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15.09.2012

13:45 Uhr

Folgen der Euro-Rettung

Deutsche-Bank-Spitze sieht die Inflation kommen

Anshu Jain und Jürgen Fitschen malen einen (bekannten) Teufel an die Wand: Nach ihrer Überzeugung führt die Euro-Rettung geradewegs in die Inflation. Schlimm sei das nicht, denn der Schritt werde sich langfristig lohnen.

Jürgen Fitschen und Anshu Jain (re.) erwarten eine steigende Inflation in Europa. Reuters

Jürgen Fitschen und Anshu Jain (re.) erwarten eine steigende Inflation in Europa.

Frankfurt/BerlinDie immensen Kosten der Euro-Rettung werden Europa nach Überzeugung der neue Führungsspitze der Deutschen in eine Inflation führen. „Das ist ein Preis, den wir für Europa werden zahlen müssen“, sagte Co-Chef Anshu Jain der „Welt am Sonntag“. Langfristig werde sich dies aber lohnen. Co-Chef Jürgen Fitschen sagte in dem Interview mit der Doppelspitze der Bank: „Es ist essenziell, dass der Euro gerettet wird.“

Zudem stellte er sich ausdrücklich hinter die angekündigten Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) und damit gegen die Vorbehalte der Deutschen Bundesbank. „Es ist gut, dass die Europäische Zentralbank handelt“, sagte Fitschen.

Grundsätzlich zeigte sich Fitschen zuversichtlich, dass die europäischen Krisenländer ihre Schuldenprobleme in den Griff bekommen. „Wir sollten mit unseren europäischen Nachbarn mehr Geduld haben, die Fortschritte sind jetzt schon größer, als sie in der Öffentlichkeit dargestellt werden“, sagte er. Es handele sich um sehr ernsthafte Reformbemühungen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will Euro-Krisenländern mit dem unbegrenzten Kauf von Staatsanleihen unter die Arme greifen, unter strengen Voraussetzungen. Mit dem Programm könnte die Zinslast für angeschlagene Euro-Schwergewichte wie Spanien und Italien gedrückt werden. Faktisch würden die Anleihenkäufe durch die Notenpresse finanziert. Kritiker befürchten dadurch eine übermäßige Geldversorgung, die längerfristig die Inflation anheizen könnte.

Bereits im August kletterte die Jahresteuerung nach endgültigen Daten der Statistikbehörde Eurostat bei 2,6 Prozent. Im Juli waren es noch 2,4 Prozent. Grund dafür sind vor allem der hohe Ölpreis. Energie kostete 8,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, Lebensmittel verteuerten sich um 2,6 Prozent. Auch Alkohol und Tabak (plus 4,5 Prozent) sowie Verkehrskosten (plus 4,8 Prozent) sorgten für Preisauftrieb. Die Teuerungsrate ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel lag bei lediglich 1,5 Prozent.

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Das teure Öl trieb auch in Deutschland die Teuerung nach oben, wo die Preise im europäischen Vergleich (HVPI) um 2,2 Prozent stiegen. Die Inflationsrate in den 17 Staaten des Euroraums ist damit höher als der EZB lieb sein dürfte. Die Europäische Zentralbank sieht Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. EZB-Chef Mario Draghi erwartet jedoch, dass sich die Teuerungsrate in der wachstumsschwachen Eurozone im Laufe des nächsten Jahres wieder unter dieser Schwelle einpegeln wird.

Kommentare (17)

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Rechner

15.09.2012, 14:09 Uhr

O-Ton "Deutsche Bank"
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Die immensen Kosten der Euro-Rettung werden Europa nach Überzeugung der neue Führungsspitze der Deutschen in eine Inflation führen.
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Das könnte den beiden [...] so passen.

Mit dieser Angstmache versuchen sie doch nur die Angstbürger in dubiose Anlagen in Nicht-Euroraum zu locken um an der Lemmingflucht zu verdienen.

Irgendjemand muß schließlich ihren Zertifikatemüll kaufen.

Subprime 2.0, ick hör dir trapsen.

Michael

15.09.2012, 14:41 Uhr

Ja, jene Aussage der DeuBa klingt stark nach Bullshit-Bingo:
Man erwähnt einfach gewisse Schlagworte, ohne die eigene Aussage zu begründen.

Inflation entsteht letztendlich über (zu stark) steigende Löhne. Eine auf Rohstoffknappheit basierende Teuerung wirkt hingegen rezessiv, da sie ansonsten für andere Produkte verfügbare Kaufkraft mindert.

RDA

15.09.2012, 14:46 Uhr

Na, dann kann die Deutsche Bank ja ihren Privatanlegern ein inflationsgesichertes Sparbuch bieten, das eine Verzinsung anbietet, die aus dem HVPI + 3 %-Punkten besteht.

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