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15.01.2014

22:33 Uhr

Fed-Konjunkturbericht

US-Wirtschaft auf „moderatem“ Wachstumskurs

Das „Beige Book“ spricht von Wachstum: Laut Konjunkturbericht der US-Notenbank Federal Reserve befinden sich die USA im Aufwind. Zwar stieg die Wirtschaftsleistung nur leicht, doch ist der Ausblick überwiegend gut.

Hauptsitz der US-Notenbank: Die Fed spricht von steigender Wirtschaftsleistung. dpa

Hauptsitz der US-Notenbank: Die Fed spricht von steigender Wirtschaftsleistung.

Die US-Wirtschaft ist nach Einschätzung der Notenbank Fed auch zum Jahresende leicht gewachsen. Zwischen Ende November und Ende Dezember habe die Wirtschaftsleistung in den meisten Regionen moderat zugelegt, teilte die Federal Reserve am Mittwoch in ihrem Konjunkturbericht, dem Beige Book, mit. Der Ausblick sei in den meisten Regionen positiv, manche von ihnen erwarteten ein anziehendes Wachstum. Zwei Drittel der Bezirke hätten ein Anstieg der Beschäftigung gemeldet. Die Einschätzung der Notenbanker deckt sich mit den jüngsten Konjunkturdaten.

Die Fed hat den behutsamen Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes eingeleitet und die monatlichen Bondkäufe um zehn auf 75 Milliarden Dollar gekappt. Die nächste Gelegenheit zum Eindämmen der Geldflut ergibt sich Ende des Monats, wenn der Fed-Offenmarktausschuss zu seiner Zinssitzung zusammenkommt. Dabei werden die Notenbanker berücksichtigen, dass im Dezember in den USA mit 74.000 Jobs deutlich weniger neue Stellen geschaffen wurden als erwartet. Die Entwicklung wurde zwar auf die Kältewelle zurückgeführt. Dennoch rätseln Experten, ob sich die Notenbank ihre Konjunkturhilfen weiter drosselt.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Zwei der in diesem Jahr stimmberechtigten Geldpolitiker mahnten allerdings einen rascheren Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm an. Das Volumen soll dem scheidenden Notenbankchef Ben Bernanke zufolge schrittweise gedrosselt werden, so dass es gegen Ende des Jahres auslaufen dürfte - dann unter der Ägide von Bernankes Nachfolgerin Janet Yellen. Die Geldspritzen haben zur Gesundung der US-Wirtschaft beigetragen. Kritiker fürchten aber Vermögenspreisblasen und mittelfristig ein Anheizen der Inflation.

Innerhalb der Fed können sich inzwischen selbst die stärksten Verfechter einer ultralockeren Geldpolitik einen rascheren Ausstieg aus dem Anleihenkaufprogramm vorstellen. Es sei zwar vorerst sinnvoll, dass Programm weiter schrittweise und damit monatlich um je zehn Milliarden Dollar zurückzufahren, sagte Fed-Mitglied Charles Evans am Mittwoch. Es sei aber auch ein aggressiveres Vorgehen denkbar, je näher sich die Notenbanker dem Ende näherten. Dies gelte auch für den Fall, dass die Wirtschaft schneller auf die Beine komme als erwartet. Unter den stimmberechtigten Mitgliedern im Fed-Offenmarktausschuss gilt Evans als einer der entschiedensten Vertreter eine expansiven Geldpolitik zur Stützung der Wirtschaft.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Seismograph

15.01.2014, 21:06 Uhr

Originaltext:
"Der Ausblick sei in den meisten Regionen positiv, manche von ihnen erwarteten ein anziehendes Wachstum."
Das soll heissen:
Obwohl nur MANCHE davon (nicht ein Wachstum) sondern ein ANZIEHEN des Wachstums ERWARTEN (nicht etwa vermelden koennen) sieht man faelschlicherweise den Ausblick in den MEISTEN Regionen positiv! PURES WUNSCHDENKEN also!

Originaltext:
"Zwischen Ende November und Ende Dezember habe die Wirtschaftsleistung in den meisten Regionen moderat zugelegt"
Soll heissen:
Ohne das Weihnachstgeschaeft, was normalerweise einen enormen wirtschaftlichen Effekt hat, haette es kein Wachstum gegeben, wahrscheinlich sogar Geschaeftsrueckgang!

Account gelöscht!

16.01.2014, 17:57 Uhr

Die Fed hat den Ausstieg verpasst.Vor allem hat sie die rechtzeitige Zinsanhebung verpasst.Man braucht sich nur in der Historie vergleichbare Fälle ansehen.Jetzt hat sie kaum noch MIttel,kommende Schwächephasen der Börsen zu bekämpfen.Kam sie in 2000 noch von 5,75%,waren es 2007 schon nur noch 4,75% und jetzt wieder am Dow ATH nur 0,25%.Sie hätte spätestens bei 10 000 Punkten im Dow die Zinsen sukzessive erhöhen müssen.Jetzt ist es zu spät.Der Boom geht zu Ende und die Zinsen sind immer noch unten.Einzigartig in der Geschichte der Börse.
PS.:Die anderen Notenbanken sind keinen Deut besser.

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