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20.03.2014

12:43 Uhr

Geldpolitik

Schweizer Notenbank hält an Euro-Mindestkurs fest

Sie trauen den internationalen Märkten nicht, allein dass die Krim-Krise Investoren wieder zu Franken-Käufen getrieben hat, lässt die Schweizerische Nationalbank an ihrer Politik festhalten: Bloß kein Risiko eingehen.

Die SNB steht wie ein Fels in der Brandung, zu Zeiten internationaler Krisen und Unsicherheiten ist die Schweizer Währung oft ein Zufluchtsort. AFP

Die SNB steht wie ein Fels in der Brandung, zu Zeiten internationaler Krisen und Unsicherheiten ist die Schweizer Währung oft ein Zufluchtsort.

ZürichDie Schweizer Notenbank traut der Erholung der Weltwirtschaft noch nicht. Sie hält daher an niedrigen Zinsen und dem Mindestkurs für den Euro fest. Die Weltkonjunktur unterliege weiterhin bedeutenden Risiken, die sinkende Inflation in Industrieländern habe die Unsicherheit über die Geldpolitik in den großen Währungsräumen erhöht, erklärte die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Donnerstag in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung. Der vor zweieinhalb Jahren eingeführten Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro bleibe das angemessene Instrument, falls der Aufwertungsdruck auf den Franken wieder zunehmen sollte. Das Zielband für den Dreimonats-Libor beließ die SNB bei null bis 0,25 Prozent.

Die Schweizer Währung ist als sicherer Hafen bei internationalen Anlegern beliebt, wenn irgendwo auf der Welt wirtschaftliche und politischen Unsicherheiten entstehen. Zuletzt trieb die Krimkrise Investoren wieder in die Schweiz: Nachdem der Euro Anfang des Jahres bei 1,24 Franken gehandelt wurde, sank der Kurs Anfang März auf 1,21 Franken und stand am Donnerstag bei rund 1,22 Franken. „Der Franken ist nach wie vor hoch bewertet“, wiederholte die SNB wortgleich frühere Aussagen. Wenn der Franken an den Devisenmärkten aufwertet, verteuern sich Schweizer Exporte. Im Inland besteht die Gefahr, dass die Preise sinken und Verbraucher weniger kaufen, weil sie auf noch günstigere Preise warten. Die Frage wird auch in der Eurozone diskutiert, wo die Preise nur noch langsam steigen. EZB-Präsident Mario Draghi bezeichnete die Risiken für eine Deflation aber als „sehr limitiert“.

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

Die SNB rechnet im laufenden Jahr mit stabilen Preisen. Die Inflationsrate dürfte dann 2015 auf 0,4 Prozent steigen und 2016 ein Prozent erreichen. Inflationsprobleme entstehen aus Sicht der SNB dann, wenn die Verbraucherpreise um mehr als zwei Prozent steigen.

Trotz des starken Frankens dürfte die Schweizer Wirtschaft weitere florieren. Das Bruttoinlandsprodukt, das 2013 um zwei Prozent zunahm, dürfte laut der Prognose der SNB auch dieses Jahr um „rund zwei Prozent“ wachsen. Weiterhin im Auge haben die Währungshüter den wegen der tiefen Zinsen boomenden Immobilienmarkt. Die SNB prüft regelmäßig, ob der antizyklische Kapitalpuffer angepasst werden soll. Der Puffer besagt, dass Banken zusätzlich Eigenkapital für Wohnbauhypotheken beiseitelegen müssen. Ab dem 30. Juni gilt ein Puffer von zwei Prozent.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

21.03.2014, 15:18 Uhr

Die Schweizer Geld-Flexibilität macht sich bezahlt, im Gegensatz zum Zwangseuro in den Südländern, der die Menschen verarmt und keine Arbeit bringt.

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