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15.11.2013

02:27 Uhr

Geldpolitik

Auf der Suche nach der Wunderheilerin

VonAxel Postinett

Die lockere Geldpolitik hat in erster Linie Regierungen dabei geholfen, billiger Schulden zu machen. Privathaushalte dagegen haben Milliarden Dollar verloren. Fed-Kandidatin Janet Yellen muss darauf eine Antwort finden.

US-Geldpolitik

Yellen will lockere Geldpolitik beibehalten

US-Geldpolitik: Yellen will lockere Geldpolitik beibehalten

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San FranciscoNein, sie wird den Fuß nicht vom Gas nehmen. Jedenfalls nicht jetzt. Das hat die Kandidatin für den Chefposten der US-Zentralbank noch einmal klar gemacht. Janet Yellens Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats am Donnerstag geriet zum klaren Bekenntnis zu einem waghalsigen Abenteuer. Derzeit kauft die US-Notenbank monatlich bis zu 85 Milliarden Dollar Wertpapiere auf, pumpt somit frisches Geld in den Finanzkreislauf und hält die Zinsen niedrig. Ohne das Eingreifen der Zentralbanken, betonte Yellen, wäre die Finanzkrise weit schlimmer ausgefallen. Unter der Führung von Ben Bernanke hätte die Fed geholfen, das Weltfinanzsystem zu stabilisieren.

Das könne natürlich nicht ewig so weitergehen, gab Yellen freimütig zu Protokoll. Eine Entscheidung, die Anleihekäufe zurückzufahren, das sogenannte „Tapering“, werde aber von künftigen Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung abhängen: „Wir haben gute Fortschritte gemacht, müssen aber noch mehr Boden seit der Rezession gutmachen. Die Arbeitslosigkeit ist in den USA von zehn Prozent auf 7,3 Prozent gesunken, sie ist aber immer noch zu hoch. Das spiegelt einen Arbeitsmarkt und eine Wirtschaft wider, die weit unter ihren Möglichkeiten arbeiten.“

Weniger Druck auf Fed: US-Inflationsrate sinkt deutlich

Weniger Druck auf Fed

US-Inflationsrate sinkt deutlich

Die US-Notenbank Fed hat ein weiteres Argument, die Geldschleusen vorerst noch weit geöffnet zu lassen: Die Inflation in den Vereinigten Staaten ist trotz der lockeren Geldpolitik erneut deutlich gesunken.

Die Schleusen bleiben also zunächst weiter offen, was auch die jüngste, überraschende Zinssenkung der EZB zeigt. Die langfristigen Folgen dieser amerikanischen, europäischen und japanischen Politik des billigen Geldes und der ungezügelten Geldschaffung werden sich erst zeigen, wenn die massiven Interventionen in den Finanzmärkten gestoppt werden. Aber das Research-Team des Beratungshauses McKinsey & Company hat sich einmal angeschaut, wer denn bislang auf der Gewinnerseite steht und wer leidet.

Die größten Nutznießer sind der Studie zufolge mit weitem Abstand die Regierungen. Seit 2007 haben demnach Programme für Anleiheaufkäufe in den USA, Großbritannien und der Euro-Zone deren Kosten um zusammen rund 1,6 Billionen Dollar verringert, überwiegend über gesunkene Finanzierungskosten und massiv gestiegene Zentralbankgewinne. Das Geld für die Anleihen drucken die selbst und die Anleihen werfen dann Zinsen ab. Das zusammen ermöglichte es, mehr Schulden zu machen als zuvor und zur Ankurbelung der Wirtschaft mehr Geld auszugeben.

Kommentare (7)

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Freidenker

15.11.2013, 08:02 Uhr

Die Antwort ist ganz einfach

ÄNDERT DAS SYSTEM!! Schafft die Zockerbörsen ab und reguliert die BANKEN!! BESTEUERT DIE REICHEN WIEDER SO WIE EINST NACH DEM KRIEG!

Verlogene, verkommene Gesellschaften!!!!!!!!

Account gelöscht!

15.11.2013, 08:27 Uhr

"Besonders ältere Menschen leiden unter dem Niedrigzins"
Man, man, eine Altersvorsorge an Finanzmärkte zu hängen ist sowas von ...
Da lassen Regierungen zu das den alten Leuten ihr Vermögen verzockt wird, und finanzieren diese Brüder auch noch mit Steuergeldern. Eigentlich müßten die Gefängnisse voll von diesen Taschendieben sein, was macht die Politik?
Die macht sich lieber mehr Sorgen wer mit welchem Geschlecht ins Bett geht, und versorgt noch Unternehmen ohne marktwirtschaftliches Geschäftsmodell mit billigen Arbeitskräften, auch auf Kosten des Steuerzahlers, mit dem Effekt das die Renten noch niedriger ausfallen.
Die Notenbanken dürfen keine Staaten finanzieren, aber wer bitte hat den Staaten erlaubt die Banken zu finanzieren?

Account gelöscht!

15.11.2013, 08:51 Uhr

Ja, Herr Weidmann hat diese Aussage gemacht und im gleichen Atemzug wegen der demographischen Herausforderungen eine Reduktion der Staatsverschuldung angemahnt. Dass er sich hierbei hinsichtlich der Zinsentwicklung in antinomische Widersprüche begibt, scheint er nicht bemerkt zu haben. Das ganze Dilemma ist hier beschrieben: http://zinsfehler.wordpress.com/2013/11/14/die-leiden-des-jungen-w/

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