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27.01.2009

10:26 Uhr

Geschäftsklima

Ifo: Stimmung in Wirtschaft steigt überraschend

Volkswirte hatten den achten Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindexes in Folge erwartet. Doch sie wurden eines besseren belehrt: Trotz Finanzkrise hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft zum neuen Jahr überraschend aufgehellt. Doch der Ifo-Chef Hans-Werner Sinn ist skeptisch.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich überraschend aufgehellt. Foto: AP Quelle: ap

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich überraschend aufgehellt. Foto: AP

HB MÜNCHEN. Der Geschäftsklimaindex sei von 82,7 Punkten im Vormonat auf 83,0 Punkte gestiegen, teilte das ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Dienstag in München mit.

Dies ist der erste Anstieg des wichtigsten Stimmungsbarometers für die deutsche Wirtschaft nach sieben Rückgängen in Folge. Volkswirte hatten hingegen eine Rückgang auf 81,0 Punkte erwartet. Die Unternehmen schätzten zwar ihre Lage schlechter ein, die Erwartungen hellten sich indes auf. Der Ifo-Index wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen ermittelt. In der vergangenen Woche hatten schon der ZEW-Index und die europäische Einkaufsmanagerindizes positiv überrascht.

In Reaktion auf den unerwarteten Anstieg des Ifo-Index ist der Euro am Dienstag bis auf 1,3313 Dollar gestiegen. Zu Handelsstart an den Aktienmärkten hatte der Euro um 1,3270 Dollar notiert. Der Dax baute sein Plus aus und stieg um 0,7 Prozent auf 4358 Zähler. Der Bund-Future notierte 18 Ticks im Minus bei 122,16 Zählern.

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen hellten sich von revidiert 76,9 (zunächst 76,8) Punkten im Vormonat auf 79,4 Punkte auf. Volkswirte hatten mit einer leichteren Aufhellung auf 78,0 Punkte gerechnet. Die Lagebeurteilung trübte sich hingegen von 88,8 Punkte auf 86,8 Punkte ein. Erwartet wurde jedoch eine stärkere Eintrübung auf 85,0 Punkte. Aus der Aufhellung des Geschäftsklimas könne eine konjunkturelle Wende nicht abgelesen werden, kommentierte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn die Ergebnisse.

Laut Ifo hat sich das Geschäftsklima vor allem im Einzelhandel verbessert. Auch im Großhandel und im Baugewerbe sei die Stimmung etwas besser als im Vormonat gewesen. In der Industrie sei die Stimmung indes nach wie vor schlecht. Im Exportgeschäft rechneten die Unternehmen mit einer anhaltenden Abwärtstendenz. Der Auslastungsgrad der Unternehmen liege deutlich unter dem Stand von vergangenem Herbst. Zudem sei ein weiterer Personalabbau geplant.

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