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24.05.2011

14:07 Uhr

Gefahr der Überhitzung

Der unheimliche Deutschland-Boom

ExklusivDeutschland wächst ungebremst in XXL; Produkte "Made in Germany" sind weltweit beliebt, die Unternehmen investieren und befeuern die Konjunktur. Trotzdem bekommen es Ökonomen mit der Angst zu tun.

Wirtschaft wächst stärker aus eigener Kraft

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DüsseldorfDeutschland geht es schlicht zu gut. Die Volkswirtschaft lässt sich von den zahlreichen internationalen Risiken einfach nicht beeindrucken. Und schon warnen Ökonomen vor der Gefahr einer Konjunktur-Überhitzung. "Für das stark wachsende Deutschland dürften die EZB-Leitzinsen noch lange viel zu niedrig bleiben", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer Handelsblatt Online. Schließlich nehme die Europäische Zentralbank Rücksicht auf die darbenden Peripherieländer. Zu niedrige Zinsen fachten aber das Wachstum in Deutschland zunehmend an. "Langfristig droht eine Überhitzung - so wie Anfang der 70er Jahre vor dem Ölpreisschock", warnte Krämer.

Damals habe die Bundesbank die lockere Politik der US-Notenbank kopieren müssen, um im Festkurssystem von Bretton-Woods eine Aufwertung der D-Mark gegenüber dem Dollar zu verhindern. "Allerdings mag es noch einige Jahre dauern, bis die deutsche Wirtschaft überhitzt", so Krämer. Denn der Wettbewerbsdruck sei hoch und werde die Lohnanstiege nur langsam zunehmen lassen. "Bis zuletzt hat sich der Lohnanstieg kaum beschleunigt, obwohl die Arbeitslosigkeit drastisch gefallen ist."

Ähnlich äußerte sich der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater. "Tatsächlich stehen wir langsam an der Schwelle zur Überhitzung, denn das Vorkrisenniveau ist erreicht, der Arbeitsmarkt ist sogar weit stärker ausgelastet als damals", sagte Kater Handelsblatt Online. Trotzdem seien derzeit "noch keine typischen Überhitzungserscheinungen festzustellen". Die Lohnsteigerungen hielten sich in diesem Jahr auf einem moderaten Niveau, und die Inflation werde in den kommenden Monaten wieder zurückkommen. Gleichwohl mahnte Kater: "Wir müssen genau beobachten, wie weit das Aufschwungspendel ausschlägt. Da heißt es dann, insbesondere auch für die Finanzpolitik: in guten Zeiten Polster aufbauen für die schlechteren, die auch wieder kommen werden, wenngleich dieser Aufschwung noch eine längere Lebensdauer vor sich hat."

Zuvor waren verschiedene Konjunkturdaten veröffentlich worden. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft bleibt demnach stabil. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für den Monat Mai lag nach Angaben des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung unverändert bei 114,2 Punkten. Aufgrund der starken Binnen-Nachfrage wächst die Wirtschaft weiter. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden legte sie in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorquartal real um 1,5 Prozent zu. Damit bestätigte die Behörde vorläufige Berechnungen

Kommentare (12)

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F.Kaiser

24.05.2011, 14:41 Uhr

Ich frage mich, warum und woher dauernd diese Meldungen auftauchen. Vom BDI ?
Unser Wachstum ist schlichtweg mickrig. Was soll an 1,7% denn so gut sein ? Und bei den Arbeitnehmern komt seit 25 Jahren nichts an.

T.Setzer

24.05.2011, 14:41 Uhr

"Dietmar Neuerer berichtet für Handelsblatt Online über die Wendungen der deutschen Politik und der heimischen Konjunktur."

Dieser HB "Exclusiv"-Beitrag entspricht dem üblen "Superaufschwung schürt Angst vor Überhitzung der Wirtschaft" (24.05.2011, 10:09 Uhr, aktualisiert 10:39 Uhr) der DPA/RTR

So wird Exklusiv-Content generiert! Meinen Glückwunsch HB-online.

Heinrich

24.05.2011, 14:45 Uhr

Das Thema ist so interessant, dass keiner einen Kommentar dafür übrig hat. Man kann es langsam nicht mehr hören hoch verehrtes HB. Denn was heute hoch gelobt wird, kommt morgen schon in die Tonne. So sind eben unsere allzeit gelenkten und gesteuerten Medien.

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