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03.02.2011

13:52 Uhr

Geldpolitik

EZB setzt Niedrigzinspolitik fort

Der Leitzins im Euro-Raum bleibt auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent. Das beschloss der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) bei seiner Sitzung am Donnerstag in Frankfurt. Die Zentralbank setzt damit ihre Politik des billigen Geldes fort.

EZB in Frankfurt: Leitzins bleibt auf Rekordtief. Quelle: dpa

EZB in Frankfurt: Leitzins bleibt auf Rekordtief.

HB FRANKFURT/MAIN. Der wichtigste Zins zur Versorgung der Banken im Euro-Raum mit Zentralbankgeld verharrt seit Mai 2009 auf dem Rekord-Niedrigniveau.

Volkswirte und Analysten rechnen wegen der anziehenden Inflation jedoch inzwischen früher als bisher mit einer Zinserhöhung in diesem Jahr. Dazu trug auch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet mit besorgten Äußerungen über die jüngsten Teuerungsraten bei. Aktuell beträgt die Inflation im Euro-Raum 2,4 Prozent, die EZB sieht mittelfristig stabile Preise bei Raten von knapp unter 2,0 Prozent gewahrt.

Höhere Zinsen würden allerdings Kredite verteuern und könnten daher Gift für die Erholung der Wirtschaft sein. Das könnte die Bemühungen hoch verschuldeter Euro-Staaten wie Irland, Griechenland und Portugal zur Sanierung ihrer Haushalte zusätzlich erschweren, weil deren Wirtschaftsentwicklung durch öffentliche Sparmaßnahmen ohnehin bereits schwer unter Druck steht.

Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, sieht die EZB in großer Gefahr, wegen ihrer „extrem expansiven Geldpolitik“ dem eigentlichen Auftrag zur Preisstabilität nicht mehr nachkommen zu können. „Sie wird es versuchen, aber ich glaube nicht, dass es ihr in den nächsten zehn Jahren gelingt, die Inflation wie versprochen auf zwei Prozent zu begrenzen“, bekräftigte Krämer in einem Interview mit „Börse Online“. Der Anstieg des Preisniveaus werde sich stattdessen im Durchschnitt zwischen drei und vier Prozent pro Jahr bewegen.

Krämer kritisierte den Ankauf von Anleihen kriselnder Euro-Staaten durch die EZB und mangelnde Spardisziplin bei den betroffenen Ländern. Sie sollten in ihre Verfassungen mittelfristige Schuldenbremsen nach deutschem Vorbild einbauen.

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