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27.08.2014

12:21 Uhr

Folge der Ukraine-Krise

Russische Investoren meiden Deutschland

Russlands Gegenmaßnahmen zu den Sanktionan aus den USA und EU wären gar nicht nötig gewesen: Russische Investitionen in Deutschland haben sich seit Beginn der Ukrainekrise dramatisch verringert

Für ein Jahr sind Importe aus westlichen Staaten verboten – zuvor war der russische Bedarf an Lebensmitteln gut zur Hälfte aus Einfuhren gedeckt worden. dpa

Für ein Jahr sind Importe aus westlichen Staaten verboten – zuvor war der russische Bedarf an Lebensmitteln gut zur Hälfte aus Einfuhren gedeckt worden.

BerlinAngesichts der politischen Turbulenzen machen russische Investoren einen großen Bogen um Deutschland. Im ersten Halbjahr registrierten weder die Wirtschaftsfördergesellschaften der 16 Bundesländer noch die für das Standortmarketing der Bundesrepublik zuständige Germany Trade & Invest (GTAI) eine Neuansiedlung russischer Unternehmen. „Das hat sicherlich mit der Ukraine-Krise zu tun“, sagte GTAI-Experte Robert Hermann am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Im Gesamtjahr 2013 hatten russische Investoren noch elf neue Projekte angeschoben - von der Produktion über den Vertrieb bis hin zu Forschung und Entwicklung. 2012 waren es sogar 13 Initiativen. Der Bestand russischer Direktinvestitionen in Deutschland wird auf über drei Milliarden Euro beziffert und ist damit mehr als doppelt so groß wie der von China.

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Die GTAI hält trotz der aktuellen Flaute eine Verbesserung der Lage für möglich. „Deutschland spielt traditionell eine große Rolle für russische Unternehmen und bleibt einer der attraktivsten Standorte in Europa", sagte Hermann. "Ein langfristiger Trend lässt sich zudem nicht aus der Betrachtung eines Halbjahres herauslesen.“

Deutschland hat zusammen mit der EU und den USA Sanktionen gegen Russland wegen des Vorgehens auf der Krim und in der Ostukraine verhängt. Diese wurden im Juli nochmals verschärft, was Sorgen vor einem Handelskrieg schürt. Russland kämpft zudem gegen den wirtschaftlichen Abschwung, der schon 2013 und damit vor der Ukraine-Krise einsetzte. Die deutschen Exporte dorthin brachen deshalb im ersten Halbjahr um 15,5 Prozent auf knapp 15,3 Milliarden Euro ein.

Bei anderen Ländern steht Deutschland als Investitionsstandort nach dem Rekordjahr 2013 weiter hoch im Kurs. "Im ersten Halbjahr registrierten allein wir 56 Neuansiedlungen ausländischer Unternehmen", so GTAI-Experte Hermann. "Auch in vielen Bundesländern wie Bayern, Baden-Württemberg und Berlin ist das Interesse noch größer als im vergangenen Jahr." 2013 siedelten sich insgesamt 992 ausländische Firmen neu an, so viele wie noch nie. Sie kamen vor allem aus den USA und China. Der Standort Deutschland punktet dabei vor allem mit sozialem Frieden, Rechtssicherheit und guter Infrastruktur.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Hans Karpf

27.08.2014, 12:58 Uhr

Russische Investoren investieren wohl nirgendwo derzeit, wegen der Ungewissheit und den Wirtschaftlichen Problemen. Ansonsten investiert auch keiner mehr Nennenswert im Standort DE.

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