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03.03.2011

16:01 Uhr

Forscher warnen

Arbeitsmarkt droht Spaltung

Die Machtverhältnisse auf dem deutschen Arbeitsmarkt verändern sich massiv, die Position der Arbeitnehmer verbessert sich stetig. Forscher warnen aber vor einer Spaltung und mehr instabilen Beschäftigungsverhältnissen.

Forscher warnen vor einer Spaltung des Arbeitsmarktes. Quelle: dpa

Forscher warnen vor einer Spaltung des Arbeitsmarktes.

BerlinSinkende Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel verändern die Machtverhältnisse auf dem deutschen Arbeitsmarkt. „Das wird generell die Position der Arbeitnehmer verbessern“, sagte der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim Möller, am Donnerstag in Berlin. Zugleich warnte er vor einer Spaltung des Arbeitsmarktes.

„Wir müssen Qualifizierung ganz ganz groß schreiben“, forderte der Chef des bei Bundesagentur für Arbeit (BA) angesiedelten Instituts. Andernfalls werde es einen nicht zu befriedigenden Fachkräftebedarf und gleichzeitig eine Ausweitung instabiler Beschäftigungsverhältnisse geben.  

„Es wächst die Zahl derer, die nur befristete Stellen oder Tätigkeiten in der Leiharbeit finden“, stellte Möller fest. Fast jede zweite Neueinstellung sei befristet, gegenüber jeder Dritten vor zehn Jahren. Gemeinsam mit IAB-Vizedirektor Ulrich Walwei legte er eine Bilanz vor, nach der das  Normalarbeitsverhältnis kein Auslaufmodell, aber auf dem Rückzug ist. Dies seien sozialabgabenpflichtige, ungeförderte Vollzeitjobs außerhalb der Zeitarbeit. Ihr Anteil an der Erwerbstätigkeit habe vor 15 Jahren zwei Drittel betragen, heute seien es noch 60 Prozent.

„Dies darf man nicht einfach mit einer Prekarisierung der Arbeitswelt gleichsetzen“, sagte Walwei. So sei Teilzeitarbeit häufig gewollt. Als „prekäre“ Jobs kritisieren Gewerkschaften vor allem Leiharbeit, Mini-Jobs und befristete Stellen, aber auch Teilzeitarbeit. Die Entwicklung der Erwerbsformen könne zudem durch die Politik gesteuert werden. Ob Familien stärker erwerbstätig seien, hänge auch von der Kinderbetreuung ab. Auch die Höhe der Sozialabgaben sowie Vergünstigungen für Mini-Jobs hätten demnach eher negativen Einfluss.     

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