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04.03.2016

15:42 Uhr

Franken-Euro-Bindung

Schweizer Notenbank fährt 2015 Rekordverlust ein

Bei 23,3 Milliarden Franken – so hoch wie nie zuvor – liegt der Verlust der SNB für 2015. Vor allem die Aufgabe des Euro-Mindestkurses schlägt zu Buche. Aktionäre dürfen sich dennoch über eine Dividende freuen.

Die Teuerung des Franken kostete die SNB im vergangenen Jahr Milliarden. Reuters

Teure Wechselkurseffekte

Die Teuerung des Franken kostete die SNB im vergangenen Jahr Milliarden.

ZürichDie Aufgabe des Euro-Mindestkurses hat der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 23,3 Milliarden Franken (21,5 Milliarden Euro) eingebrockt. Maßgeblich für dafür sind in erster Linie die massiven Währungsverluste auf den riesigen Devisenbestand der Notenbank. Aber auch die Goldreserven der SNB verloren 2015 deutlich an Wert. Dem standen Zins- und Kursgewinne bei Anleihe- und Aktienanlagen gegenüber.

Die Ergebnisentwicklung der Notenbank hängt vor allem von ihrem milliardenschweren Fremdwährungsportfolio ab. Als die SNB Anfang 2015 ihre zum Schutz der exportabhängigen Schweizer Industrie eingeführte Euro-Kursuntergrenze von 1,20 Franken aufgab, gewann der Franken im Vergleich zu anderen Währungen sprunghaft an Wert. Das brachte der Notenbank massive Verluste auf ihre vor allem in Euro und Dollar gehaltenen Reserven ein. Die Währungshüter hatten den Mindestkurs mehr als drei Jahre lang durchgesetzt, auch mit Hilfe von massiven Euro-Stützungskäufen. Aktuell werden für die Gemeinschaftswährung 1,09 Franken bezahlt.

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Trotz des Riesenverlusts will die SNB an ihre gut 2000 Aktionäre 1,5 Millionen Franken Dividende zahlen und zusätzlich eine Milliarde Franken an Bund und Kantone ausschütten. Möglich ist das, weil die Notenbank nach einem Milliardengewinn im Jahr 2014 ihre sogenannte Ausschüttungsreserve kräftig erhöht hatte.

Von

rtr

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