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10.12.2012

14:15 Uhr

Geschäfte in Übersee

Deutsche Exporte legen zu wie lange nicht mehr

Im September war bei den deutschen Exporten noch ein Minus zu verzeichnen. Nun stiegen die Ausfuhren so stark wie seit über einem Jahr nicht mehr. Trotzdem rechnen Experten mit einem Minus für die deutsche Wirtschaft.

Ein Container-Terminal im Hamburger Hafen. dpa

Ein Container-Terminal im Hamburger Hafen.

BerlinDie deutschen Exporte sind im Oktober wegen florierender Geschäfte in Übersee so stark gestiegen wie seit über einem Jahr nicht mehr. Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 98,5 Milliarden Euro in Ausland und damit 10,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. "Das war der stärkste Anstieg seit August 2011", teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit.

Im September hatte es mit minus 3,4 Prozent noch den ersten Rückgang seit gut zweieinhalb Jahren gegeben. Weil die Importe aber schneller wachsen als die Exporte, droht der Außenhandel am Jahresende als Konjunkturmotor auszufallen. Ökonomen rechnen deshalb damit, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal schrumpfen wird.

Besonders stark erhöhten sich die Exporte in Länder außerhalb der Europäischen Union, zu denen die USA und große Schwellenländer wie China und Russland gehören. Sie kletterten um 14,6 Prozent auf 42,1 Milliarden Euro.

"Die deutsche Wirtschaft profitiert von ihrer weltweiten Verflechtung und treibt die Diversifizierung ihre Absatzmärkte weiter voran", sagte der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner. Dabei helfe derzeit der billige Euro. Die Ausfuhren in die krisengeplagte Euro-Zone stiegen um 7,0 Prozent auf 37,0 Milliarden Euro, während die Exporte in die gesamte EU um 7,8 Prozent auf 56,4 Milliarden Euro zulegten.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

In den ersten zehn Monaten stiegen die Exporte um 4,8 Prozent auf 924,4 Milliarden Euro. BGA-Chef Börner bekräftigte seine Wachstumsprognose für das Gesamtjahr von vier Prozent. Damit würde die 2011 erstmals erreichte Billionen-Grenze beim Umsatz erneut übertroffen. 2013 sollen die Exporte mit fünf Prozent auf 1,16 Billionen Euro noch schneller wachsen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

10.12.2012, 14:31 Uhr

"Deutsche Exporte legen zu wie lange nicht mehr"

Jajaaaaaaa.....

Rechner

10.12.2012, 14:42 Uhr

O-Ton Handelsblatt
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Weil die Importe aber schneller wachsen als die Exporte, droht der Außenhandel am Jahresende als Konjunkturmotor auszufallen.
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Was ist das denn für ein blühender Unsinn?

Für den Nachfrageeffekt der Exporte ist es doch vollkommen wurscht, wie hoch die Importe sind.

Ansonsten ist es wohl zu begrüßen, wenn die Deutschen ihr Geld zunehmend für Frascati, Oliven und Schafskäse ausgeben anstatt es in griechischen Staatsanleihen zu versenken.

Bzw. für i-phones statt für subprime-Anleihen.

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