manipuliert, darunter auch die Deutsche Bank. Einige Institute haben wegen Verfehlungen bereits im vergangenen Jahr Milliarden-Strafen gezahlt. Mehrere britische und amerikanische Häuser könnten Finanzkreisen zufolge ebenfalls bald einen milliardenschweren Vergleich schließen.

Der bisher weitgehend unregulierte Devisenmarkt ist riesig: Pro Tag werden hier mehr als fünf Billionen Dollar umgesetzt.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Manfred Zimmer

11.05.2015, 17:52 Uhr

"Nach Erkenntnissen der Aufsichtsbehörden haben zahlreiche Banken in den vergangenen Jahren Devisenkurse manipuliert"

Wie soll das unter den Augen der kritischen Bankenaufseher, der BAFin, möglich gewesen sein. Schließlich ist der Devisenmarkt, der größte Markt der Welt und den sollen ausgerechnet die Bankenaufseher nicht unter die Lupe genommen haben. Das wäre so, als würde jemand behaupten, dass die Mitarbeiter und die Leitung keine Ahnung vom Bankgeschäft hätten.

Zugegeben, Frau König, die jetzt nach Brüssel "entsorgt" wurde, hatte keine Kenntnisse. Aber das war auch nicht notwendig. Die Lobbyisten wollten von ihr nur das Lebensversicherungsreformgesetz, bzw. rd. 80 Mrd. € aus den Spartöpfen der Lebensversicherten. Dieses Projekt kam im letzten Jahr "alternativlos" in trockene Tücher. Und erledigt war's.

Ironie beisetie!
Man stelle sich nur vor, dass die Bankenaufsicht sich nie um das Hauptgeschäft der Banken, das Zins- und Währungsgeschäft gekümmert habe. Das ist so, als wenn ein Rennwagen in die Startaufstellung geschoben wird ohne zu überprüfen, ob er mit dem richtigen Treibstoff befüllt ist. Nicht zu glauben, aber so war es scheinbar.

Die Händler einzusperren ist wohl zu kurz gedacht. Es müssen schon die Vorgesetzten miteingesperrt werden, die auch aus den manipulierten Erträgen Boni kassiert haben. Das festzustellen, sollte über die Personalabteilungen bzw. die Personalvorstände leicht ermittelbar sein.

Aber es wäre auch zu kurz gedacht, wenn man allein die Banken für die Manipulation zur Rechenschaft ziehen wollte und die, deren Job es war, die Banken zu beaufsichtigen, zu vergessen.

Der Druck auf diese Aufseher muss so stark werden, dass die Angst vor der zu erwartenden Strafe größer wird als die Faulheit im Job. Dann wird auch dort gearbeitet und dies setzt sich fort über die Vorstände in den Banken.

Um ehrlich zu sein, ich habe den Eindruck, das will man nicht. Deshalb wird sich nichts ändern, auch nicht bei den Vortragshonoraren.

Herr Manfred Zimmer

11.05.2015, 17:55 Uhr

Bevor über Verhaltensregeln für den Devisenmarkt nachgedacht wird, sollten sich die Verantwortlichen Gedanken über Verhaltensregeln von Aufsehern für den Devisenmarkt und der Handhabung mit Aufsehern machen, die ihren Job nicht ausgeübt haben.

Einfach Händler anzuprangern erscheint mir eher dümmlich. Andere würden behaupten "alternativlos".

Herr reiner tiroch

12.05.2015, 10:45 Uhr

bevor da was bewirkt werden kann, fällt tatsächlich Weihnachten auf ostern, gell?

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