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24.02.2006

16:06 Uhr

Februar-Inflationsrate

Teure Energie belastet Verbraucher

Die starke Energieverteuerung hat auch im Februar die Budgets deutscher Verbraucher belastet. Die Inflationsrate verharrte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Freitag bei 2,1 Prozent und lag damit weiter oberhalb der Stabilitätsmarke der Europäischen Zentralbank (EZB).

HB WIESBADEN. „Die Jahresrate ist immer noch geprägt von den überdurchschnittlichen Preiserhöhungen ... unter anderm bei Haushaltsenergie und Kraftstoffen“, erklärte das Amt. Von Januar auf Februar stiegen die Verbraucherpreise vor allem wegen teuerer Urlaubsreisen um 0,4 Prozent. Allerdings kosteten auch Schuhe und Kleidung nach Ende des Winterschlussverkaufs mehr.

Damit entwickelte sich die Inflation weitgehend wie erwartet. Grundsätzlich hält nach Ansicht der Fachleute die noch immer flaue heimische Nachfrage den Preisauftrieb in Grenzen. Allerdings zeigte der von teurem Öl- und Rohstoffen verursachte Kostenanstieg für Importe im Januar, dass sich von der Energieseite noch keine Entlastung abzeichnet.

Hauptpreistreiber blieben im Februar das teure Öl und die damit auch steigenden Energiepreise. So mussten viele Haushalte über ein Drittel mehr für Heizöl bezahlen als vor einem Jahr, eine Tankfüllung kostete die Autofahrer bis zu 14 Prozent mehr. Gas war zum Teil weit über 20 Prozent teurer, Strom kostete mancherorts gut sechs Prozent mehr. Ohne Heizöl und Kraftstoffe wäre die Inflation in den fünf Bundesländern, auf deren Basis das Statistikamt die vorläufige Rate berechnete, bis zu 0,7 Prozentpunkten geringer ausgefallen. Billiger als im Vorjahr waren Schuhe und Kleidung.

Mit dem Wechsel auf die Frühjahrskollektion zogen hier die Preise aber an. „Während Schuhe im Preis unverändert blieben, musste für ein neues Outfit zwei Prozent mehr als noch im Januar gezahlt werden“, erklärten beispielsweise die Statistiker aus Sachsen. Zur Karnevalszeit musste für Urlaub mehr ausgegeben werden: Pauschalreisen waren rund neun Prozent teurer, die Miete einer Ferienwohnung kostet knapp 15 Prozent mehr. Der kalte Winter sorgte zudem für einen Preisschub bei Gemüse und anderen Saisonprodukten, so dass Lebensmittel insgesamt etwas teurer als im Januar waren. Während Heizöl, Gas und Strom noch einmal teurer wurden, gingen die Preise an der Zapfsäule leicht zurück.

Der hohe Ölpreis machte sich auch für die deutschen Importeure bemerkbar: Im Januar stiegen die Einfuhrpreise um 0,9 Prozent zum Dezember und lagen damit 6,8 Prozent über dem Stand vom Januar 2005. Dabei kostete der Import von Mineralölprodukten 5,5 Prozent mehr als im Dezember und über 50 Prozent mehr als vor einem Jahr. Noch stärkere Preisanstiege gab es zum Teil bei Rohstoffen wie Kupfer oder Eisen. Dagegen wurden elektronische Bauelemente und Computer deutlich billiger.

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