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16.10.2013

20:50 Uhr

Fed-Konjunkturbericht

US-Wirtschaft moderat gewachsen

Die Federal Reserve hat ihren jüngsten Konjunkturbericht veröffentlicht: Danach ist die Wirtschaft der USA in einem moderaten Tempo gewachsen. Der Haushaltsstreit habe für Verunsicherung gesorgt.

Janet Yellen, designierte Fed-Chefin, wird wohl auch in Zukunft billiges Geld in die US-Wirtschaft pumpen. ap

Janet Yellen, designierte Fed-Chefin, wird wohl auch in Zukunft billiges Geld in die US-Wirtschaft pumpen.

WashingtonDie US-Wirtschaft ist weiter in einem moderaten Tempo gewachsen. Das geht aus dem jüngsten Konjunkturbericht für September und Anfang Oktober der US-Notenbank hervor. Zudem hieß es, der US-Haushaltsstreit habe für einige Verunsicherung gesorgt.

Das Beige Book der Fed ist eine der wenigen offiziellen Indikatoren zur US-Konjunktur, die seit Anfang des Monats zu erhalten sind. Wegen des Haushaltsstreits in den USA sind die meisten Bundesbehörden geschlossen. Das hat zur Folge, dass etwa der wichtige Arbeitsmarktbericht der Regierung seit Wochen nicht publiziert wird. Dieser ist jedoch zentral für die Fed, da sie sich entsprechend ihres Mandats nicht nur um stabile Preise kümmern, sondern mit ihren geldpolitischen Mitteln auch für Vollbeschäftigung sorgen soll.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Mit der Nominierung von Janet Yellen zur Nachfolgerin von Ben Bernanke an der Fed-Spitze deutet sich nun aber ohnehin an, dass die Zentralbank wohl noch für längere Zeit massenhaft Geld zur Stützung der Konjunktur in die Wirtschaft pumpen wird. Die Fed war Mitte September überraschend doch nicht auf die Bremse getreten und hatte dies mit den Konjunkturrisiken infolge des sich zuspitzenden Haushaltsstreits zwischen den Demokraten von Präsident Barack Obama und den Republikanern begründet. Am Mittwochabend deutete sich ein Kompromiss in dem Streit an, womit der weltgrößten Volkswirtschaft wohl doch nicht das Geld ausgehen dürfte.

Von

rtr

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