Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.12.2013

09:53 Uhr

GfK-Kaufkraft-Prognose 2014

Wer hat das dickste Portemonnaie?

VonMaike Freund

ExklusivEs gibt schon jetzt eine gute Nachricht für 2014: Im Schnitt werden die Deutschen mehr Geld in der Tasche haben als dieses Jahr. Doch das gilt längst nicht für alle. Denn das Gefälle zwischen den Ländern ist krass.

Viel Geld in der Tasche? „Nicht alle Bevölkerungsgruppen haben eine positive Kaufkraftentwicklung zu erwarten“, sagt GfK-Expertin Baecker-Neuchl. Getty Images

Viel Geld in der Tasche? „Nicht alle Bevölkerungsgruppen haben eine positive Kaufkraftentwicklung zu erwarten“, sagt GfK-Expertin Baecker-Neuchl.

Unten liegt der See, still und glatt. Kleine Segelboote ziehen ihre Kreise. In den Himmel türmen sich die Alpen auf, die Spitzen schneebedeckt. Ja, wer am Starnberger See lebt, der hat es gut. Das liegt nicht nur an der malerischen Landschaft, das liegt auch am Geld. Denn wer hier zu Hause ist, der gehört 2014 zu den Deutschen mit dem dicksten Portemonnaie – genau wie 2013. Zu dem Schluss kommt die Kaufkraftprognose des Marktforschungsunternehmens GfK, die Handelsblatt Online exklusiv vorliegt.

Die Kaufkraft der 129.500 Menschen im Kreis Starnberg in Bayern – also die Summe aller Nettoeinkünfte der Bewohner – wird demnach bei 31.438 Euro pro Kopf liegen und damit fast 48 Prozent über dem Deutschlandschnitt. Dadurch landet der Kreis auf Platz eins im Deutschlandranking. Auf Platz zwei und drei folgen der Hochtaunuskreis (Kaufkraft-Index: 145,27/30.759 pro Kopf) und der Kreis München (Kaufkraft-Index: 142,1/30.099 Euro pro Kopf). Die reichsten Städter sind übrigens die Münchner, Erlangener und Düsseldorfer. Zum Vergleich: Der bundesweite Schnitt liegt bei 21.179 Euro pro Kopf.

Die reichsten Stadtkreise in Deutschland

Platz 1

München ist der reichste Stadtkreis. Die 1,38 Millionen Einwohner werden 2014 28.920 Euro für Konsum zur Verfügung haben. Der Index liegt bei 136,6.

Die Angaben beruhen auf einer Untersuchung der GfK GeoMarketing GmbH.

Platz 2

Auf Platz 2 der reichsten Stadtkreise liegt Erlangen mit einem Kaufkraft-Index von 124,9 und 26.447 Euro Kaufkraft pro Einwohner.

Platz 3

Die rund 590.000 Einwohner Düsseldorf schaffen es auf Platz 3 der reichsten Stadtkreise. Der Kaufkraft-Index liegt bei 120,7, die Kaufkraft liegt 25.566 Euro.

Platz 4

Baden-Baden liegt auf Platz 4. der Index des Stadtkreises liegt mit 118,9 immer noch weit über dem Schnitt. Die Kaufkraft liegt bei 25.182 Euro pro Einwohner.

Platz 5

Auch Frankfurt am Main steht gut da. Der Index liegt bei 117,7, die Durschschnittskaufkraft in Euro bei 24.920.

Platz 6

Die rund 65.000 Einwohner von Landshut stehen gut da. Die Kaufkraft liegt bei 24.516 Euro pro Einwohner, der Index bei 115,8.

Platz 7

Die rund 127.886 Ingolstädter haben 2014 im Schnitt 24.366 Euro zur Verfügung. Der Index liegt bei 115,1.

Platz 8

597.939 Stuttgarter verfügen im Jahr 2014 über 24.297 im Schnitt, der Index liegt bei 114,7.

Platz 9

Wolfsburg kommt auf einen Kaufkraft-Index von 113,5 (24.045 Euro).

Platz 10

Auch Wiesbaden liegt noch über dem Deutschlandschnitt. Der Kaufkraft-Index liegt bei 113,3, im Schnitt macht das 24.003 Euro pro Einwohner.

Insgesamt prognostiziert das Unternehmen eine Kaufkraftsumme von 1,7 Billionen Euro für Deutschland. Und das ist die gute Nachricht, denn damit werden die Deutschen pro Kopf nominal 586 Euro – rund 2,85 Prozent – mehr für den Konsum, Miete oder andere Lebenshaltungskosten als im Vorjahr in der Tasche haben. Sollte die Inflationsrate tatsächlich bei den prognostizierten 1,7 Prozent liegen und die Lohnentwicklung stabil bleiben „können sich die Bundesbürger auch über einen leichten realen Pro-Kopf-Kaufkraftzuwachs von 1,1 Prozent freuen“, sagt Simone Baecker-Neuchl, Expertin bei GfK.

Und doch ist das nur die halbe Wahrheit. Denn auch wenn die Prognose im Schnitt positiv ausfällt: Längst nicht allen geht es so gut wie den Starnbergern. Noch immer gibt es eine deutliche Schwere zwischen den Ländern. „Nicht alle Bevölkerungsgruppen haben eine positive Kaufkraftentwicklung zu erwarten“, sagt GfK-Expertin Baecker-Neuchl. Die regionale Verteilung der Kaufkraft zeige, dass Deutschland noch immer ein Wohlstandsgefälle von West nach Ost hat.“

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

RumpelstilzchenA

03.12.2013, 10:04 Uhr

2014 ---die Deutschen werden reicher??
Wir leben in einer Zwei-Klassen-Gesellschaft. Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Wenn Reichtum versprochen wird, dann bitte immer die jeweilige Gesellschaftsklasse angeben.
Nun, die Arbeitnehmer werden auf jeden Fall 2014 nicht reicher!!

goldeneye

03.12.2013, 10:07 Uhr

JA! genau so ist es! Unglmaublich wie dumm man hierzulande verkauft wird!

Account gelöscht!

03.12.2013, 10:12 Uhr

......das Preisniveau in der Regel im Osten niedriger ist als im Westen.
Der Autor soll mal in Thüringen Strom, Wasser-+Abwasser,
Heizöl, Gas oder kommunale Steuern bezahlen, vielleicht ist er dann schlauer und schreibt keine Märchen die vor allen in den alten Bundesländern gern gelesen und was noch schlimmer ist, auch gerne " wiedergekaut " werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×