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31.01.2006

20:40 Uhr

Fed-Entscheid

Greenspan erhöht zum Abschied US-Leitzinsen

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat ihren Leitzins wie erwartet zum 14. Mal in Folge angehoben. Es war die letzte Sitzung, die vom langzeitigen Notenbank-Chef Alan Greenspan geleitet wurde. Mit seinem Abschied wurde auch das Ende des Zinserhöhungszyklus eingeläutet.

Alan Greenspan, scheidender Chef der US-Notenbank. Foto: ap

Alan Greenspan, scheidender Chef der US-Notenbank. Foto: ap

HB WASHINGTON. Die Fed hob den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,5 Prozent und damit den höchsten Stand seit April 2001 an. Es war die letzte Sitzung vom Notenbankchef Alan Greenspan, der nach 18,5 Jahren aus dem Amt scheidet.

Die Notenbank änderte ihre Wortwahl zu ihrer künftigen Politik leicht. In der Erklärung zum aktuellen Zinsbeschluss wurde die Formulierung "maßvolles Tempo" fallengelassen. Stattdessen heißt es nun, dass eine weitere Zinsstraffung eventuell benötigt wird. Zuvor hatte die Fed weitere Zinserhöhungen noch als „wahrscheinlich“ bezeichnet.

Nach Ansicht von Beobachtern signalisiert die US-Notenbank mit dieser geänderten Wortwahl, dass der geldpolitische Straffungszyklus auf sein Ende zugeht. An den Terminmärkten rechnen die Akteure bis zur Jahresmitte vorerst lediglich mit einem weiteren Zinsschritt auf 4,75 Prozent. Seit dem Sommer 2004 hat die Fed die Zinsen nunmehr in 14 Schritten um insgesamt 375 Basispunkte erhöht.

Auf Greenspans Nachfolger Ben Bernanke wartet ein Balance-Akt: Die wieder gestiegenen Ölpreise stellen ein Inflationsrisiko dar, was eine weitere Erhöhung nahe legen würde, um den Preisauftrieb zu stoppen. Andererseits bedrohen höhere Ölpreise aber das Wachstum. Eine Leitzinserhöhung würde Kredite für Investitionen teurer machen und könnte zum weiteren Wachstumsdämpfer werden.

Das amerikanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) war Ende vergangenen Jahres überraschend schwach gewachsen. Nach einer ersten Schätzung legte es nur 1,1 Prozent auf hochgerechneter Jahresrate zu, nach zehn aufeinander folgenden Quartalen mit mehr als drei Prozent Wachstum.

Am Donnerstag tagt auch die Europäische Zentralbank. Ökonomen rechnen bei der Sitzung noch nicht mit einer Zinsanhebung. In der Euro-Zone liegen die Leitzinsen bei 2,25 Prozent.

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