Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.09.2014

16:16 Uhr

Geringes Plus bei neuen Stellen

Rückschlag für den US-Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt der USA verliert an Fahrt: Im August wurden nur 142.000 neue Stellen geschaffen – so wenig wie seit langem nicht mehr. Die Meldung schadet dem Dollar und könnte auch die Fed beeinflussen.

Arbeitssuchende stehen Schlange: In den USA wurden deutlich weniger neue Stellen geschaffen als erwartet. AFP

Arbeitssuchende stehen Schlange: In den USA wurden deutlich weniger neue Stellen geschaffen als erwartet.

WashingtonDie Erholung am US-Arbeitsmarkt gerät leicht ins Stocken und lässt die Aussichten auf eine baldige Zinswende schwinden. Im August entstanden nur 142.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. Das ist das geringste Plus in diesem Jahr.

Damit ist zugleich eine Serie gerissen, in der ein halbes Jahr lang Monat für Monat mehr als 200.000 Stellen hinzukamen. Die Augustzahlen gelten daher als Rückschlag, auch wenn die Arbeitslosenquote um einen Tick auf 6,1 Prozent fiel. Sie ist damit noch nicht im Zielbereich der von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) angestrebten Vollbeschäftigung nahe der Fünf-Prozent-Marke. Am Markt wird erst für Mitte 2015 mit einer Zinserhöhung gerechnet.

Mit 134.000 Stellen entstanden die meisten neuen Jobs im Privatsektor. Der Staat schuf nur 8000 Stellen. Doch kann auch dieses magere Plus als Lichtblick gelten, da noch im Vormonat unter dem Strich Stellen abgebaut wurden.

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

Der überraschend schwache Arbeitsmarktbericht setzte dem Dollar zu. Der Euro stieg um einen halben US-Cent auf 1,2986 Dollar. Händlern zufolge erwarten nun wieder mehr Anleger, dass sich die Fed mit einer Anhebung der Zinsen noch Zeit lassen dürfte. Anhänger einer eher lockeren geldpolitischen Linie dürften sich auch beim Blick auf die Jobdaten der Vormonate in ihrer Skepsis bestärkt sehen. Im Juli und Juni entstanden nach neuen Daten insgesamt fast 30.000 Stellen weniger als ursprünglich gemeldet.

„Eine Trendwende am Arbeitsmarkt sehen wir nach den heutigen Daten nicht“, sagte Ökonom Johannes Mayr von der BayernLB. Monatliche Schwankungen in diesem Ausmaß seien selbst in einer Erholungsphase nicht ungewöhnlich. Einer Faustregel zufolge müssen monatlich rund eine Viertel Million Stellen entstehen, damit der Arbeitsmarkt in Schwung kommt. Diese Marke wurde dieses Jahr zwei Mal überschritten.

Die Fed hält ihren Schlüsselzins bereits seit Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent, um die Konjunktur anzuschieben. Bei ihrer mit Spannung erwarteten Sitzung werden die Notenbanker Mitte des Monats einzeln erklären, in welchem Jahr sie eine Zinswende für angemessen halten. Zugleich legen die Experten der Notenbank Prognosen vor, wie sie die Entwicklung der Arbeitslosenquote in den nächsten Jahren einschätzen.

Dass sich trotz der enttäuschenden Jobzahlen die Arbeitslosenquote im August leicht verringerte, liegt an der Erhebungsmethode: Für diese Statistik werden private Haushalte befragt, für die Beschäftigtenzahl hingegen Firmen und Behörden. US-Notenbankchefin Janet Yellen betont immer wieder, dass die Lage am Arbeitsmarkt nicht allein an der Quote gemessen werden sollte. Ihr bereitet vor allem die noch immer relativ hohe Zahl von Teilzeitarbeitern und Langzeitarbeitslosen Sorge.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Stubenkastl Johann

05.09.2014, 17:39 Uhr

Es glaubt wohl keiner ernsthaft, dass die Zinspolitik und das QE der FED etwas mit den Arbeitsmarktdaten zu tun haben. Oder? Ich hoffe nicht. Insofern ist der Artikel nicht kritisch sondern nur FED-Konform. Da kann man sich gleich das Gelabere von Yellen anhoeren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×