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14.10.2011

17:15 Uhr

Fed-Banker alarmiert

US-Verbrauchervertrauen auf 30-Jahres-Tief

Wieder ein Nackenschlag für die USA: Das Konsumklima der weltgrößten Volkswirtschaft hat sich im Oktober wegen der Sorge vor sinkenden Einkommen überraschend eingetrübt.

Amerikaner mit US-Fahnen. dpa

Amerikaner mit US-Fahnen.

New YorkDas Barometer von Reuters und der Universität Michigan fiel im Oktober nach vorläufigen Berechnungen vom Freitag auf 57,5 Punkte von 59,4 Zählern im Vormonat. Experten hatten einen Anstieg auf 60,2 Punkte vorhergesagt. Die Erwartungen der Verbraucher fielen auf ein 30-Jahres-Tief.

Die weltgrößte Volkswirtschaft leidet unter der hohen Arbeitslosigkeit und einer hohen Verschuldung der privaten Haushalte. Die Konsumausgaben machen gut zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

Die Lage der US-Wirtschaft nach Einschätzung eines Fed-Vertreters sogra noch verschlechtern. Grund ist der Kauf von Staatsanleihen mit langer Laufzeit, der die Handlungsfähigkeit der US-Notenbank einschränken könnte.

Obamas Plan zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit

Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit in den USA?

Die Arbeitslosenquote in den USA stagniert seit Langem bei neun Prozent. Damit sind etwa 14 Millionen US-Bürger, die arbeiten wollen, ohne Stelle.

Was sind die wichtigsten Maßnahmen, die Obama vorgeschlagen hat?

Obamas Maßnahmenpaket sieht eine Halbierung der Lohnsteuer für Arbeitnehmer vor. Außerdem sollen Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen oder die Löhne ihrer Mitarbeiter erhöhen, entlastet werden. Durch Zuschüsse an klamme Einzelstaaten und Kommunen sollen Entlassungen im öffentlichen Dienst verhindert werden. Schulen und Infrastruktur sollen modernisiert und damit Arbeitsplätze in der Baubranche geschaffen werden.

Wie viel kosten Obamas Vorschläge?

Das Konjunkturpaket zur Belebung des Arbeitsmarktes soll einen Umfang von 447 Milliarden Dollar (318 Milliarden Euro) haben. Die größten Posten des Programms sind neben den Steuerentlastungen mit rund 105 Milliarden Dollar die öffentlichen Konjunkturprogramme, mit fast 50 Milliarden der Erhalt von Sozialhilfeleistungen, mit 35 Milliarden die Zuschüsse an Staaten und Kommunen und mit 25 Milliarden die Modernisierung von 35.000 staatlichen Schulen.

Müssen die USA zur Finanzierung von Obamas Plänen mehr Schulden machen?

Nach den Worten des Präsidenten nicht. Die Finanzierung des Konjunkturprogramms sei sichergestellt und werde nicht zu weiteren Schulden führen, sagte Obama. Das Paket soll mit einer Mischung aus Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen gestemmt werden. Demnach sind Kürzungen in den Gesundheitsprogrammen Medicare und Medicaid geplant. Außerdem will Obama die Steuern für Besserverdienende erhöhen.

Wie reagierten Obamas politische Gegner?

Vertreter der Republikaner äußerten sich nach der Rede ablehnend. John Boehner, der republikanische Präsident des US-Repräsentantenhauses, sagte nach Obamas Rede immerhin, der Vorschlag werde in Erwägung gezogen. Der republikanische Abgeordnete Ron Paul sprach sich rundweg dagegen aus. Das Programm werde lediglich die Staatsschulden der USA erhöhen, aber keine zusätzlichen Arbeitsplätze schaffen, sagte er. Die Abgeordnete Michele Bachmann, die sich um die Nominierung als republikanische Präsidentschaftskandidatin bewirbt, forderte den Kongress auf, das Paket abzulehnen. „Überlassen wir die Wirtschaft dem freien Markt“, forderte die Vertreterin der ultrakonservativen Tea Party. Der republikanische Minderheitsführer im Senat, Mitch McConnell, hatte Obamas Idee zur Schaffung neuer Arbeitsplätze bereits vor der Rede zurückgewiesen.

Die Zentralbank schade mit der Entscheidung der eigenen Glaubwürdigkeit und könne in der Folge Inflation und Arbeitslosigkeit möglicherweise nicht mehr im Zaum halten, sagte der Direktor der Fed von Minneapolis, Narayana Kocherlakota, am Donnerstag.

Die Federal Reserve hat im September zur Unterstützung der lahmenden Konjunktur beschlossen, bis Mitte kommenden Jahres für 400 Milliarden Dollar lang laufende Anleihen zu erwerben. Parallel sollen aus der in der Krise auf gut 2,9 Billionen Dollar aufgeblähten Bilanz der Fed kurz laufende Treasuries mit Laufzeiten unter drei Jahren im selben Umfang verkauft werden.

Ziel dieser sogenannten „Operation Twist“ ist es, die langfristigen Zinsen zu senken. Dadurch werden - so das Kalkül - Kredite tendenziell billiger. Dies soll Wirtschaft und Verbrauchern helfen.

Kocherlakota gehörte laut den Sitzungsprotokollen zu den drei Notenbankern, die gegen diese Maßnahme gestimmt haben

Von

rtr

Kommentare (1)

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no.7

16.10.2011, 01:55 Uhr

Die "Amerikaner" können Jobs verlangen soviel sie wollen- es wird keine vollbeschäftigung und auch keine annähernde Vollbeschäftigung mehr geben. Vielmehr wird die Unterbeschäftigung weiter steigen, im gesamten westen. Ständig die bornierten Versuche, das wachstum durch sponsern der finanzindustrie hochzupushen. Daß man vielleicht einmal darüber nachdächte, die arbeit besser zu verteilen- nein. das natürlich nicht. da müßte man ja dem eigenen, nunmehr untauglichen wachstumsfetisch entsagen. Um jeden Preis muß der Wachstumsfetisch aufrechterhalten werden, auch wenn er alles nur noch schlechter macht, auch dann. Auch wenn jedes Kind sieht, daß die zur vollbeschäftigung nötigen wachstumsraten in den nächsten Jahren nie und nimmer erreicht werden, sondern weit darunter bleiben werden.

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