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25.11.2014

11:05 Uhr

Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank

Niedrigzins ist gefährlicher als hohe Immobilienpreise

Die Wohnungspreise steigen zwar seit Jahren stark an, doch eine Immobilienblase droht nach wie vor nicht – so der Tenor im neuen Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank. Mehr Gefahr brächte die Politik der EZB.

In vielen Städten suchen die Leute schon mit Aushängen nach Wohnungen – doch für die Finanzstabilität sind die steigenden Immobilienpreise bisher kein großes Problem. dpa

In vielen Städten suchen die Leute schon mit Aushängen nach Wohnungen – doch für die Finanzstabilität sind die steigenden Immobilienpreise bisher kein großes Problem.

FrankfurtDie Bundesbank kann ungeachtet der Preissteigerungen bei Häusern und Eigentumswohnungen in den Ballungsräumen weiter keine Immobilienpreisblase in Deutschland erkennen. „Bislang bergen steigende Preise für Wohnimmobilien in Deutschland keine übermäßigen Risiken für die Finanzstabilität“, sagte die neue Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch am Dienstag anlässlich der Veröffentlichung des jährlichen Finanzstabilitätsberichts der deutschen Notenbank in Frankfurt.

Aktuell sei keine destabilisierende Wechselwirkung zwischen der Kreditvergabe der Banken und der Entwicklung der Häuser- und Wohnungspreise zu erkennen. Dennoch bleibe das Bankensystem in Deutschland anfällig für Krisen am Immobilienmarkt. Umfragen deuteten etwa bereits auf steigende Ausfallraten bei Hypotheken hin. „Wir beobachten den Immobilienmarkt sehr genau. Sobald wir Gefahren für das Finanzsystem erkenn, werden wir handeln.“

Größtes Risiko für das deutsche Finanzsystem sind laut Buch die gegenwärtig rekordniedrigen Zinsen. „Je länger die Phase niedriger Zinsen anhält, umso größer ist die Gefahr, dass es zu Übertreibungen in bestimmten Marktsegmenten kommt.“ Indizien dafür gebe es bislang auf den Märkten für Unternehmensanleihen und syndizierte Kredite. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt seit September bei 0,05 Prozent und ist damit so niedrig wie noch nie.

Darunter leiden vor allem die Versicherungsunternehmen, die ihren Kunden in der Vergangenheit höhere Renditen versprochen haben. Auch die Banken sind betroffen. Um für künftige Krisen besser gewappnet zu sein, müssten diese ihre Ertragslage verbessern, forderte der für die Bankenaufsicht zuständige Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret. „Langfristig müssen die deutschen Banken mehr verdienen, um im Wettbewerb bestehen zu könne.“ Deshalb müssten viele Institute ihre Geschäftsmodelle prüfen und ihre Kosten senken.

In einer aktuellen Kurzstudie untersucht Handelsblatt Online und die Unternehmensberatung Mutaree, wie gut die Bankenbranche auf die kommenden Trends und Herausforderungen der nächsten Jahren vorbereitet ist. Außerdem untersuchen wir den Einfluss des anhaltend niedrigen Zinsniveaus auf die Branche. Die Beantwortung dauert rund 15 Minuten, alle Teilnehmer erhalten als Dankeschön die Ergebnisse der Umfrage kostenfrei. Machen Sie mit!

Kommentare (2)

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25.11.2014, 12:33 Uhr

Die Bundestagsparteien sind die größte Gefahr für uns als Gesellschaft.
Es sind nicht nur die Niedrigzinsen die diese Parteien mit ihrer EURO-Schuldenländer-Rettung (ESM) zu verantworten haben, sondern auch die hohen Stromkosten per Energiewende/EEG und der grünsozialistischen Ideologie von Energieeinsparmaßnahmen in einer Welt in der wir keine Stromvernkappung mehr haben werden und dies bis zur menschlichen Ewigkeit. Die Energiewende/EEG wird weiterhin gut bezahlte Industriearbeitsplätze ins Ausland verlieren und der Mittelstand wird für die hohen Strompreise einer grünsozialistischen Energiewende per EEG Diktat die Zeche zu zahlen haben.

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25.11.2014, 16:30 Uhr

Stimmt, hier werden gewisse Fehlentwicklungen immer ohne Zusammenhang zu politischen Entscheidungen dargestellt.
Fakt ist, dass die Zustimmung zu diesem EUR-Raum und die fortwährende Krise dieses Währungsraumes zu den nun sichtbaren Fehlentwicklungen geführt hat. Wenn Immobilienpreise und Mieten in den Ballungsräumen enorm steigen, dann ist das Folge der halbherzigen EUR-Krisenpolitik, die an den Symptomen doktert, aber strukturell, also am EUR-Raum, nichts ändern will. Ebenso die Rentenentwertung, alles gewollt von der EZB, um die Banken in Südeuropa und ihre zT extrem gut verdienenden Führungskräfte zu retten.

Wer das nicht für gut hält, sollte CDUSPGGrüne endlich den Rücken zuwenden und die AFD unterstützen.

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