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14.04.2011

00:32 Uhr

Geldpolitik

Weber will keine Banken-Rundumversorgung

Auf einer Tagung in St. Louis kritisiert Bundesbankpräsident Axel Weber erneut Bondkäufe. Mehrere Notenbank-Vertreter wollen zudem das Geld zurückholen, das sie in der Finanzkrise verteilt hatten.

Axel Weber stemmt sich gegen Bondkäufe der EZB. Quelle: Reuters

Axel Weber stemmt sich gegen Bondkäufe der EZB.

St. LouisBundesbankpräsident Axel Weber hat den Kauf von Staatsanleihen aus Euro-Ländern durch die Europäische Zentralbank (EZB) erneut heftig kritisiert. Dadurch steige das Risiko, die Grenzen zwischen der Fiskal- und Geldpolitik zu verwischen, sagte Weber am Mittwoch in St. Louis laut Redemanuskript. Die Gefahr bestehe besonders bei hohen Haushaltsdefiziten und Schuldenständen.

Weber sagte, durch die Bondkäufe könnte die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik leiden. Weber hat das Programm von Beginn an kritisiert, da es aus seiner Sicht erhebliche stabilitätspolitische Risiken birgt. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat jedoch betont, dass Webers Ansicht nicht die Meinung des Notenbank-Rats widerspiegele.

Kritik übte Weber zudem an der Geld-Versorgung der Geschäftsbanken. Eine Rundumversorgung durch die EZB für Banken ohne ein nachhaltiges Geschäftsmodell könne keine langfristige Lösung sein. Geldpolitik könne es nicht ersetzen, die Bilanzen wieder ins Lot zu bringen.

Die EZB strebt einen schrittweisen Ausstieg aus der in der Krise begonnenen und wegen der Wirtschaftserholung nun weniger notwendigen Rundumversorgung der europäischen Banken mit Liquidität an. Diesen sogenannten Exit hat die Europäische Zentralbank im vorigen Jahr wegen der Schuldenkrise in einigen Ländern der Euro-Zone unterbrechen müssen.

Auf der Tagung in St. Louis sprachen sich mehrere US- und europäischen Notenbanker dafür aus, das in der Krise zur Verfügung gestellte Geld zum Teil wieder einzusammeln. Die US-Wirtschaft habe sich stärker entwickelt, als dies im November absehbar gewesen sei, sagte der Präsident der Fed von St. Louis, James Bullard. Damals wurde ein 600 Milliarden Dollar schweres Bond-Aufkaufprogramm der Notenbank beschlossen.

Von

rtr

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