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01.02.2008

12:02 Uhr

Folgen der US-Finanzkrise

Preise sinken, Käufer streiken

VonMatthias Eberle

Die US-Finanzkrise ist auch an den ganz Großen nicht spurlos vorübergezogen. Das Macy's, nach eigenen Angaben größtes Kaufhaus der Welt, ist normalerweise nicht für Schnäppchen bekannt. Dieser Tage ist das anders: Mit extremen Preisnachlässem versucht das Warenhaus Kunden zu locken und so das Geschäft wieder in Schwung zu bringen.

NEW YORK. Die Adresse Herald Square am Schnittpunkt des New Yorker Broadway ist kein Platz für Billigeinkäufe – normalerweise. Macy’s betreibt dort seit mehr als 100 Jahren das nach eigenen Angaben größte Kaufhaus der Welt – auf neun Stockwerken mit knapp 200 000 Quadratmeter Fläche. Wer das Warenhaus dieser Tage besucht, dem fällt auf: je höher das Stockwerk, desto niedriger die Preise.

Mit einem Discount bis zu 75 Prozent liegen Frauenschuhe an der Spitze der Rabatt-Rangliste, gefolgt von Kaschmirpullovern (60 Prozent) und Schmuck, der bisweilen zur Hälfte des Etikettpreises über die Ladentische geht. Trotz all der Lockvögel sieht es an diesem Nachmittag überschaubar aus bei Macy’s: Auf den Etagen fünf und sechs tummeln sich fast so viele Verkäufer wie Kunden.

Das traditionsreiche New Yorker Warenhaus, gegründet 1858 vom einstigen Walfänger Rowland H. Macy, steht beispielhaft für die heraufziehende Krise des US-Handels. Nach dem schlechtesten Weihnachtsgeschäft seit Jahren und zahlreichen Gewinnwarnungen versuchen Einzelhändler, das Geschäft über „verzweifelte Preissenkungen“ in Schwung zu bringen – bislang allerdings ohne Erfolg. „Der Konsument ist fertig mit Shoppen“, sagt Robert Passikoff von der Unternehmensberatung Brand Keys in New York.

Die Chance, das wichtige Weihnachtsgeschäft in der Nachsaison noch retten zu können, hält er für „Wunschdenken“. Passikoff steht mit seiner Skepsis nicht allein. Mit Howard Davidowitz hat einer der erfahrensten US-Handelsexperten eine „schwere“ US-Rezession an die Wand gemalt, die vom Verbraucher eingeleitet werde und zwei Jahre dauern könne. Der Chef der Beratungsfirma Davidowitz Associates verweist auf die rekordhohen Privatschulden der Amerikaner und auf steigende Konsumentenkreditausfälle, etwa in den Bereichen Kreditkarten und Autoleasing.

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