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26.08.2011

12:33 Uhr

EZB-Zahlen

Kreditvergabe in der Eurozone flaut ab

Die Kreditvergabe in der Eurozone ist im Juli langsamer gewachsen als zuvor. Die Unternehmenskredite verringerten sich sogar im Vergleich zum Vormonat.

Die Euro-Skulptur vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. dpa

Die Euro-Skulptur vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.

Frankfurt/BerlinDie Kredite in der von der Schuldenkrise geplagten Euro-Zone fließen spärlicher als gedacht. Die Summe der von den Banken ausgereichten Darlehen stieg im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat nur um 2,4 Prozent, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag mitteilte. Experten hatten mit einem leicht höheren Zuwachs von 2,5 Prozent gerechnet. Die Unternehmenskredite verringerten sich zum Vormonat sogar um drei Milliarden Euro, nachdem sie im Juni noch um 23 Milliarden Euro zugelegt hatten. Experten sehen dies als Warnsignal, dass dem Aufschwung in der Euro-Zone allmählich die Puste ausgehen könnte.

In Deutschland kommen die Firmen auch weiterhin relativ leicht an Kredite: Wie das Ifo-Institut in seiner August-Umfrage unter 4000 Firmen ermittelte, klagten lediglich 21,4 Prozent der befragten Unternehmen über eine knauserige Kreditvergabe der Banken. Dennoch ist das schwache Wachstum der Darlehenssumme in der Euro-Zone bedenklich, wie Jürgen Michels von der Großbank Citi meint: „Die Daten zeigen, dass die Kreditmaschinerie nicht rund läuft.“

Die EZB dürfte die Daten mit einem weinenden und einem lachenden Auge sehen. Denn während die schwache Kreditvergabe auf Abwärtsrisiken für die Konjunktur hindeutet, stehen die Zeichen in Sachen Inflation hier eher auf Entwarnung: „Die Europäische Zentralbank hat wiederholt hervorgehoben, dass ein weiterer Abbau überschüssiger Liquidität notwendig ist, um dem Preisdruck im Euroraum entgegenzuwirken“, meint Commerzbank-Experte Michael Schubert.

Die für die Zinspolitik der EZB wichtige Geldmenge M3 erhöhte sich um 2,0 Prozent und damit etwas stärker als im Vormonat mit revidiert 1,9 Prozent. Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (Mai bis Juli) erhöhte sich M3 um 2,1 Prozent. M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit.

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