Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.09.2014

08:49 Uhr

GfK-Konsumklima in Deutschland

Der Optimismus schwindet

Bei den Verbrauchern in Deutschland sitzt das Geld nicht mehr locker. Grund: Wegen der weltweiten Krisen erwarten viele Haushalte eine anhaltende Konjunkturflaute – und sie rechnen schon mit einem geringeren Einkommen.

Die Gesellschaft für Konsumforschung befragt für ihre Studie monatlich etwa 2000 Verbraucher. dpa

Die Gesellschaft für Konsumforschung befragt für ihre Studie monatlich etwa 2000 Verbraucher.

Die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten drücken immer stärker auf die Kauflaune der deutschen Verbraucher. Ihre Stimmung trübte sich zum zweiten Mal in Folge ein, teilten die GfK-Marktforscher an diesem Freitag mit. Das Barometer für Oktober fiel um 0,3 auf 8,3 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Februar.

„Vor allem die internationalen Krisen scheinen das Konsumklima derzeit etwas zu bremsen“, sagte GfK-Fachmann Rolf Bürkl. „Es zeigen sich erste Anzeichen von Verunsicherung bei den Verbrauchern.“ Diese blicken skeptischer auf die Konjunktur und ihre künftigen Finanzen. Zudem lässt die Bereitschaft nach, teure Güter wie Möbel oder Fernseher zu kaufen.

Damit zeigt sich, dass die schlechten Nachrichten nun spürbar bei den Konsumenten angekommen sind. Das GfK-Barometer war im vergangenen Monat erstmals seit Januar 2013 gesunken. „Die anhaltend angespannte geopolitische Lage hat den Optimismus weiter schwinden lassen“, betonte Bürkl. Die GfK befragt für ihre Konsumklimastudie monatlich etwa 2000 Verbraucher. Die Umfrage ist repräsentativ und erfolgt im Auftrag der EU-Kommission. Ökonomen hatten für die September-Umfrage einen geringeren Rückgang auf 8,5 Zähler erwartet.

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

Sollten sich die internationalen Konflikte verschärfen, könnten sich auch „die bislang hervorragenden Rahmenbedingungen im Inland verschlechtern“, sagte Bürkl mit Blick auf wachsende Beschäftigung, niedrige Inflation und steigende Einkommen. „In diesem Falle besteht die Gefahr, dass der private Konsum seine Rolle als wichtige Stütze der Konjunktur verlieren würde.“

Zuletzt hatte auch das Ifo-Geschäftsklima gezeigt, dass der deutschen Wirtschaft ein eher trüber Herbst bevorsteht. Die Stimmung in den Chefetagen sank bereits den fünften Monat in Folge und ist nun so schlecht wie seit knapp anderthalb Jahren nicht mehr. Im zweiten Quartal war die Wirtschaft erstmals seit gut einem Jahr geschrumpft. Auch für das zu Ende gehende Sommer-Quartal rechnen die meisten Experten nur mit einer Stagnation oder einem leichten Wachstum.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Helga Trauen

26.09.2014, 10:24 Uhr

Die Haushalte machen das Falsche: Sie sparen mehr, weil sie erkennen, dass durch die "Niedrigverzinsung" (sprich: Enteignung) für die Südeuropäer die eigene Altersversorgung bröckelt - sie sparen noch mehr! Um damit noch mehr enteignet zu werden.
Eigentlich müssten die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Es sind die Politiker der Blockparteien. Aller! Auch der LINKEN!

Account gelöscht!

26.09.2014, 10:39 Uhr

Wer glaubt das der normale Endverbraucher weniger shoppen geht weil gerade das Theater in der Ukraine stattfindet; ist nicht ganz dicht. Ich glaube eher das die Masse der Leute einfach keine Kohle für Shopping über hat und ... irgendwann gibt es auch einen Sättigungsfaktor.


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×