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31.10.2013

14:31 Uhr

Geldpolitik

Japanische Geldspritzen bleiben hochdosiert

Die Bank von Japan (BoJ) hält an ihrer Politik der Geldflut fest und folgt damit dem Beispiel der US-Notenbank Federal Reserve. Ziel ist es, den Teufelskreis aus fallenden Preisen und sinkenden Investitionen brechen.

Staatsverschuldung

Japan: Stimmung gut, Aussicht schlecht

Staatsverschuldung: Japan: Stimmung gut, Aussicht schlecht

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TokioDie japanische Notenbank will die heimische Wirtschaft mit einer anhaltenden Geldflut flottmachen. Binnen zwei Jahren sollen umgerechnet mehr als eine Billion Euro in das Finanzsystem gepumpt werden. Die Bank von Japan (BoJ) entschied auf ihrer Zinssitzung am Donnerstag, die Geldspritzen beizubehalten. Sie will damit den Teufelskreis aus fallenden Preisen und sinkenden Investitionen brechen, die Japans Wachstumskräfte seit 15 Jahren hemmen. Die BoJ folgt mit ihren massiven Geldspritzen dem Beispiel der US-Notenbank Federal Reserve, die damit dem lahmenden Arbeitsmarkt der größten Volkswirtschaft der Welt auf die Beine helfen will.

Die Fed entschied am Mittwochabend, weiter monatlich 85 Milliarden Dollar ins Finanzsystem pumpen, bis sich der Jobmarkt erholt. Während sich in der Fed-Führung nur eine Gegenstimme gegen das Festhalten an den Geldspritzen regte, rumort es bei der japanischen Notenbank hinter den Kulissen: Die Geldpolitiker sind sich nicht einig, ob die Konjunkturspritzen mittelfristig ausreichen werden. Drei der neun Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses halten das von BOJ-Gouverneur Haruhiko Kuroda vorgegebe Ziel für unrealistisch, im Haushaltsjahr 2015 eine Inflationsrate von 2,0 Prozent zu erreichen.

Eckpunkte der neuen japanischen Geldpolitik

Festes Inflationsziel

Die Bank von Japan legt sich fest: Innerhalb von zwei Jahren wird sie eine Inflationsrate von zwei Prozent erreichen.

Verdoppelung der Geldbasis

Die Geldbasis soll von jetzt 138 Billionen Yen auf 270 Billionen Yen im Jahr 2014 steigen. Umgerechnet geht es um eine Steigerung von 1,05 Billionen Euro auf 2,05 Billionen Euro.

Kauf von Staatsanleihen

Die Bank von Japan will 77 Prozent des frischen Zentralbankgelds in Staatsanleihen mit langer Laufzeit investieren. Die durchschnittliche Laufzeit ihrer Staatsanleihen soll von drei auf sieben Jahre steigen.

Dauer der Maßnahmen

Die Zentralbank legt sich darauf fest, so lange an der expansiven Geldpolitik festzuhalten, bis sie ihr Inflationsziel erreicht hat.

Aussetzung des Banknoten-Prinzips

Die Bank von Japan setzt zeitweilig das Banknoten-Prinzip außer Kraft, wonach sie nicht den Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten überschreiten darf.

Experten erwarten, dass die Notenbank nächstes Jahr ihre Konjunkturhilfen womöglich forcieren wird, sollte die geplante Mehrwertsteuererhöhung die Erholung bremsen: "Womöglich muss die Notenbank im Frühjahr ihre Geldpolitik noch weiter lockern", meint Chefökonom Takuji Aida von Societe Generale.

Die Notenbank geht in ihrem Ausblick davon aus, dass die Inflationsrate im Haushaltsjahr 2015 auf 1,9 Prozent steigen wird, wobei die vom Staat verursachten Effekte der geplanten Mehrwertsteuererhöhung herausgerechnet sind. Zwei Notenbanker halten allerdings Werte von unter einem Prozent für realistisch, was sich mit Einschätzung der von Reuters befragten Analysten deckt.

Die von der Notenbank verordnete Krisenmedizin in Form von milliardenschweren Konjunkturspritzen hat zwar angeschlagen: Die Wirtschaft war im Sommer das dritte Quartal in Folge gewachsen. Doch eine Exportflaute lässt Zweifel an der Prognose Kurodas aufkommen, dass ein stärkeres Wachstum der Weltwirtschaft die negativen Effekte der Mehrwertsteuererhöhung wettmachen werde. Die BOJ hob dennoch ihre Wachstumsprognose für das Haushaltsjahr 2014 auf 1,5 Prozent an. Ein von Regierungschef Shinzo Abe geplantes Maßnahmenpaket im Volumen von umgerechnet rund 37 Milliarden Euro soll helfen, die Bremswirkung der Steuererhöhung zu dämpfen.

Von

rtr

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