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19.07.2012

14:04 Uhr

Firmeninsolvenzen

Pleitewelle bedroht 300.000 Arbeitsplätze

Die Zahl der Unternehmenspleiten in Deutschland ist in diesem Jahr stark angestiegen, meldet ein privates Wirtschaftsforschungsunternehmen. Das trifft vor allem die Angestellten. 300.000 Stellen könnten wegfallen.

Rund 32.000 Unternehmen müssen 2012 Insolvenz anmelden und schließen, vermutet die Wirtschaftsforschung von Creditreform. dpa

Rund 32.000 Unternehmen müssen 2012 Insolvenz anmelden und schließen, vermutet die Wirtschaftsforschung von Creditreform.

NeussDie steigende Pleitewelle in der deutschen Wirtschaft gefährdet nach Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform in diesem Jahr mehr als 300.000 Arbeitsplätze. Das wäre ein Anstieg um mehr als 64.000 bedrohte Stellen oder mehr als 27 Prozent gegenüber 2011. „Von Insolvenzen sind 2012 mehr Mitarbeiter betroffen als in den beiden Vorjahren“, sagte Michael Bretz, der Leiter Wirtschaftsforschung bei Creditreform, der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. Hauptgrund für den deutlichen Anstieg seien die Pleiten von größeren Unternehmen wie Schlecker und Neckermann.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen könnte 2012 voraussichtlich um bis zu 2000 Fälle beziehungsweise 7 Prozent auf 32.000 Fälle stiegen. Diese Prognose von Creditreform habe Bestand, sagte Bretz. Der Anstieg würde zwar eine Trendwende bedeuten, aber keinen Rekord.

2003 hatten die Firmenpleiten in Deutschland mit fast 40.000 Fällen ihren Höhepunkt. Die Gesamtzahl der Mitarbeiter in Deutschland, die von Firmenpleiten betroffen sind, lag zuletzt im Jahr 2009 höher. Damals standen 520.000 Stellen durch Insolvenzen auf der Kippe.

Der Anstieg der Firmenpleiten in Deutschland um 0,7 Prozent im ersten Halbjahr 2012 gehe vor allem auf den Handel zurück. In dieser Branche hätten die Insolvenzen um fast acht Prozent zugenommen. „Das waren sowohl große als auch kleine Unternehmen. Der Großhandel ist etwas stärker betroffen als der Einzelhandel, in dem es häufig zu stillen Geschäftsaufgaben kommt“, schilderte Bretz. In der Industrie und im Baubereich seien die Pleiten im ersten Halbjahr rückläufig gewesen. Im Dienstleistungsbereich seien sie leicht gestiegen.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Micha

19.07.2012, 15:30 Uhr

Immer höhere Sozialabgaben!
Immer mehr Verwaltungsaufgaben!
Immer mehr Vorschriften!
Immer mehr Reglementierung durch den Staat!
Immer mehr Arbeitnehmerschutz!
DAS sind die wahren Gründe für immer mehr Unternehmenspleiten.
Erwirtschaftet ein Unternehmer dann dennoch einen Gewinn, kommen sofort alle und wollen mehr, mehr, mehr,... davon abhaben.
Es macht keinen Spass in Deutschland Unternehmer zu sein! Es wundert mich nicht, daß viele Großunternehmen immer mehr ins Ausland verlagern, bzw. Neuinvestitionen nicht mehr in Deutschland vornehmen. Ausnahmen sind natürlich die EU-subventionierten Unternehmen (NOKIA!), welche nach Subventionsvereinnahmung und Ablauf einer Schamfrist dann wieder "auslagern".

Plisken

19.07.2012, 15:38 Uhr

Ja gut das wir den Arbeitnehmerschutz haben sonst würdet ihr uns noch mehr ausbeuten passiert ja schon bei der Zeitarbeit die hätten sie niemals zu lassen sollen damit Leute wie ihr keine Arbeitplätze mehr schaffen braucht sondern immer neue Leute für eine kurze Zeit holt und dann die nächsten,so kann der Arbeitnehmer niemals Sicherheit schaffen weder für sich noch für einen Familie.Hauptsache ihr könnt euch die Taschen voll machen.

Account gelöscht!

19.07.2012, 15:58 Uhr

Während in allen EU-Ländern die Löhne in den letzten Jahren gestiegen sind, ist das Lohnniveau einzig in Deutschland gesunken.

Was passiert wenn über Jahre das Lohnniveau sinkt? Die Binnennachfrage stagniert, Geschäfte gehen pleite und die Binnennachfrage statiert weiter - ein Teufelskreis.

Die Milliarden-Geschenke an die Banken fehlt Kapital im Binnenmarkt - für Unternehmen, für Konsumenten. Trotzdem werden weitere Milliarden in die Schuldenunion gepumpt - wieder sind nur die Banken die Nutznießer.
Sparmassnahmen werden folgen und diese werden die Binnennachfrage weiter senken.

I"Deutschland geht es gut!" - Wenn der Bevölkerung das Geld zum Ausgeben fehlt, steigern auch solche Lügen die Nachfrage nicht.



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