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06.04.2011

13:15 Uhr

Frühjahrsgutachten

Japan-Krise perlt an deutscher Wirtschaft ab

VonAxel Schrinner

Die Industrie bleibt der Garant des deutschen Aufschwungs: Selbst eine schwere Rezession in Japan könnte die Wirtschaft hierzulande nicht aus der Spur bringen, meinen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute,

Verlade-Arbeiten am Container-Terminal Hamburg-Altenwerder. Quelle: ZBSP

Verlade-Arbeiten am Container-Terminal Hamburg-Altenwerder.

DüsseldorfFür dieses Jahr geht das Frühjahrsgutachten, das morgen veröffentlicht wird, von 2,8 Prozent Wachstum aus. Im Herbst hatten die Institute noch zwei Prozent Wachstum vorausgesagt. 2012 soll die Wirtschaftsleistung dann um zwei Prozent wachsen. Dies erfuhr das Handelsblatt aus mit den Daten vertrauten Kreisen.

Angesichts der guten Konjunktur wird das Staatsdefizit deutlich sinken. Nach 3,3 Prozent in 2010 wird der Staat dieses Jahr nur noch 1,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes Defizit erwirtschaften. 2012 sinkt die Defizitquote laut Frühjahrsgutachten dann auf 0,9 Prozent.

Die Zahlen der Forschungsinstitute signalisieren, dass die Katastrophen in Japan bislang kaum Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur haben. Es dürfte wohl nur vereinzelt zu Engpässen bei den Lieferketten kommen, sagte ein Person im Umkreis der Experten. Größere Produktionsausfälle in deutschen Firmen seien wohl nicht zu erwarten.

Auch der Wirtschaftsweise Peter Bofinger sieht noch keine größeren erkennbare Folgen der Ereignisse in Japan auf die Wirtschaftsentwicklung in Europa und damit auch Deutschland. Die größte Gefahr gehe von den steigenden Ölpreisen aus, für die die politischen Turbulenzen in einigen Ländern Nordafrikas und im Nahen Osten mitverantwortlich seien, sagte Bofinger im Deutschlandfunk. Allerdings warnte er, die Konjunkturaussichten in Deutschland seien zwar positiv, doch die Risiken hätten eben zugenommen.

Die Bundesbank rechnet auch im Falle einer schweren Rezession in Japan nach dem verheerenden Erdbeben und der Atomkatastrophe nicht mit größeren Beeinträchtigungen in Europa.

Selbst wenn die Wirtschaftsleistung in Japan um drei bis vier Prozent einbreche, werde im Euro-Raum das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,2 Prozent sinken, sagte Bundesbank-Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler am Dienstagabend in München. Dabei berief er sich auf eine Modellrechnung der Bundesbank.

Kommentare (5)

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Peter

06.04.2011, 11:46 Uhr

Mit dem "Wachstum" kann es ganz schnell wieder vorbei sein.
Dank globaler Vernetzung ,den Bankstern und unseren korrupten VolksverTRETERN !
Der nächste Absturz ist schon in Sicht....aber so richtig, nicht nur das Vorgeplänkel 2008.
Aber die Menschen schlafen und sehen die Gefahr nicht - wie schon so oft in der Geschichte.
Die Geschichte lehrt die Menschen -
daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt.....

Account gelöscht!

06.04.2011, 13:19 Uhr

Die extrem robuste Wirtschaftsentwicklung zeigt, dass das Kapital aus den Krisenländern Südeuropas weiterhin nach Deutschland zurückfließt. Dies kann uns freuen, doch zeigt es auch, vor welch immensen Aufbau- und Umstrukturierungsproblemen der Süden steht. Deutschlands rekordverdächtige Wettbewerbsfähigkeit wird diesen Anpassungsprozess der Krisenländer weiter erschweren. Seit die Abwertungsmöglichkeiten der nationalen Währungen weggefallen sind, stehen die Südländer im direkten Wettbewerb zu den starken nordischen Volkswirtschaften. Und sie werden daran zerbrechen...

Dirk

06.04.2011, 13:51 Uhr

So ist es Peter und so wird es bis zum UNTERGANG der Menschheit bleiben.
Aber man kann sagen: Es wird ein Glück für die Natur sein, denn sie wird aufatmen können!

Dirk

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