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24.09.2014

03:35 Uhr

Geringe Wirtschaftskraft

Ostdeutschland dümpelt weit unter Westniveau

Die Landschaften im Osten Deutschlands wollen einfach nicht blühen: Auch 25 Jahre nach dem Mauerfall reicht die Wirtschaftskraft des Osten noch längst nicht an Westniveau heran. Das zeigt sich im Steueraufkommen.

Wandbild aus der Wendezeit, mehr als 20 Jahre später: Die Wirtschaftskraft in Ostdeutschland hat noch immer nicht mit dem Westen gleichgezogen. dpa

Wandbild aus der Wendezeit, mehr als 20 Jahre später: Die Wirtschaftskraft in Ostdeutschland hat noch immer nicht mit dem Westen gleichgezogen.

BerlinKnapp 25 Jahre nach dem Mauerfall ist die Wirtschaftskraft in Ostdeutschland immer noch deutlich niedriger als im Westen.

Sie liegt 30 Prozent unter dem Niveau der westdeutschen Bundesländer, wie die „Bild“-Zeitung (Mittwoch) unter Berufung auf den Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit berichtete. Er soll an diesem Mittwoch im Kabinett verabschiedet werden. Das Steueraufkommen je Einwohner beträgt demnach im Osten 937 Euro, im Westen dagegen 1837 Euro.

"Die Ostdeutschen haben seit 1989 unglaublich viel erreicht, aber ich mache mir trotzdem Sorgen", sagte die Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD). Damit der Osten weiter aufholt, verlangte Gleicke eine weitere Förderung bedürftiger Regionen auch nach Auslaufen des Solidaritätszuschlags im Jahre 2019.

„Sonst war die ganze bisherige Aufbauarbeit im Osten für die Katz, und er hängt für immer und ewig am Tropf des Westens“, sagte die SPD-Politikerin dem Blatt.

Linksparteichefin Katja Kipping fordert eine klare Definition für die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Ost- und Westdeutschland in der Verfassung. „Ich wünsche mir einen Konsens darüber, dass die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse mehr ist als ein abstrakter Auftrag des Grundgesetzes“, sagte sie der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Online-Ausgabe).

Es gebe auch im Osten industriestarke Wachstumskerne, die keinen Förderbonus mehr bräuchten. Auf der anderen Seite stünden Regionen, denen das Abstellgleis drohe.

Natürlich müsse man über einen Solidarpakt III sprechen, sagte Kipping. „Aber das Geld darf nicht mehr nach Himmelsrichtung verteilt werden. Wir brauchen klare Kriterien und Strukturindikatoren, die eine Förderung begründen.“

Kommentare (3)

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Herr Michael Rensler

24.09.2014, 09:05 Uhr

Im Osten braucht es neue Unternehmen und nicht immer nur neue Produktionsstätten westdeutscher Unternehmen.
Die Angst zu scheitern ist aber immer noch größer als die Hoffnung auf Erfolg.

Herr wulff baer

24.09.2014, 09:05 Uhr

Da täuschen Sie sich aber:

Die Landschaften im Osten blühen wie verrückt.

Machen Sie mal, wie ich, öfter Urlaub dort

Immerhin hat unser Superhistoriker und Europaromantiker Kohl dort 2000 Milliarden westdeutscher Steuergelder unwiederbringlich versenkt.

Mit der Folge, dass fast die Hälfte der Bevölkerung von sozialen Transfers lebt und glückliche Freizeiten im Paddelboot verlebt.

Herr Michael Rensler

24.09.2014, 09:24 Uhr

Wenn Sie dort Urlaub machen konnten dann haben wohl zumindest die Straßen und Hotels funktioniert.
Tourismus ist ja auch ein Wirtschaftszweig aber natürlich nicht der lukrativste.
Ihre Zahl beinhaltet übrigens auch ostdeutsche Steuergelder.

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