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05.12.2014

09:16 Uhr

Fünfmal mehr als gedacht

Deutsche Wirtschaft bekommt überraschend viele Aufträge

Ökonomen rechneten nur mit einem Plus von 0,5 Prozent beim Auftragseingang in der Deutschen Industrie. Diese hat allerdings mit dem fünffachen Volumen überrascht. Das Wirtschaftsministerium bleibt trotzdem skeptisch.

Der Schriftzug „Made in Germany“ auf einem Satellitenempfänger. Die Aufträge aus dem Inland haben deutlich angezogen. dpa

Der Schriftzug „Made in Germany“ auf einem Satellitenempfänger. Die Aufträge aus dem Inland haben deutlich angezogen.

BerlinDie deutsche Industrie hat im Oktober überraschend viele Aufträge an Land gezogen. Die Bestellungen stiegen um 2,5 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich ein Plus von 0,5 Prozent erwartet. Im September hatten die Bestellungen um revidiert 1,1 (bisher: 0,8) Prozent zugelegt.

Das Ministerium sieht aber auch nach dem zweiten Anstieg in Folge noch keinen kräftigen Aufschwung. „Insgesamt zeichnet sich in den Daten noch keine klare Trendwende ab“, hieß es. „Der Start in das Jahresschlussquartal fiel allerdings sehr positiv aus.“ Damit mehrten sich die positiven Signale, nachdem zuletzt etwa der Ifo-Konjunkturindex gestiegen war. „Auch wenn weiterhin konjunkturelle Risiken bestehen, spricht dies dafür, dass die deutsche Wirtschaft damit beginnt, ihre Schwächephase allmählich zu überwinden“, so das Ministerium.

Das sind die wichtigsten Handelspartner Deutschlands

Platz 10 – Russland

Export von Waren im Wert von: 35,8 Milliarden Euro

Platz 9 – Belgien

Export von Waren im Wert von: 42,44 Milliarden Euro

Platz 8 – Polen

Export von Waren im Wert von: 42,47 Milliarden Euro

Platz 7 – Italien

Export von Waren im Wert von: 53,25 Milliarden Euro

Platz 6 – Österreich

Export von Waren im Wert von: 56,28 Milliarden Euro

Platz 5 – China

Export von Waren im Wert von: 66,91 Milliarden Euro

Platz 4 – Niederlande

Export von Waren im Wert von: 70,97 Milliarden Euro

Platz 3 – Großbritannien

Export von Waren im Wert von: 75,49 Milliarden Euro

Platz 2 – USA

Export von Waren im Wert von: 89,35Milliarden Euro

Platz 1 – Frankreich

Export von Waren im Wert von: 99,98 Milliarden Euro

alle Angaben für 2013, Quelle: Statista

Die Bestellungen aus dem Ausland legten im Oktober lediglich um 0,6 Prozent zu. Neben der Flaute in der Euro-Zone verhindern auch geopolitische Krisen wie der Ukraine-Russland-Konflikt ein besseres Ergebnis. Die Inlandsaufträge kletterten dagegen um 5,3 Prozent. „Der Anteil der Großaufträge war unterdurchschnittlich“, erklärte das Ministerium.

Besonders deutlich erhöhte sich die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen. Hier gab es ein Plus von 3,0 Prozent. Die Bestellungen von Konsumgütern nahmen dagegen um 0,1 Prozent ab, während die für Vorleistungsgüter wie Chemikalien um 2,5 Prozent wuchsen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Johnathan Drake

05.12.2014, 11:03 Uhr

Das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete heute die Daten zum Auftragseingang der deutschen Industrie für den Monat Oktober 2014. Der saisonbereinigte und reale Auftragseingang der deutschen Industrie stieg im Oktober um +2,5% zum Vormonat. Die saisonbereinigten Inlandsaufträge stiegen um +5,3% zum Vormonat und die Auslandsaufträge stiegen saisonbereinigt um +0,6% zum Vormonat. Bei den Auslandsaufträgen aus der Eurozone ging es um +0,3% zum Vormonat aufwärts, während die aus der Nicht-Eurozone um +0,8% zum Vormonat stiegen. Im Nachhinein stellt es sich als genau richtig heraus, den starken Einbruch aus August ganz unaufgeregt, vor allem saisonalen Sondereffekten zu zuschreiben, wie es hier Querschuesse tat. Weiter schafft der Auftragseingang zwar kein neues Allzeithoch und verläuft per Saldo eher seitwärts und der Anstieg im Oktober 2014 ist vor allem Großaufträgen im Sonstigen Fahrzeugbau geschuldet.

QUERSCHÜSSE von heute.

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