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05.05.2011

10:27 Uhr

Geldpolitik

Spannung vor neuer EZB-Zinsentscheidung

Im April hatte die Europäische Zentralbank den Leitzins angehoben. Heute berät der EZB-Rat über weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Inflation. Weitere Zinserhöhungen sind nicht ausgeschlossen.

Frankfurt/HelsinkiDer Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat am Morgen in Helsinki seine turnusmäßige Debatte über den weiteren Kurs der Geldpolitik aufgenommen. Das Gros der Fachleute erwartet nicht, dass die EZB ihrer Zinserhöhung von April sofort eine weitere folgen lässt. Ein Teil der Experten geht allerdings davon aus, dass die Währungshüter um EZB-Präsident Jean-Claude Trichet ein deutliches Signal für eine weitere geldpolitische Straffung bereits im Juni geben werden.

Die Notenbanker hatten im April zum ersten Mal seit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im September 2008 ihren Leitzins auf aktuell 1,25 Prozent angehoben. Angesichts des zunehmenden Inflationsdrucks in der Euro-Zone - zuletzt lag die Teuerung bei 2,8 Prozent und damit deutlich über der Zielmarke der EZB - scheinen weitere Zinserhöhungen im Jahresverlauf ausgemacht Sache zu sein.

Erstmals mit am runden Tisch der obersten Geldpolitiker der Euro-Zone sitzt der neue Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Er hat Anfang des Monats das Amt von Axel Weber übernommen, der im Februar überraschend seinen Rückzug zu Ende April erklärt hatte. Weidmann gilt wie sein Mentor Weber als geldpolitischer Falke in der stabilitätspolitischen Tradition der Bundesbank. Er dürfte also eher weiteren Zinserhöhungen zugeneigt sein, als diese auf die lange Bank zu schieben. Auch Weidmanns Vorgänger Weber hatte seine allererste Reise im Amt im Mai 2004 zu einem der jährlich zwei außerhalb Frankfurts stattfindenden Ratstreffen in den hohen Norden geführt: ebenfalls nach Helsinki.

Vor der EZB entscheidet in London die Bank von England über ihren weiteren Kurs. Fachleute erwarten angesichts der weiter schwächelnden Konjunktur trotz der hohen Inflation auch dieses Mal keine Zinserhöhung. Der Leitzins in Großbritannien dürfte also bei 0,5 Prozent bleiben. Höhepunkt des Notenbank-Tages ist dann um 14.30 Uhr (MESZ) die traditionelle Pressekonferenz Trichets, an dessen Lippen wieder einmal Journalisten, Banker und viele andere Marktteilnehmer in aller Welt hängen werden.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

05.05.2011, 10:49 Uhr

Mal schauen ob heute die EZB uns zeigt wo der Hammer hängt. Ich könnte mir gut vorstellen, daß der deutsche Michel nicht nur die Bürgschaften tragen muß, sondern über Sonderzinsen die er jetzt schon bei seiner Hausbank zahlt, die anderen kriegen ja den günstigen Krisenzins, das ganze auch direkt finanziert. Damit es keiner merkt um tausend Ecken.

Aber hiermit dann offiziell !!!

Anschließend wird es heißen, euch kostet es doch nichts, es sind ja nur Bürgschaften. Und demnächst muß er schauen ob er seinen Arbeitsplatz behalten darf. Seit dem 1. Mai ist die Konkurenz ja größer geworden.

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