Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.03.2011

11:08 Uhr

EZB-Warnschwelle

Energiepreise treiben Teuerung über 2 Prozent

Hohe Energiepreise heizen die Inflation in Deutschland an. Im Februar kletterte die Jahresteuerung sogar über die Warn-Schwelle der EZB. Das nährt die Erwartung, dass die Notenbank bald die Zinsen erhöhen wird.

Hohe Energiepreise ärgern die Verbraucher und treiben die Inflation in die Höhe. Quelle: ap

Hohe Energiepreise ärgern die Verbraucher und treiben die Inflation in die Höhe.

WiesbadenDie Explosion der Energiepreise hat die Inflation in Deutschland erstmals sei fast zweieinhalb Jahren über die europäische Warnschwelle von 2,0 Prozent getrieben. Das Statisches Bundesamt errechnete für Februar eine Jahresteuerung von 2,1 Prozent. Das ist nach Angaben vom Freitag der höchste Wert seit Oktober 2008 (plus 2,4 Prozent) und noch 0,1 Prozentpunkt mehr, als die Behörde in einer ersten Schätzung angenommen hatte.

Von Januar auf Februar 2011 erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent. Die Preise zogen im vierten Monat in Folge an.

Hauptursache: Teure Energie. Für Heizöl (plus 32 Prozent), Kraftstoffe (plus 11,8 Prozent) und Strom (plus 7,5 Prozent) mussten Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen als ein Jahr zuvor.

Würden die Preissteigerungen bei Energie aus der Inflationsrate herausgerechnet, ergäbe sich für Februar 2011 ein Wert von 1,2 Prozent. So jedoch überschritt die Jahresrate die Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB). Der für europäische Zwecke berechnete
Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im Februar um 2,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

Die EZB sieht stabile Preise bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent gewahrt. Dass nun Europas größte Volkswirtschaft diese Marke gerissen hat, nährt die Erwartung, dass die Notenbank sich bald von der Politik des billigen Geldes verabschieden und die
Zinsen im Euro-Raum anheben wird. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte Anfang März eine Zinserhöhung schon im April in Aussicht gestellt - es wäre die erste der EZB seit fast drei Jahren.

Die Notenbank geht jedoch derzeit auch davon aus, dass die Rohölpreise trotz der politischen Spannungen in den arabischen Förderländern nicht weiter steigen werden. In diesem Fall dürfte sich die Teuerung bei Energie im Jahresverlauf verlangsamen.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.03.2011, 13:39 Uhr

Wenn man jetzt sieht, dass die Tarifabschlüsse im ÖD für 2011 gerade mal 1.5% betragen, von einer Teuerungsrate im lfd. Jahr um knapp 3% auszugehen sein wird, kann man den Arbeitnehmern fast nur noch raten, Dienst nach Vorschrift ohne jeden zusätzlichen Einsatz zu fahren.

In diesem Land lohnt es sich nicht zu arbeiten.,

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×